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Jeder Track hat so viel Atmosphäre wie ein Film im Breitwandformat. Das hektisch-funkige "Hi Is?" ist wie geschaffen für eine Verfolgungssequenz. Das elegante "Skog" ist ein vertonter Panoramablick von einem Penthouse herab auf die umliegende Stadt. "Hope" lässt mit klappernden Rhythmen und tristen Synthisounds an eine nächtliche Fahrt durch eine menschenleere Stadt denken, das beklemmende "Indie" an einen heiklen Umweg durch finstere Gassen. "El" wäre mit seinem Clicktrack im Hintergrund, dem grummelnden Kontrabass und den lang gezogenen Sopransaxofonphrasen genau wie "Piano" mit seinen unheimlichen Computerbeeps die richtige akustische Kulisse für einen spannenden Psychothriller oder aber für eine trendige Bar.
Ambient-Musik mit Ausdruck und Tiefe ist rar. Dass Wesseltoft derlei scheinbar mühelos gelingt, macht Filming zu etwas Außergewöhnlichem. --Dan Gennoe
Aus der Amazon.de-Redaktion:
Der Norweger fährt großes Geschütz auf: Bugge Wesseltoft spielt Klavier, Fender Rhodes Hammond Orgel und Synthi. Dazu kommt eine eingeschworene Mannschaft mit E- und Kontrabass (Ingebrigt Flaten), Schlagzeug (Anders Engen), Programming & Sounds (Jonas Lönna), Saxofon (Vidar Johansen), Trompete und Percussion. Special Guests nicht zu vergessen: Joshua Redman (Saxofon), Oyonn Groven Myhren (Gesang) und der Tunesier Dhafer Youssef.
Die Folge ist ein ziemlich abwechslungsreiches Album, fast ein bisschen zu viel der Auswahl und stilistisch etwas unruhig. Dabei hat Wesseltoft wirklich keine Eile: Seine Musik schwebt mehr als dass sie aufregt, sie verströmt sich mehr als dass sie packt. Die ersten Stücke basieren auf knackigen Sounds, Electro-Beat und sparsamen traditionellen Funk-Riffs -- damit ist dann auch schon alles gesagt; ein (gewollt?) unauffälliges Saxofonsolo kann allerdings noch hinzukommen. Zu dünn. Ganz anders der etwas sphärische Trance-Groove mit Sänger Dhafer Youssef: Die Stimme trägt, der Unterbau bildet ein ansprechendes Fundament. Wirklich gut wird es dann, wenn Joshua Redman bei "El" ein Solo bläst: Das hat Charakter, daran kann man sich orientieren. Danach kommen zwei Sound-orientierte Kompositionen, mal abgefahren, dann etwas treibender, eine klangliche Tüftelei, auch mal ein Orgelsolo -- an sich nicht unspannend, aber es fehlt einfach an Inhalt. Auch ein langsames, dunkles Klavierthema am Schluss bringt keine Rettung.
Bugge Wesseltoft zählt zu den Erfolgreichen im norwegischen Jazz: Er spielte mit Gilberto Gil und mit Billy Cobham. Mit seiner Band "New Conception Of Jazz" tourt er durch die ganze Welt. Filming ist allerdings nichts, um die Jazz-Massen in Euphorie zu versetzen. Ganz ohne Frage aber tauglich als Film- oder Meditationsmusik. --Katharina Lohmann
Live ist das ein Erlebnis, zum Beispiel vergangenes Jahr in Barcelona auf dem Sonar-Festival, dem weltweit wichtigsten Festival für elektronische Musik. An jenem Juni-Abend entfachte die Band ein Latin-Rock-Funk-Gebrodel in der Open-Air-Arena und Wesseltoft ließ eine (emulierte) Hammondorgel gurgeln, bis die Leute schier durchdrehten. Als erster Bandleader des langen Tages hatte er ein Schlagzeug auf die Bühne stellen lassen, ungewöhnlich in einem Ambiente, das an schwarze Kästen mit Knöpfen gewöhnt ist. Dazu einen Kontrabass, aber auch einen DJ, und auch aus Kisten mit Kabeln kamen noch genug Klänge."
Ulrich Stock, DIE ZEIT
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