Die weitestgehend guten Rezensionen hier bewogen mich dazu diesen Film zu kaufen. Ein Fehler - erreicht der Film doch weder in seiner Erzählung, noch in den Kampfsequenzen halbwegs Mittelmaß. Schade eigentlich.
Vorweg: die schauspilerische Leistung von Chad Ortis und der schönen Rebecca Neuenswander sind im Rahmen dessen was der Film hergibt und damit außerhalb meiner Kritik. Dublin's Rolle erinnert allerdings sehr an "Jerry Maguire, Spiel des Lebens", als Manager/Agent, der durch die sportliche Leistung anderer sein Geld verdient und dabei seine Menschlichkeit verliert. Zufällig(?) sieht er Tom Cruise auch noch optisch sehr ähnlich.
Die Handlung, als Versuch einer Mischung aus Fightclub, Bloodsport, Million Dollar Baby und Jerry Maguire, wirkt jedoch - und vielleicht gerade deswegen - immer wieder schlecht durchdacht, zusammengestückelt und irgendwie unvollständig. Selbst die eingebaute Romanze wird zum Schluss - und entgegen aller Möglichkeiten wenigstens hier eine Erinnerungsmarke zu setzen - beiläufig finalisiert.
Nun aber zum für mich Wichtigste. Die 31-Jährige Amazone hätte ganz sicher das Potential für eine weibliche Fightclubverfilmung. Sie ist mit Kampfsport groß geworden, hat ein naturschönes Gesicht und kann schauspielern. Was dann aber in den Kampfsequenzen zusammen geschnitten wird, ist schlicht billig und zeigt nichts vom Können der ehemaligen Teakwondo Weltmeisterin (2000). Zunächst gilt es festzuhalten, dass so gut wie kein Bewegungsablauf klar zu erkennen ist, da die Bilder - vermutlich auf Grund einer fehlenden Choreographie - durch hektische Bewegungen und Schnitte, verwischt oder komplett verdeckt werden. Die wenigen erkennbaren Angriffe incl. dem ein oder anderen Treffmoment wirken dann auch noch laienhaft. Es fehlt die bildliche Überzeugungskraft, wenn schon so ein zierlicher Hüpfer eine dreimal so schwere Kampfmaschine ausschalten soll.
Eine Frau, insbesondere diese hier, kann durchaus einen männlichen - und somit körperlich weit überlegenen - Gegner besiegen. Dafür muss sie jedoch zuallererst lange genug am Leben bleiben - was da heißt: keinen Treffer auf den Punkt einstecken, ständig auf Distanz bleiben, kein Infight, keine Position in Seilen oder Ringecke.
All diese Dinge bleiben hier jedoch unberücksichtigt. Zur Krönung wird ihr dann vor dem Endkampf mit einem Brecheisen eine Hand zertrümmert, womit sie nur noch ein Schlaginstrument zur Verfügung hat, da sie in diesem Film (im Gegensatz zum Teakwondo der realen Rebecca) nur eine Boxerin ist.
Fazit:
Schade. Aber vielleicht öffnet dieser Film Frau Neuenswander die Möglichkeit demnächst in einem wertigeren Film aufzutreten oder zumindest auszuteilen ;-) Würde mich freuen. Obschon sie dabei auf harte weibliche Konkurrenz treffen dürfte. s.u.
Zwei Sterne für die schauspielerische Leistung der beiden Hauptprotagonisten.
Bild: möglicherweise gewollt schlechtes Licht, hohe Körnung.
Ton: gut
Tip:
Wer eine Frau kämpfen sehen möchte, mag sich "Chocolate, süß und tödlich" zu Gemüte führen. Erstklassige Kampfsequenzen, bedingt durch gute (wenn auch in Teilen überzogene) Choreografie, sowie erstklassiger Kampftechnik der Hauptdarstellerin (3. Dan Teakwondo) Außerdem hat der Film, zumindest in den ersten beiden Dritteln, eine schlüssige Handlung.