Vorliegender Roman ist auch der persönlichste aus der ganzen Pendergast-Reihe; nach über zwölf Jahren findet Special Agent Pendergast heraus, dass der Tod seiner Frau kein Jagdunfall, sondern kaltblütig inszenierter Mord war. Im Laufe seiner weiteren Recherchen wird Pendergast auf eine harte Probe gestellt, da er nun ein Bild seiner Frau kennenlernen muss, das ihm vorher gänzlich unvertraut war.
Nicht genug damit, er zieht auch dié Aufmerksamkeit obskurer Kreise auf sich, die das Vergangene um jeden Preis begraben sehen wollen-selbst wenn dadurch einige Lebende mitbegraben werden..
Umgab Special Agent Pendergast in den vorherigen Romanen eine Aura der Unnahbarkeit, bzw.Unfehlbarkeit, so lernen wir in "Fever Dream" einen hochsensiblen, verwundbaren wie skrupellosen Agent Pendergast kennen, der sich nicht um die Grenzen von Gesetz und Legalität schert, wenn es darum geht, alte Rechnungen zu begleichen. Gleichzeitig stellt das Autoren-Duo implizit die Frage nach der Ethik in der medizinischen Forschung: wie weit dürfen Forschende gehen, wenn es gilt, ein revolutionäres Heilmittel auf den Markt zu bringen? Rechtfertigen maximale Profite wirklich alles?
Wie weit darf ein Individuum gehen, um sein Recht zu erhalten-oder das, was es für rechtens hält? Die Nähe zu John Connolly
The Reapers , aber auch zu James Rollins
Altar of Eden ist in diesem Roman unübersehbar.
Diese komplexe Fragenstellung, aber auch der Old South-Flair des Romans verdienen satte fünf Punkte und eine unbedingte Kaufempfehlung für alle Preston/Child-Fans und Freunde anspruchsvoller Thriller!