Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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50 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das gibt kein Happy-End - überhaupt keins!, 14. Januar 2008
Durch einen dummen Klickfehler bei der Bestellung des Buches (eigentlich wollte ich ja Kriegsklingen haben - denn normalerweise lese ich die Bücher von Anfang an - erhielt ich am darauf folgendem Tag Feuerklingen geliefert.
Da bei mir aber absoluter Lesestoffnotstand herrschte, entschloss ich mich einfach einmal in Feuerklingen rein zu lesen und ich sage ehrlich - ich hatte nicht wirklich hohe Erwartungen an das Buch, sondern erwartete mal wieder einen Klon der gängigen Fantasy-Literatur, wie ich ihn leider viel zu oft in die Hand bekommen hatte.
Was sollte schon groß Neues passieren? fragte ich mich damals. Vielleicht die 100. Quest nach irgendeinem Artefakt, welches die Menschheit, die Orks oder sonst wen vor der endgültigen Vernichtung in letzter Minute durch Heldenhand geschwungen rettet? Ein Ring der gefunden, ein Schwert, welches wieder einmal neu geschmiedet werden muss, eine gemischte Mannschaft, die sich trotz aller Schwierigkeiten, mal wieder in einem haarsträubenden Showdown (inkl. der üblichen Opfergänge) die Welt rettet. Ich wusste es wirklich nicht. Die Kritiken waren gut - aber was heißt das heutzutage schon. Manchen gefällt halt Hohlbein. Jedem das seine. Ich jedenfalls ziehe Martin und Erikson als Autoren vor. Daher meine große anfängliche Skepsis.
Nun gut, ich begann zu lesen und auf den ersten Seiten dachte ich wirklich: Das hier, dass geht ja gar nicht. Die Erzählweise kam mir so karg vor, dass ich dachte hier hätte ein 10klässer seine ersten Schreibversuche im Fantasy-Bereich abgeliefert. Nur langsam kam ich überhaupt in das Buch hinein ... verstand aber nach und nach worum es in diesem Buch überhaupt ging. Nein, nicht um die nächste Quest (obwohl ich natürlich auch zunächst entsetzt feststellte, dass auch hier wieder eine gemischte Truppe auf der Jagd nach einem Artefakt unterwegs war), sondern um die Akteure in diesem Buch. Ihre Beweggründe und ihre Geschichte. Warum sie tun, so wie sie es tun und warum sie oft nicht anders können. Der Stil ist Buches wurde immer rauer, fast ungeschliffen möchte ich sagen, aber irgendwann bekam die Geschichte gerade dadurch seinen besonderen Reiz. Hier stand nicht die Quest im Vordergrund, sondern die Charaktere erwachten zu einem sehr interessanten Leben. Ihre Sichtweisen der Dinge, ihr Handeln und wie sie aufeinander und auf die Geschehnisse reagieren, machen das Buch zu einem sehr erfrischenden Leseerlebnis. Irgendwie haben alle einen ganz furchtbar an der Waffel, haben eine Vergangenheit die sie geprägt hat, die sie zu dem gemacht haben wie sie heute sind. Die Geschichte wird mit jeder Seite düsterer und hoffnungsloser für die Akteure. Einige reagieren nur noch auf die Ereignisse, die sie gewalttätig zu überrollen drohen. Der Platz für eigene Aktionen wird immer geringer. Mir kommt das alles wie das letzte Stolpern vor dem Abgrund vor. Verzweifelte Taten, die nur noch den einen Sinn haben - nämlich zu überleben. Koste es was es wolle und wenn es der letzte Funke Ehre wäre.
Mittlerweile habe ich natürlich Kriegsklingen gelesen. Was mir nach der Lektüre des ersten Bandes natürlich auffällt ist, dass nach dem ersten (fast humorigen) Band, die Stimmung des Buches gewaltig abdriftet. Nämlich zu einem düsteren Überlebenskampf der Akteure. In Feuerklingen werden die sorgsam aufgebauten Akteure schonungslos demontiert (und das gefällt mir außerordentlich gut. Was quasi im Szenario Sonnenschein (Kriegsklingen) begonnen hat, wird in Feuerklingen zu einem emotionalen Dauerregen. Und meiner Meinung nach ist das nur das Plätschern vor dem großen Unwetter, welches über die Akteure im dritten Band hereinbrechen wird. Und wer dieses am Ende überlebt - das kann und will ich nicht voraussagen müssen.
