Erfreulich, daß auch alte Romane wie dieser (Baujahr 1928), die für gewöhnlich nur mit etwas Glück auf Flohmärkten zu finden sind, wieder aufgelegt werden. Umso mehr, da die Persönlichkeit, deren Leben er schildert, den meisten Menschen kein Begriff mehr sein dürfte. Barbara La Marr war sicher eine der interessantesten Schauspielerinnen Hollywoods, der es leider nicht vergönnt war, das Zeitalter des Tonfilms zu erleben. Eine Jugend als Pflegekind, zahlreiche Filmrollen, die Veröffentlichung von eigenen Büchern (noch vor der Filmkarriere) und Drehbüchern, fünf gescheiterte Ehen innerhalb von rund sechs Jahren, die Adoption eines Sohnes als alleinerziehende Mutter und eine unvergleichliche Ausstrahlung kennzeichneten ihre 29 Jahren.
Bronnen hat ihr bewegtes Leben zu einem - sicherlich unterhaltsamen - Roman verarbeitet. Bedauerlich ist jedoch, daß die Person Barbara La Marr selbst darin kaum Gestalt annimmt und viele biographische Fakten durcheinander gebracht, verzerrt bzw. komplett falsch wiedergegeben werden. Um einen Einblick in das Leben und die Karriere der Barbara La Marr zu erhalten eignet sich dieser Roman denkbar schlecht.
Wer jedoch eine Schwäche für den farbigen Schreibstil der 20er Jahre und Geschichten hat, denen eine wahre Begebenheit zugrunde liegt, kommt auf seine Kosten.
Es wäre schön, wenn durch die Wiederauflage dieses Buches die Schauspielerin Barbara La Marr neu entdeckt würde und ihre Karriere, ihr kurzes Leben und Werk die Beachtung finden, die sie verdienen.
Barbara La Marr (1896-1926) - das zu schöne Mädchen: "She died because the tale was told." (Adela St. Rogers)