Der Vitae der Autoren entnehme ich, dass die beiden, zwei nicht ganz unbeschriebene Blätter im Münchner Künstlerwald sind und sich ob ihrer gemeinsamen Leidenschaft für dramatisch, melancholische Lyrik entschlossen haben, die Fieberverse, eine Auswahl an Versen, Texten und Photographien, als Duo zu veröffentlichen.
Die Fieberverse erschließen sich dem Leser nicht immer auf den ersten Blick. Vielleicht wird der Kern der Aussagen manchen auch erst nach dem dritten oder vierten Lesen sichtbar. Und doch entfalten die Texte über ihre Kombination und Wortstilistik eine schier atemberaubende Stimmung, die wie Herbstlaub die nahe Kälte, aber auch den klitzekleinen Funken Hoffnung auf Veränderung hinterlässt.
Den Aufbau und Satz des Buches finde ich sehr gelungen. Insbesondere die teils stark überstrahlten S/W-Bilder währen einen eigenen Bildband wert gewesen und verleihen den Versen von Peter Michl und Jens Franke zusätzlichen Nachdruck.
Ein wenig schade finde ich lediglich, dass nirgendwo ersichtlich ist, welcher Vers und welches Foto zu welchem der beiden Verfasser gehört. Aber ich schätze das dies, für meine Begriffe leider, so beabsichtigt ist.
Rundum ein wunderbar schockierend, berührendes Büchlein, dass ich nun schon einige Tage bei mir trage, um mich beim Lesen der Verse von der Stimmung seines Fiebers einfangen zu lassen.