Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Story von Fight Club ist ebenso eigenwillig wie brillant und schnell erzählt. Im Zentrum des Romans steht ein namenloser, unter Schlafzwang leidender Held, der seine einzige Befriedigung daraus zieht, sich in Selbsthilfegruppen als Gesunder unter Kranken mit erfundenen Gebrechen zu profilieren. Eines Tages trifft er auf den Künstler Tyler, dem er nach der Explosion seines Appartements eine Unterkunft verspricht -- unter der Bedingung, dass dieser ihn brutal zusammenschlägt. Der Spontankampf führt zur Gründung des ersten Fight-Clubs, einer Art brutalem Therapiezentrum für gestrandete Männer: bis sich die Institution verselbständigt und zu einem Hort des Terrors wird
Wer den gleichnamigen Kinoerfolg mit Edward Norton, Brad Pitt und Helena Bonham Carter in den Hauptrollen gesehen hat, wird Chuck Palahniuks Fight Club wie eine Art Eins-zu-eins-Adaption zum Streifen, als Buch zum Film gewissermaßen, verschlingen. Wer nicht im Kino war, hat jetzt die Möglichkeit, bei der Lektüre einen ganz eigenen Film im Kopf entstehen zu lassen. Denn Palahniuk erzählt so bildgewaltig und mit derart vielen originellen Einfällen und überraschenden Wendungen, dass man sich die rasant geschnittene Story trotz einiger abstruser Ideen blendend vorstellen kann. Wie Palahniuks andere Bücher, darunter Der Simulant oder Flug 2039, so ist auch Fight Club ein Meisterwerk der gehobenen Unterhaltungsliteratur: trivial nur für den, dem Spannung und Witz beim Lesen nicht genügen. --Stefan Kellerer
Pressestimmen
"Der Grund, warum Menschen Palahniuks Bücher lesen, sind seine klugen, scharfzüngigen Beobachtungen des Lebens von heute: komische Anti-Liebesgrüße an die moderne Welt." (Time Magazine )
"Mit lakonischer Schärfe knöpft sich Palahniuk thematisch immer wieder aufs Neue die Familie vor und spiegelt in ihr die Verwerfungen der amerikanischen Gesellschaft. Konsequenterweise nannte eine Kritiker Palahniuk den ‚Leichenbeschauer des 20. Jahrhunderts', seine Romane ‚Autopsieberichte einer an Übersättigung verendeten Kultur'. Kollegen wie Bret Easton Ellis trauen ihm sogar die Nachfolge von Ikonen wie Thomas Pynchon und Don DeLillo zu. Im deutschsprachigen Raum dagegen gilt es, den Autor erst noch zu entdecken." (Sonntagszeitung )
Kurzbeschreibung
Klappentext
Der Spiegel
"Der Grund, warum Menschen Palahniuks Bücher lesen, sind seine klugen, scharfzüngigen Beobachtungen des Lebens von heute: komische Anti-Liebesgrüße an die moderne Welt."
Time Magazine
"Mit lakonischer Schärfe knöpft sich Palahniuk thematisch immer wieder aufs Neue die Familie vor und spiegelt in ihr die Verwerfungen der amerikanischen Gesellschaft. Konsequenterweise nannte eine Kritiker Palahniuk den 'Leichenbeschauer des 20. Jahrhunderts', seine Romane 'Autopsieberichte einer an Übersättigung verendeten Kultur'. Kollegen wie Bret Easton Ellis trauen ihm sogar die Nachfolge von Ikonen wie Thomas Pynchon und Don DeLillo zu. Im deutschsprachigen Raum dagegen gilt es, den Autor erst noch zu entdecken."
Sonntagszeitung
Über den Autor
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Er war jung, hatte einen flachen Bauch, trug ein weißes T-Shirt und braune Cowboystiefel mit dicken Absätzen. Die blonden Haare unter einem Strohhut. Ein Gürtel mit einer großen Metallschnalle hielt seine Jeans zusammen. Seine dünnen weißen Arme, glatt und gebräunt wie die Spitzen seiner Cowboystiefel.
Seine Augen mit einem Dickicht kleiner roter Linien geädert. Er sagt, ich soll das Seil nehmen und festhalten - fest. Er zieht am Seil und fängt an runterzusteigen, seine Cowboyabsätze hämmern auf die Stufen, einmal, noch einmal, und noch ein harter, hölzerner Schritt in den dunklen Keller hinab. Er zieht mich in das Dunkel hinunter, sein Atem riecht nach Whiskey, wie der Wattebausch beim Arzt, die kalte Berührung von Alkohol unmittelbar vor einer Injektion.
Noch einen Schritt ins Dunkel hinein, und der Cowboy sagt:
»Regel Nummer eins der Spuktunneltour heißt: Man redet nicht darüber.«
Und ich bleibe stehen. Das Seil hängt wie ein schlaffes Lächeln zwischen uns.
»Regel Nummer zwei der Spuktunneltour heißt«, sagt der Cowboy, sagt sein Whiskeyatem: Man redet nicht darüber...«
Das Seil, die geflochtenen Fasern, ist fest gedreht und liegt fettig glatt in meiner Hand. Ich stehe immer noch, ziehe an dem Seil und sage: Hey.
Aus dem Dunkel fragt der Cowboy: »Was: hey?«
Ich sage, ich hab dieses Buch geschrieben.
Das Seil zwischen uns wird straffer, straffer, straff.
Und das Seil stoppt den Cowboy. Aus dem Dunkeln sagt er: »Geschrieben? Was?«
Fight Club, sage ich.
