Das Genre "Komödie mit Zombies" war vor circa 5 Jahren ein reichlich skuriles neues Genre (ähnlich dem der Splatsticks in den 80ern), welches mit seinem wichtigsten Film SHAUN OF THE DEAD ein geniales Werk und wie immer viele flaue Nachahmer hervorgebracht hat.
FIDO kann zwar auch als Komödie mit Zombies bezeichnet werden, aber sollte man diesen Begriff hier vorsichtig verwenden, weil sich FIDO nicht mit dem vergleichen kann, was man sich bei diesem Schlagwort normalerweise vorstellt.
FIDO ist schlitweg ein sehr eigenwilliger Film und sicherlich nicht jedermanns Sache - er gehört eher zur Kategorie "ein Fall für sich". In vielem entzieht sich FIDO nämlich einer simplen Einordnung in Schubladen, sondern geht seinen eigenen Weg.
Am ehesten kann man die Machart von FIDO meiner Ansicht nach mit Filmen wie "The Life Aquatic" (dt. "Die Tiefseetaucher") vergleichen.
Hier wie da wird eine skurrile, durchgeknallte, aber mit großer Liebe zum Detail gestaltete Welt präsentiert, und sehr routinierte Schauspieler spielen ihre häufig grotesken Rollen erstaunlich nuanciert und bierernst.
Beide Filme sind Komödien, aber eben weniger auf Gags, Pointen und Situationscomic angelegt - wer wirkliche Schenkelklopfer erwartet wird mit diesen Filmen nicht glücklich. Der Humor, auch bei FIDO, wird eher vom Umstand erzeugt, das in einer völlig absurden Welt auf den ersten Blick spießig-normale Leute vollkommen absurde Standpunkte und Dinge komplett normal finden.
Bei FIDO wird eine Welt präsentiert, die wie eine Kreuzung aus Pleasantville, Lassie, der McCarthy Ära und Dawn Of The Dead daherkommt. In einer unsäglich kitschigen, ringsrum von Zombies belagerten amerikanischen Vorstadt-Idylle arbeiten zahme Untote artig im Garten, glückliche Bürger sind offen nekrophil, die Kinder werden zu Waffendrills in die Schule gerufen (während sie singen "Headshots are the very best!") und ein pseudofaschistischer Konzert kontrolliert das Leben der Bürger.
Klartext: eine Welt, bei der unter einer idyllischen Fassade der völlige Wahnsinn regiert, und jeder bis auf den Protagonisten (ein kleiner Junge) tut so, als wäre alles völlig normal.
Die Ausstattung von FIDO ist in jeder Hinsicht großartig - man hat es verstanden, den unsäglich überzeichneten 50er Jahre Muff wunderschön und mit großer Detailliebe gestaltet. Gleiches gilt für die Schauspieler: vor allem Billy Connolly (bekannt u.a. aus der genialen Komödie Wasser - Der Film") und Carrie-Anne Moss spielen ihre Rollen genial.
Wie gesagt: FIDO ist ein interessanter und sehenswerter Film. Allerdings bin ich mir sicher, dass er für viele Zuschauer ziemlich öde rüberkommt - einfach weil der Film zwar als Komödie gedreht wurde aber große Gags nicht vorkommen sollten. Vieles bei FIDO ist subtil angelegt, und letztlich ist die gesamte Welt dieses Filmes ein einziger Gag. Ich mochte diese Art von Humor, muss aber einräumen, dass ein paar Pointen mehr FIDO nicht geschadet hätten.
Alles in allem ein sehenswerter Film und eine bitterböse Komödie - nicht jedermanns Sache aber liebenswert und eigenständig.