Auch dieser 2. Roman von Kertész ist stark autobiografisch und erzählt von dem „Fiasko", das den „Alten" ereilt, nachdem a) sein „Roman eines Schicksallosen" vom Verlag abgelehnt wird, und b) der Autor sich nach Abschluß einer über 10-jährigen schriftstellerischen Arbeit an dem „einzigen ihm möglichen Roman" in einen leeren Raum geworfen sieht. Zu keiner anderen Arbeit als dem Schreiben taugend, entschließt sich der „Alte" schließlich, das Fiasko selbst zu thematisieren in einem in das Buch eingebundenen Roman. Darin wird das sinnentleerte Dasein des Herrn Steinig in einem Überwachungsstaat (gemeint ist das kommunistische Ungarn) geschildert, der aus dem „Ausland" kommend, sich in dem inzwischen verwandelten Land nicht mehr auskennt. Auch andere Personen scheitern, einziger Rückzugsraum scheint die „Südsee" zu sein, eine Kneipe, in der Steinig essen geht, und wo er sich noch am ehesten aussprechen kann. Steinig wird heimkehrend zunächst als Redakteur gefeuert und zu einem Schlosserdasein verknackt, dann rehabilitiert. Jedoch ist dann die Redakteurstätigkeit beschränkt auf sinnlose Artikel, die er selbst nicht recht versteht. Noch einmal wird er gefeuert, dann zum Militär eingezogen. Wiederum muß er als Aufseher in einem Militärgefängnis einer sinnlosen Tätigkeit nachgehen, wird er „gelebt". Als schließlich das Regime abgeschafft und die Freiheit möglich wird (der Roman erschien 1988 !), kann er nicht das Land verlassen, weil er noch „seinen Roman" schreiben muß, der dann auch zunächst abgelehnt, später angenommen wird. Zuletzt sehnt er sich als arrivierter Autor fast schon zu seinem „Fiasko" zurück, das sich mit den Jahren abnutzt wie der Stein, den Sisyphos immer neu den Berg heraufrollte. - Mit diesem schönen Bild endet das Buch, das sicher ein wichtiges Zeitzeugnis darstellt, aber natürlich nicht an den „Roman eines Schicksallosen" von Kertész heranreicht. (11.04.03)