Ohne Zweifel ist "Fever Dream" eine Steigerung zu den vorhergehenden Romanen aus der Pendergast-Reihe: Ein sehr interessanter origineller Plot, das Buch beginnt sehr spannend und steigert sich kontinuierlich. Deshalb gebe ich auch für die erste Hälfte des Thrillers uneingeschränkte 5 Punkte.
Die Charaktere und Örtlichkeiten werden wie immer akribisch beschrieben und man kann richtig in die Geschichte eintauchen und mitfiebern.
Aber: Der zweite Teil zieht sich - deshalb von mir nur 3 Sterne für den 2. Teil. Es kommt einem fast vor, als ob die Autoren nicht wüßten, wie sie den Thriller abschließen sollten. Der Showdown zieht sich länger als notwendig und der Schluß ist auch wenig originell.
Leider kommt auch das Thema Gentechnologie und Vogelgrippe zu kurz - hier hätte man ruhig noch etwas mehr ins Detail gehen können - und dafür gerne den Showdown kürzen können.
Was unseren FBI-Agenten angeht, so muß ich den Vorrezensenten widersprechen: Ich finde nicht, dass Pendergast in diesem Roman "menschlicher" erscheint. Die Autoren hatten ihm zwar eine Frau verpasst, aber er bleibt genauso kühl, unnahbar, unfehlbar wie in den vorhergehenden Romanen. Keine Spur von menschlicher Wärme, kein Humor, keine nachvollziehbaren Gemütsregungen. Er will zwar im Zorn die Mörder seiner Frau töten, aber wo bleiben Gefühle wie Liebe, Trauer - warum zeigt man ihn nicht endlich mal als "normalen" Menschen, der trauern und weinen kann und auch mal Fehler begeht ?
Er bleibt der fast unmenschliche, mysteriöse "Superdetective", eine Mischung aus Superman und Dracula (silberne Augen, fahle blasse Haut, schwarzer Anzug, lange, spinnenartige Finger....). Meiner Meinung nach wäre es mal Zeit für neue unverbrauchte Charaktere.
Aber trotz allem ein überdurchschnittlich guter Thriller - Preston Child als Duo verstehen einfach ihr Handwerk, man hat an sie aber auch höhere Erwartungen.
Lesenswert!