Jedenfalls bin ich gespannt darauf. Eigentlich sind mir alle sehr ans Herz gewachsen, in Ihrer Art, in Ihrer Ruppigkeit oder Verschrobenheit. Aber mein Gefühl sagt mir: Das gibt kein Happy-End - nicht weil ich den Akteuren Schlechtes wünschen würde. Nein, vielmehr wünsche ich mir seit langer Zeit einmal wieder, dass diese Geschichte - warum auch immer - irgendwie doch noch gut ausgehen wird. Denn ich mag sie wie gesagt alle - so wie sie sind, mit ihren Fehlern, Marotten, ihrer Angst und ihrem Überlebenswillen. Aber würde ich Logan, den Barbaren danach fragen, wie er denn die Chancen für sich und die anderen sieht, würde er wahrscheinlich antworten: Nachtfrost - auch für dich wird es Zeit, dass du beginnst die Dinge realistisch zu sehen.
Kriegsklingen/Feuerklingen ist ein erfrischender Lichtblick in der modernen Fantasy. Selbst für mich, der wirklich schon sehr, sehr viel Fantasy gelesen hat. Einem Leser, der sich im Normalfall lieber auf die Unberechenbarkeit eines George Martin oder Steven Erikson einlässt, als das er sich den 20ten Aufguss einer einstmals guten Idee antut. Bei diesen Büchern macht mir diese Berechenbarkeit der Story ein wenig Angst um die Helden - denn dieses eine Mal - nach langer Zeit - möchte ich mal die Dinge nicht so realistisch sehen.
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82 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kaum aus der Hand zu legen. , 27. September 2007
Auch wenn die vorangegangen Rezessionen schon all das gesagt haben, was man eigentlich sagen muss, wollte ich dennoch ein Kommentar zu dem Buch abgeben.
Wem der Stil Abercrombies in seinem ersten Buch schon gefallen hat, der wird im zweiten Buch nicht enttäuscht werden. Es geht düster zu, sogar noch düsterer als im 1. Band. Von allen Seiten wird die Union bedroht, doch anstatt sich dessen bewusst zu sein herrscht sogar noch ein innerer Kampf im Land. Intrigen zwischen dem inneren Rat der Union und Rivalitäten unter den Generälen machen eine Aussicht auf Sieg sogar noch unmöglicher.
Da ist es gut, dass es noch Helden gibt - würde man vielleicht sagen - aber
in Feuerklingen gibt es keinen übermächtigen Helden, der die Reihen der Gegner niederwalzt. Es gibt kein Gutes, das über das Böse triumphiert. "Man muss realistisch sein." - würde Logan wahrscheinlich seinen Vater zitieren. Der Krieg wird hier als dreckiges Geschäft dargestellt, wo die Moral nur noch wenig zu sagen hat. Nicht das Anständigste wird getan, sondern das Nötigste um zu überleben. Insbesondere durch die Charakterentwicklung kommt dieser Aspekt zum Tragen. Luther, der den Krieg als ein Geschäft sieht, wo man nur Ruhm gewinnen kann, merkt im westlichen Kaiserreich schnell, dass es eigentlich ein düsteres Geschäft ist. Logan, der in seinem Leben nichts anderes tut, als gerade diese düsteren Geschäfte zu erledigen, gibt dagegen eine andere Sichtweise - Er ist des Tötens überdrüssig und erkennt welch sinnloses Geschäft er sein Leben lang betrieben hat, nur weiss er nicht was er Anderes tun soll bzw. kann. Ferro dagegen will nur ihre Rache - zumindest glaubt sie das. Insgesamt ist die Konstellation der Charaktere eine dermaßen ausgefallene, sodass man sich manchmal fragt wie der Autor es eigentlich fertig gebracht hat, eine solch faszinierende Truppe zu erschaffen. Jeder Charakter (Von Glotka bis West) hat seine eigene Sichtweise und wird ständig mit Ereignissen konfrontiert, die diese Sichtweise durcheinander bringen, sodass sie sich anpassen müssen. Aber gerade dieses Anpassen fällt den Wenigsten leicht - wie im richtigen Leben halt - Sie machen ihre Erfahrungen und lernen daraus, manchmal langsam, manchmal schnell und manchmal gar nicht. Insbesondere der "düstere" Inquisitor Glotka ist eine Gestalt, die mir glaube ich noch ewig in Erinnerung bleiben wird. Seine abgestumpften Gedankengänge und seine sarkastische Art haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht - wobei ich immer wieder gehofft habe, dass doch etwas sein "schwarzes" Herz erwärmen könnte - vergeblich ?
