Die Lektüre dieses Buches ist sinnvoll, denn man erfährt eine Menge über sich.
Wie gross ist mein Durchhaltevermögen, wenn ich keine Ahnung habe worum es eigentlich geht? Wie hoch ist meine Frustrationstoleranz bei fehlenden Handlungssträngen? Und wieviele Schilderungen sexueller Abartigkeiten kann ich vor der nächsten Mahlzeit noch ertragen?
Sicherlich viel der Substanz dieses Werkes ist dem Zeitgeist der Entstehung und der Aids-Analogie geschuldet, aber das wird leider nicht klar aufgezeigt, sondern geht in der wirren Erzählweise unter.
Die angerissenen Thematiken sind zwar spannend, besonders die Reinkarnation und Hypnose, aber leider verschwimmen diese in den Rückblenden.
Für mein Empfinden ist auch das Gefälle zwischen den einzelnen Passagen der Rückführung (50er Jahre, 18Jhrd., 17Jhrd. usw.) extrem stark.
Kann der Autor die 50er noch erstaunlich lebendig und greifbar wirklen lassen, wird er auf seiner Reise in die Vergangenheit plump und holzschnittartig. Dies wird versucht durch Fakten, Daten, Zahlen und historische Einordnung zu kompensieren, macht das ganze aber nur zäh und unheimlich schwer zu lesen.
Positives zum Schluss: Das Thema ist interessant und erzeugt soetwas wie ein ganz eigenes Feeling, dass gerade zu Beginn packend sein kann, aber leider nimmt das Buch im Verlauf immer stärker ab. Das ging soweit, dass mich das Ende schon kaum noch interessiert hat.