Feuervögel spielt wieder im Kantaki Universum und Brandhorst beweist einmal mehr seine Klasse als SF-Autor wie er altbekanntes aus der "Kantaki-Trilogie" mit seiner neuen Story vermischt ohne sich dabei selber zu kopieren.
Warum ich mich mit den beiden Hauptprotagonisten Tako und Dominik nicht so verbunden gefühlt habe wie mit Diamant und Valdorian liegt wahrscheinlich daran, dass mich Dominik einfach zuviel an Paul Atreides erinnerte und mich bei Tako einfach der Name fürchterlich gestört hat.
Ganz besonders hoch anzurechnen ist Andreas Brandhorst, dass es Ihm gelingt die Handlung seiner Protagonisten fast immer schlüssig zu erklären ohne dabei ständig einen Deus ex Machina zu bemühen, wie es leider gerade in der SF sehr, sehr oft vorkommt.
Das die Menschheit und ihre Verbündeten einen ausweglosen Kampf gegen eine überlegene Außerirdische Spezies (in diesem Fall die Graken) führen ist als Story sicher nicht neu,ist jedoch der Qualität des Romans überhaupt nicht abträglich.
Aber als langjähriger Leser dieses Genre ist es eine Freude zu sehen wie spannend, logisch und handwerklich perfekt Andreas Brandhorst die Geschichte erzählt.
Das hier der Autor ein Universum beschreibt, dass nicht eine 1 zu 1 Kopie der USA in Galaktischen Dimensionen ist, hat mir ganz besonders gut gefallen.
Leider ein Umstand der einem ständig bei amerikanischen Autoren begegnet.
Brandhorst schafft es mit vielen Kleinigkeiten, die anscheinend einfach spielerisch in den Text einfließen ( z.B. Servi statt Computer), ein Universum zu schaffen, dass seine Leser gefangen nimmt und stundenlang zu fesseln vermag.
Trotz einiger versteckter Anspielungen auf die Kantaki - Trilogie muss man diese vorher nicht gelesen haben. (Sollten Sie diese noch nicht gelesen haben, bitte holen Sie es unbedingt nach).
Alles in allem hat Brandhorst ein weiteres Mal bewiesen welch guter Autor er ist, der nicht einmal von verantwortungslosen Klappentextschreiberlingen um die Früchte seines Erfolgs gebracht werden kann. Die Auflösung eines Spannungsbogens im Klappentext ist entweder Leserverhöhnung oder schlichtweg der Dummheit des verantwortlichen Redakteurs zuzuschreiben.
Leider ist dieser dumme Klappentext kein Einzellfall sondern fast schon Usus bei Heyne.
Höfliche Anfragen meinerseits an den Heyne Verlag, weshalb hier nicht mit mehr Sorgfalt vorgegangen wird, wurden bisher leider mit Ignoranz gestraft.
Auf alle Fälle ist Feuervögel wieder eine absolute Kaufempfehlung für alle Freunde von hervorragender SF.