Insgesamt hat Joe Abercrombie das geschafft, was er sich vorgenommen hat. Ein Fantasy Buch zu schreiben, wo realistische Dialoge zu lesen sind, wo es kein einfaches Gut oder Böse gibt, sondern es stets auf den Blickwinkel ankommt und wo es Charaktere gibt die eine Tiefe und eine Komik haben wie man sie selten in anderen Fantasy Romanen findet.
Schon jetzt gehört Abercrombie zu meinen absoluten Lieblingsautoren, weil ich genau die Art von Fantasy-Romanen schätze.
P.S.: Ich hoffe die Rezession konnte weiterhelfen und dass meine Rechtschreibfehler nicht überdimensionale Maße angenommen haben.
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Düster und dennoch humorvoll - einfach großartig!, 7. September 2007
Die Witze werden weniger im zweiten Band der Klingen-Trilogie, dafür gibt es mehr Blut, Dreck und menschliche Abgründe. Zentrale Themen sind Orientierungslosigkeit und Scheitern - das Scheitern sich zu ändern, obwohl der Wille dazu vorhanden ist, das Scheitern bei wichtigen Aufgaben, obwohl man alles gegeben hat. Manchmal ist das Beste nicht gut genug und die Seite, für die man gekämpft hat, stellt sich als ebenso verwerflich heraus wie der Gegner.
Dass sich das Buch dennoch gut lesen lässt und den Leser nicht in Depressionen stürzt, liegt am geschliffenen Stil des Autors, der die Geschichte mit hohem Tempo vorantreibt und actiongeladene und intime sowie düstere und humorvolle Momente miteinander abwechselt. Besonders beeindruckend ist wie Abercrombie mit den 6 Erzählperspektiven jongliert die Übergänge sind noch flüssiger geworden und treiben Handlung und Charaktere voran. Jede ist interessant und jede wird zum perfekten Moment perfekt eingesetzt, was nicht einfach ist, wenn mehrere P-Charaktere ein und denselben Handlungsstrang teilen. Mindere Charaktere wie Ferro, West oder Dogman kommen zu mehr Geltung, alte Lieblinge wie Logen, Glotka und Jezal faszinieren stärker denn je und sie alle durchmachen schmerzvolle Erfahrungen.
Die Handlung selbst ist simpel (Quest nach dem "Samen" und Invasionsabwehr der Nordmänner und der Südländer), doch das Innenleben der Charaktere und ihre Beweggründe geben ihr eine Tiefe, die bei anderen Büchern fehlt, und sorgen für einige Überraschungen. Würde die Handlung ebenso verworren sein wie das Innenleben der Charaktere, würde das meines Erachtens dem Buch sogar schaden, weil es zusammen mit den zahlreichen Perspektivenwechsel den Leser (bzw. die meisten) viel zu kompliziert würde. Diese Trilogie ist charaterorientiert geschrieben und man sollte das genießen.
FEUERKLINGEN ist ein großartiger zweiter Band in einer großartigen Trilogie und gehört mittlerweile zu meinen Top-Ten Fantasyzyklen.
Inquisitor Glotka hat ein Problem. Er sitzt in einer Stadt fest, die jeden Moment von feindlichen Streitkräften überrannt werden könnte, und muss den Mord seines Vorgängers aufklären. Den Verantwortlichen in der Union geht es dabei nicht um Gerechtigkeit oder Menschenleben, sondern um politische Vorteile.
Auch im Norden sterben tausende Menschen aufgrund innerpolitischer Zwistigkeiten. Die Union ist nicht in der Lage den Nordmännern eine geeinigte Front zu zeigen und König Bethod eilt von einem Sieg zum nächsten. Major West tut sein Bestes um den Kronprinz Ladisla zu unterstützen, doch der Prinz ist ein eitler Geck und seine Armee eine Schande.
Inzwischen haben sich Logen, der Barbarenkrieger, Captain Jezal und die ehemalige Sklavin Ferro unter der Führung des Magiers Bayaz auf die Quest nach dem "Samen" begeben, einem geheimnisvollen Artefakt, das Khalul und seine Menschenfresser vernichten soll. Doch der Magier ist nicht so edelmütig wie er scheint und verbirgt dunkle Geheimnisse.
Trilogie: KRIEGSKLINGEN, FEUERKLINGEN, KÖNIGSKLINGEN
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