Schon der erste Absatz stimmt einen voll und ganz auf diesen durchweg spannenden Krimi ein: "Als sie die Innenstadt verließ, fuhr sie an ihrem eigenen Foto vorbei. Sie lächelte mit durchbohrten Lippen von dem zerstörten Plakat herunter, das neben einer stillgelegten Tankstelle hing und für die Veranstaltung warb, auf der sie in ein paar Tagen reden sollte: Keine Angst! Sichere Stadt. Sie sah nur flüchtig hin, summte ihr Lieblingslied. Miststück stand über ihrem Namen, mit schwarzem Filzstift hingekritzelt, darunter ein krakeliges Kreuz." Zu Beginn scheint alles offensichtlich zu sein, es gibt ausreichend vermeintlich klare Hinweise auf das Tatmotiv und die Täter, aber mit jedem Kapitel tun sich mehr Fragen auf als es Antworten gibt und das Ganze wird immer verwickelter. Selbst das Ende läßt einen (trotz Auflösung) noch denken: Und nun????
Hinzu kommt auch, dass es hier keine klare "Gut-Böse-Zuordnung" gibt (zumindest bei dem eigentlichen 'Hauptverbrechen') wie in den meisten Krimis, was beim Lesen immer wieder dazu führt, dass man denkt: 'Das kann doch unmöglich sein....'.
Erzählt wird das Ganze nicht (nur) aus Ermittlersicht, die im übrigen auch nur eine Nebenrolle spielen, was in etwa ihrem Beitrag zur Lösung des Falles entspricht. Die Perspektiven wechseln zwischen mehreren Personen hin und her, wodurch immer wieder kleine neue Puzzlestückchen auftauchen, die je nachdem zur Erhellung oder aber Verwirrung beitragen.
Alles in allem einen richtig guter, spannender Krimi, den man nur schwer aus der Hand legt.