Und da macht der Cowboy einen Schritt auf mich zu. Das Klopfen seines Stiefels auf der Stufe: näher. Er schiebt den Hut zurück, um besser sehen zu können, stößt mit seinen Augen nach mir, heftig blinzelnd, sein Atem kräftig wie der eines Kesselschmieds, alkomatenkräftig, und sagt:
»Das gab's als Buch?«
Ja.
Bevor es den Film gab.
Bevor Landjugendvereine in Virginia zerschlagen wurden, weil sie Fight Clubs veranstalteten.
Bevor Donatella Versace Rasierklingen in Männerkleidung einnähte und das den Fight Club Look nannte. Bevor Gucci-Models ohne Hemd und mit Veilchenaugen, blutig und bandagiert über den Laufsteg gingen. Bevor Modehäuser wie Dolce & Gabbana ihre neue Herrenkollektion - Satinhemden im 70er-
Jahre-Stil, bedruckt mit Plakatmotiven, Hosen in Tarnfarben, enge, tief sitzende Lederhosen - in schmutzigen Mailänder Betonkellern präsentierten .
Bevor junge Männer sich mit Lauge oder Sekundenkleber Kussmünder in die Hände ätzten.
Bevor junge Männer in aller Welt offizielle Anträge stellten, ihren Namen in »Tyler Durden« zu ändern.
Bevor die Band Limp Bizkit ihre Website mit dem Satz begann: »Dr. Tyler Durden empfiehlt eine starke Dosis Limp Bizkit.«
Bevor ein amerikanischer Bürobedarfslieferant Paketaufkleber mit dem Aufdruck »An Tyler Durden, Paper Street« auf den Markt brachte ...
Bevor in brasilianischen Nachtclubs Faustkämpfe organisiert wurden, bei denen junge Männer sich gelegentlich totprügelten.
Bevor The Weekly Standard »Die Krise der Männlichkeit« ausrief.
Bevor Susan Faludi das Buch Männer: Das betrogene Geschlecht veröffentlichte.
Bevor die Studenten der Brigham Young University für das Recht kämpften, sich an Montagabenden zu prügeln - mit der Begründung, dass aus den Vorschriften der Mormonen kein Verbot ihres »Provo Fight Club« abzuleiten sei.
Bevor der Sohn des Gouverneurs von Utah, Mike Leavitt, weil er in einer Mormonenkirche einen Fight Club organisiert hatte, wegen Ruhestörung und Hausfriedensbruchs vor Gericht gestellt wurde.
Bevor die Zeitung The Onion einen Artikel über »Das Nähkränzchen« brachte, einen Kreis alter Damen, die sich im Kellerraum einer Kirche trafen, um »mit bloßen Fäusten auf ihre Stickrahmen loszugehen«, und »Regel Nummer eins des Nähkränzchens heißt: Man redet nicht darüber.«
Bevor in Saturday Night Live der »Fight-Like-A-Girl-Club« eingeführt wurde.
Bevor Zeitschriften- und Zeitungsherausgeber bei mir anriefen und wissen wollten, wo es in ihrer Gegend einen typischen Fight Club gebe, um dort für eine Insider-Story einen Reporter einzuschleusen, und mir versicherten, mit keinem Wort gegen die Geheimhaltungsvorschriften des betreffenden Clubs verstoßen zu wollen.
Bevor Zeitschriften- und Zeitungsherausgeber mich aufs Übelste beschimpften, weil ich darauf beharrte, dass die ganze Idee der Fight Clubs bloß von mir erfunden sei. Bloß von mir erfunden.
Bevor in politischen Karikaturen der »Kongress-Fight-Club« die Runde machte.
Bevor die Universität von Pennsylvania Tagungen veranstaltete, auf denen Fight Club auf alle mögliche Art und Weise auseinander genommen wurde, von Freud über Puppenspiel bis Ausdruckstanz.
Bevor unzählige »Fuck Club«-Porno-Webseiten auftauchten.
Bevor unzählige Restaurantkritiken unter der Überschrift »Bite Club« erschienen.
Bevor die Firma Rumble Boys ihre Herrenpflegemittel, Schaumfestiger und Gels mit Tyler-Durden-Zitaten anpries.
Bevor man auf Flughäfen scherzhafte Aufrufe hörte wie »Tyler Durden. Tyler Durden bitte ans weiße Servicetelefon .«
Bevor man in Los Angeles Sprüche wie »Tyler Durden lebt« an die Wände gesprüht sah.
Bevor man in Texas T-Shirts mit dem Aufdruck trug: »Rettet Marla Singer«.
Bevor es illegale Inszenierungen von Fight Club gab.
Bevor mein Kühlschrank mit Fotos, die mir Fremde geschickt hatten, voll geklebt war: grinsende, zerschlagene Gesichter, wilde Kampfszenen auf Hinterhöfen.
Bevor das Buch in einem Dutzend Sprachen erschienen war: Club de Combate und De Vechtclub und Borilacki Club und Klub Golih Pesti und Kovos Klubas...
Bevor das alles geschah.
Am Anfang war es bloß eine Kurzgeschichte. Nur ein Experiment, einen langweiligen Nachmittag auf der Arbeit totzuschlagen. Statt jemanden in einer Geschichte von einer Szene zur anderen zu führen, musste es doch auch etwas Schnelleres geben - harte Schnitte. Sprünge. Von einer Szene zur anderen. Ohne dass der Leser auf der Strecke blieb. Jeden Aspekt einer Geschichte aufzeigen, aber nur den Kern jeden Aspekts. Den entscheidenden Augenblick. Dann den nächsten entscheidenden Augenblick. Und den nächsten.
Dazu brauchte ich so etwas wie einen Refrain. Irgendeine eher belanglose Kleinigkeit, die den Leser nicht ablenkte, sondern als Signal für den Sprung zu einem neuen Aspekt oder Blickwinkel der Geschichte dienen sollte.