- Bibliothekseinband
- Verlag: Fischer Verlag (1989)
- ASIN: B0028I9UQW
- Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation
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Dieser Frage sieht sich die Besatzung des Raumschiffes gegenüber, die den Ersten Kontakt mit einer neu entdeckten Spezies herstellen soll. Dabei besteht die Besatzung durchweg aus Wissenschaftlern bis auf eine Ausnahme. Ein Raumpilot gelangt durch einen Unfall der in einer ausführlichen Vorgeschichte (die an sich schon ein eigenes Buch wert wäre) beschrieben wird an Bord des Raumschiffes und wird eher unfreiwillig zum Hauptdarsteller der Geschichte.
In typischer Lem Manier dreht sich die Geschichte um die Menschen und "ihre" Technik, die Menschen und ihr Umgang mit dem fremden und nicht zuletzt um ihren typischen Anthropomorphismus, der ständig bestrebt ist ihre eigenen Eigenschaften auf ihre Umgebung und ihnen Fremdes zu projizieren.
Entfernt an das Meisterwerk "Solaris" erinnernd, stehen sie hier wieder vor einer fremden Macht die von sich aus keinerlei Informationen preisgibt. Das philosophische Element dieser Begegnung kommt hier klar heraus: Die Erkenntisse die wir von etwas gewinnen, was von sich aus keine Informationen hergibt,werden ausschließlich von unseren Fragen bestimmt. Wir erfahren immer nur das, was wir erfragen können - die Art der Frage bestimmt dabei die Antwort und läßt uns über die Hintergründe im Dunkeln. Dabei stellt sich die Besatzung hintergründig nicht nur einmal die Frage: Fragen wir in die richtige Richtung?
Was wir nicht erfragen können - das, an was wir nicht von uns aus denken - das bleibt im Dunkel...
So entwickelt sich die Begegnung zwischen Menschen und Unbekannten zu einer einseitigen - der Gegenüber agiert nicht, er reagiert nur, und manchmal nicht einmal das.
Die Spannung die Lem aus dieser Geschichte zieht ist fesselnd. Aus dem Unwillen aufzugeben entwickelt sich alles in eine Richtung die den Leser miträtseln und miterahnen läßt.
Das Finale ist kräftig und wer Lem kennt der weiß - das Ende des Buches ist erst der Anfang des eigenen Denkens.
Der Gerettete nimmt an einer Expedition zu einem ferne Planeten teil, auf dem die Wissenschaft intelligentes Leben vermutet. Nach der Ankunft wird sehr schnell klar, das der Stand der Wissenschaft dort, dem der Erde gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts entspricht. Die Entdecker werden sehr früh bemerkt. Doch extremes Misstrauen beherrscht die Situation. Der Bordcomputer mit dem vielsagenden Namen GOD hat seine Schwierigkeiten, adäquate Übersetzungen zu liefen: „Die Hilflosigkeit, die GOD vor diesen Tausenden Fotos erkennen ließ, machte dem Menschen bewusst, dass in dieser auf scheinbar absolut objektive Informationsverarbeitung ausgerichtete Maschine dennoch ein Erbteil Athropozentrismus geronnen war." Oder anders: „Man wollte etwas erfahren über eine fremde Vernunft, und man erfuhr, welch enge Geistesverwandtschaft zwischen den Menschen und Ihren Computern bestand."
Auf dem Planeten stehen sich zwei Mächte feindlich gegenüber. Jede Form der Kontaktaufnahme wird als Vorteil für die Gegenseite interpretiert. Man ist nicht an Kontakt interessiert. Auch die Entdecker stehen unter Druck, wollen endlich auf den Planeten, was ihnen immer wieder versagt wird. Die fatale Entscheidung eine Machtdemonstration abzugeben und den begleitenden Mond zu sprengen endet in einer Katastrophe. Alle Beteiligten sprechen sich gegenseitig Vorwürfe aus.
Der Planet hat viele Rätsel; es regnet ständig dort und allem Anschein nach sind die Bewohner auch noch dafür verantwortlich. Alle Begriffe, die mit Bewegung im Zusammenhang stehen, gehen ins Leere. Da fällt doch die Entscheidung, der Protagonist erhält die Erlaubnis den Planeten zu besuchen.
Stanislaw Lem's letztes Romanwerk setzt sich schwerpunktmäßig mit nicht irdischer und künstlicher Vernunft auseinander. Er stellt dabei treffend heraus, das Begriffe nicht eins zu eins übersetzbar sind. Eskimos haben über einhundertfünfzig Begriffe für Schnee. Eine fremde Rasse, für die Eigenbewegung unbekannt ist, dürfte für die Menschheit vor unvorstellbare Dialogprobleme stellen, an denen sich selbst unsere Computer schwer tun. Der Roman ist spannend und kompakt geschrieben. Neben Solaris sicher eines der besten Werke von Stanislaw Lem.
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