Film als Kunst erschien (gerade noch) 1932 in Berlin
Das Buch war leitend für die damals Junge Szene von Filmkünstlern, die politisch engagiert mit modernsten Ausdrucksmiteln ans Werk gingen, mehr oder weniger die klassische Moderne des Bauhausstils und seiner Wahlverwandten, die sich konkreter Themen annahmen. Arnheim verteidigt den Stummfilm, weil er die Möglichkeit freien künstlerischen Ausdrucks verkörpert, in der Reduktion auf das Wesentliche des Ausdrucks. Ein Lehr- und Kabinettstück, das uns Heutige nicht nur von damaligen Kämpfen sondern vor allem vor heutigen eilfertigen Beweihräucherungen bewahren könnte: Dinge benennen, was sind die stärksten Mittel, bildlich, nicht ideologisch. Die Mittel der Kunst.
Gültig heraugearbeitet, etwas klassisch zwar für unseren heutigen Geschmack, doch darum mindestens so wichtig wie Passolinis Refelxionen, wenn es darum geht, eine Kultur von Grund auf neu zu bauen.
Ich warne davor Arheim als Grossvater der Medientheorie abzutun. Er lebt und tut seine Meinungen noch sehr lebengig kund!