Helene Tursten gehört zu den wenigen Frauen in der vordersten Reihe der skandinavischen Krimiautoren. Die Hauptfigur ihrer Romane, Inspektorin Irene Huss, steht mit beiden Beinen fest im Leben, auch wenn der Spagat zwischen einem fordernden und oft belastenden Beruf, Haushalt, Ehe und zwei heranwachsenden Töchtern nicht leicht fällt.
Einen guten Inhaltsabriss finden Sie oben in der Amazon-Kurzbeschreibung.
Mein Eindruck: Viele Situation in diesem Roman sind packend, doch er hat wenig von der ständig atemlosen Spannung vieler anderer skandinavischer Krimis: Das psychologische Moment steht im Vordergrund, vor allem jene Abgründe, die sich in scheinbar gewöhnlichen Menschen auftun können und erst recht in einer Persönlichkeit, die sich ohnehin am Rand des Abnormen befindet und plötzlich vom Strudel schrecklicher Ereignisse fortgerissen wird, die sie restlos überfordern. Manchmal droht allerdings das Krimi-Element des Romans ein bisschen in der Sozialkritik und Psychologie unterzugehen.
Die Handlung ist klar strukturiert und logisch. Wie üblich kommen der tüchtigen Inspektorin beim Ermitteln private Probleme in die Quere - ein Aspekt, der sie so sympathisch macht. Der Handlungsfaden geht dabei nicht verloren, jedoch kommen die oft zu langgezogenen Brüche in der Spannung nicht unbedingt gut an.
"Feuertanz" ist insgesamt ein lesenswerter Krimi, wenn auch nicht der größte Wurf der Autorin.
Übrigens: Die Romane um Irene Huss bilden zwar so etwas wie eine Reihe aus Fortsetzungen, aber man kann jederzeit "neu einsteigen", ohne sich mühsam orientieren zu müssen.