Ich wurde schon öfters nach Bestimmungsliteratur für Libellen gefragt. Meine Empfehlung umfasst, in dieser Reihenfolge, drei sehr unterschiedliche und jeweils hervorragende Bücher: Bellmann (2007) "Der Kosmos-Libellenführer", Lehmann und Nüß (1998) "Libellen" und eben Dijkstra und Lewington (2006). Beim ersten Durchblättern vom "Field Guide to the Dragonflies of Britain und Europe" traute ich meinen Augen kaum. Es ist das aufwändigste und detaillierteste Tierbestimmungsbuch das ich bis jetzt gesehen habe. Allein schon gemessen an der Vielzahl und Perfektion der zumeist farbigen Zeichnungen ist der Preis sogar erstaunlich niedrig.
Für Anfänger und leicht Fortgeschrittene der kleine, bunte, übersichtliche Bellmann. Wenn man sich schon gut auskennt, aber im Gelände bei heiklen Fällen ganz sicher gehen möchte, der dünne, leichte, sehr detailierte Lehmann und Nüß. Daheim als Bilder- und Kontrollbuch, vor allem aber auf Reisen durch Europa und Nordafrika der schon relativ dicke und schwere Dijkstra und Lewington.
Wenn man die zusammengenommen 70 Euro für alle drei Bücher ausgibt, macht man keinen Fehler.
Eine Korrektur, besser gesagt Relativierung, will ich aber auch noch aufführen. Auf Seite 114 ganz links wird für die Speer-Azurjungfer eine Zeichnung des 2. Hinterleibsegmentes ("S2") gezeigt, die sicher manchmal vorkommt, aber zumindest für Norddeutschland ganz untypisch ist. Auf der Nachbarseite wird eben diese typische S2-Zeichnung für die Mond-Azurjungfer angegeben. Es ist zu befürchten (ein Wort das für Nicht-Libellenkundler in diesem Zusammenhang sicher amüsant klingt), dass es dadurch zu Verwechslungen dieser beiden Arten kommt. In Mitteleuropa sind die S2-Zeichnungen von Speer- und Mond-Azurjungfer mehr oder weniger identisch.