INTRO
Es beginnt mit einem Zitat vom Vorgänger "Louisianne': Eine Cajun-Fiddle leitet "She's A Lady' ein. Dann jedoch kommt der Pop wieder zum Vorschein. Ungewöhnlich gehandhabte Keyboards, sanfte HipHop-Anleihen, artifiziell verzerrte Gitarren und sonstige studiotechnische Gimmicks beherrschen das Bild. Doch klingt "File' keineswegs steril oder leblos. Da ist jede Menge Groove und Feeling drin - besonders dank der hervorragenden und höchst lebhaften Rhythmusgruppe. Hinzu kommt ein mordsmäßig körperlicher Sound, bauchig und wuchtig - ohne dabei die notwendige Transparenz zu verlieren. Das ist HiFi in Reinkultur - ohne in Technokratie zu verfallen. (Allerdings war das Vorab-Tape noch nicht gemastered - vielleicht gibt's hier noch Änderungen.) Die Melodien und Refrains sprechen eine eindeutige Sprache und sorgen dafür, daß die Tracks im Gedächtnis haften bleiben. Irgendwie sind M. auf dem neuen Album griffiger, dennoch ist die Platte nicht eben unkomplex: Da wird immer noch viel getüftelt und gedoppelt und gemacht und getan. Letztlich ist das in diesem Falle aber positiv, es zeigt die stilistische Offenheit der Krefelder, die trotzdem ihren eigenen Sound behalten. Gute Popmusik eben. Nur eins: auf diesem Album schlägt ihr deutscher Akzent wieder stärker durch als auf "Louisianne'. Vielleicht hätte man sich eine Packung Gumbo-Pulver mitnehmen sollen?
Ullrich Maurer / © Intro - Musik & so
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Stereoplay
Mit Samplern und anderem Elektro-Equipment haben die Krefelder Stadtmusikanten Markus Jansen und Mike Pelzer ihren schrägen Freestyle-Folk auf "File" technisch veredelt. Damit flossen die Tendenzen aus der aktuellen CD ein - auf die für M. Walking On The Water typische Weise natürlich. Schon "Keep A File" ist Techno mit Schunkelfaktor, noch unterhaltsamer ist "She's Lazy" mit lässig groovendem Beat und ironischem Text. Bloß manchmal, wenn Jansen und Pelzer sich zu sehr in gezierte Gesten flüchten, gerät der sorgfältig ausbalancierte Sound ins Rutschen.
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