Natürlich gilt diese Platte oft als Blaupause für alles, was Miles Davis später in seiner elektrischen Phase gemacht hat. Das bedeutet in rhythmischer Hinsicht, dass Tony Williams in seinem Schlagzeugspiel die Verbindung von feinnervigem Jazz und rockigen Grundpatterns vollzogen hat und in klanglicher, dass der Sound des E-Pianos im Gesamtensemble eine wichtige Rolle bekommt. Diese Fortschritte sind allerdings auch schon auf dem - insgesamt empfehlenswerteren - Vorgängeralbum "Miles In The Sky" hörbar. Auf "Filles de Kilimanjaro" aber kommt noch ein weiterer Aspekt zum Tragen, nämlich die langatmigen Themen und die ausufernden modalen Improvisationen. Hier muss der Meister selbst gemerkt haben, dass die Möglichkeiten des konventionellen Jazzquintetts erschöpft sind. Die vielfältigen psychedelischen, elektronischen Klangfarben der Nachfolgealben schaffen beim Hören doch deutlich mehr Kurzweil.