Der Film lehnt sich an die Biographie von Mas Oyama in seinen frühen Lebensjahren an, der die Karate-Welt durch einen eigenen Stil und Einführung von Vollkontakt-Wettkämpfen erneuerte, aber auch auf andere Sportarten wie Hapkido oder Taiki Ken wirkte. Der Fim ist kein Doku-Drama, beabsichtigt nicht die Wahrheit hinter den vielen Legenden um Mas Oyama zu ermitteln, sondern ist als Spielfilm konzipiert. Die Hauptfigur zeigt hier Mas Oyama in gleichberechtigtem Umgang mit Frauen, in feinsinniger und intensiver Beziehung zu seiner Freundin, einer Geisha, als verlässlichen Freund und als Kampfkunst-Schüler, der für seinen wichtigsten Sensei, sein Vorbild, besondere Freundschaft und Verehrung empfindet. Dabei werden die japanische Fremdenfeindlichkeit der Kriegs- und Nachkriegszeit und der nationalistische Militarismus aufgearbeitet, was dem koreanischen Film ohne Einseitigkeit gelingt. Oyama und seine Freundinnen und Freunde werden in ihren Existenzkämpfen, auch er selbst mit Zweifeln und sogar Ängsten dargestellt, wobei ein Gewissenskonflikt und die Überwindung von Zweifeln und Ängsten gut nachvollziehbar erzählt werden. Die Kampfszenen stehen immer im Zusammenhang mit Oyamas Einsatz für Schwächere und seinem geistigem Weg. Der Film ist dabei nicht konstruiert belehrend, sondern wirklich spannend. Alles in allem ist 'Fighter in the Wind' ein Film für die Gegenwart, der beim Anschauen intensiv berührt. Ob der "echte" Mas Oyama in seiner Zeit "wirklich" so war, wie in dem Film gezeigt, oder der "von Beginn an perfekte Supermann und Stierbezwinger", als der er häufig dargestellt wird, kann wohl niemand entscheiden. Das ist mir auch nicht wichtig, denn ich finde, es ist ein guter Film mit einem Bae-Dal/Mas Oyama, der mir gefällt. Außerdem enthält der Film gute Denkanstöße, gerade auch zum Verhältnis von Frauen und Männern und dazu, wie durch Sport und einen ernsthaften Weg viele Arten von Schwierigkeiten überwunden werden können. Das macht diesen Martial-Arts-Film noch einmal besonders wertvoll.