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Schon nach wenigen Takten des Openers "Rejection Role" ist klar: Soilwork sind zum Champions-League-Teilnehmer gereift und präsentieren sich so kompakt wie nie zuvor. Die Schweden hatten schon immer ein ausgefeilteres Riffing und anspruchsvollere Songstrukturen als vergleichbare Gruppen, aber diesmal übertreffen sie sich selbst. Druckvoller, absolut zeitgemäßer Thrash verschmilzt mit heftigem skandinavischem Death-Metal, diversen absolut ins Konzept passenden Nu-Metal-Anleihen, einem leichten Gothic-Bombast-Touch und 'ner Menge hartmetallischem Pop.
Figure Number Five klingt schlüssig, extrem authentisch und überzeugt insbesondere im Gesangs- und Gitarrenbereich mit einer enormen Bandbreite zwischen melodischen Wohlfühl-Parts und brachialer Dampfhammer-Power. Mit diesem astrein arrangierten und produzierten Hammeralbum werden sich Soilwork unter Garantie neue Fanschichten erspielen und die alten Anhänger problemlos bei der Stange halten. --Michael Rensen
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„Figure Number Five" haut meiner Meinung nach in exakt dieselbe Kerbe wie „NBC". Schnelle Deathmetal-Attacken im Kontrast zu clean-gesungenen Refrains mit Ohrwurmcharakter, meist verpackt in benutzerfreundliche Drei- bis Vier-Minuten-Tracks. Um bei Soilworks Musik offensichtliche Ähnlichkeiten zu In Flames oder Children of Bodom Output zu entdecken, muss man nicht gerade echter Genrefan sein (ich bin zumindest keiner). Zwar haben die Bodenarbeiter keinen Alexi Laiho an der Gitarre, allerdings haben Sie ihn dafür auch nicht am Mikrofon, was ein wirklich großer Pluspunkt ist, denn Björn Strid ist - ganz ehrlich - ein hervorragender Sänger und Shouter. Abgesehen vom Titeltrack ist es mehr oder weniger ausschließlich seinen Gesangslinien zu verdanken, dass man sich schon nach erstem Durchlauf der Zahl Nummer Fünf beim unbewussten Nachpfeifen auf dem Klo selbst ertappt.
Das allein ist aber beileibe noch keine Kunst, sondern eigentlich glasklares Pop-Merkmal, aber Soilwork haben - natürlich - mehr als nur das zu bieten. Statt sich als radiotaugliches Gehörgang-Fast-Food abstempeln zu lassen, zeigen die Fünf, dass Eingängigkeit durchaus mit Spieltechnik auf Haubenniveau und guten Ideen in Weißweinsauce zu vereinbaren ist, ohne aufgesetzt zu wirken. Und mal ernsthaft, wer hätte das heutzutage, in der kommerziellsten Ära des Metals, noch erwartet?
Die Gitarrenarbeit auf diesem Album ist lecker, ebenso Drumming und die (leider rar gesäten) Synthie-Einlagen zeugen von kreativem Kochen. Sahnehäubchen sind für mich „Cranking the Sirens" (wegen Songstruktur und Main Riff), „Rejection Role" (wegen dem Chorus), das coole „Figure Number Five" sowie das hymnische „Departure Plan" (Mitgröhlfaktor 10! Garantiert auch ein absolutes Crowdhighlight auf der Setlist von Soilworks Konzerten). Aber letztendlich haben alle Songs ihren eigenen würzigen Nachgeschmack.
Alles in allem hat es „Figure Number Five" geschafft, seinen Vorgänger in meinem Wechsler zu ersetzen, denn um ehrlich zu sein, hatte ich den nach dem dreiundfuffzichsten Durchhören auch echt satt. Soilwork haben hier einen Silberling gebraten, der schnell ins Ohr geht, sich dort festsaugt und garantiert so lange dort nistet, bis einem die Schweden endlich ein neues Album kredenzen. Wenns schon Metal-Fast-food sein muss, dann aber bitte Deluxe! Bon Apétit.
(Anspieltipps: Rejection Role, Cranking The Sirens, Departure Plan)
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