Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen. Wer sich ein eigenes Bild über den Menschen und Politiker Fidel Castro machen möchte und wer Charakter genug hat, sich eine eigene Meinung zu bilden, dem sei dieses Buch empfohlen. Wer sich aber berufen fühlt, in das gleiche Horn wie mancher Journalist oder gewisse Politiker zu stoßen, und nur sieht, was man sehen will, sollte dieses Buch stehen lassen.
Fidel Castro spricht offen über seine Kindheit, die Revolution, sein Verhältnis zu Che, über die vergangene und aktuelle Weltpolitik.
Ignacio Ramonet stellt viele Fragen, die Castro bereitwillig und offen beantwortet. Er weicht keinem Thema aus und zeigt sich hier als neugieriger Gesprächspartner, manchmal auch als Visionär.
Ramonet betont in seinem Vorwort, das er niemanden vorführen und verletzen möchte und er schafft dieses. Bei bestimmten Antworten Castros fragt er nach, aber auf sehr angenehme Art und Weise.
Als Leser erfährt man so Einzelheiten, die einem sonst wahrscheinlich verborgen geblieben wären. Viele bedeutende Ereignisse sind einem bekannt, aber die Hintergründe und Geschichten hinter diesen Ereignissen lassen den Leser eintauchen in die Welt der karibischen Insel.
Nach der Lektüre wird man Kuba, Castro und die Weltpolitik (gerade die europäische und die US-Amerikanische)mit etwas anderen Augen sehen- wenn man nicht blind ist und das US Amerikanische Embargo verurteilen, wie es im letzten Jahr 185 Staaten der Welt es taten.