Die Autorin beschreibt ihre Lebensgeschichte. Sie ist ein äthiopisch-eritreischer Mischling, wurde von ihrer Mutter ausgesetzt, vom Vater als Kindersoldatin zur ELF geschickt und gelangte schließlich nach Deutschland. Sie löst sich von ihrem tyrannischen Vater und wird selbständige Künstlerin.
Die Geschichte Senaits ist sicherlich sehr interessant. Leider gelingt es der Autorin an keiner Stelle, mehr in die Tiefe zu gehen und Zusammenhänge, Gefühle oder Ideen zu entwickeln. Ihr wahres Leben, ihre eigentlichen Kämpfe und wie sie sie überwindet, bleiben stets im Dunkeln.
Jedes der einzelnen Kapitel hätte die Vorlage für eine mitreißende Erzählung oder Darstellung liefern können, stattdessen wird nur ganz oberflächlich ein unzusammenhängendes Bild der jeweiligen Lage geliefert.
Wer tiefere Informationen über die Autorin oder die Länder, in denen sie gewesen ist, erwartet, wird enttäuscht. Zum Beispiel werden die politischen Kenntnisse der Autorin über ihr eigenes Land und Äthiopien zusammengefaßt in der Phrase, daß es sich wohl um Diktaturen handele - eine Erkenntnis, die dem interessierten Leser schon vor der Lektüre klar war.
Auch die Erfahrungen der Autorin im deutschen Musikgeschäft werden nur "angekratzt" und vermitteln im wesentlichen überhaupt nichts.
Das Buch liest sich wie ein Interview, bei dem die falschen Fragen gestellt werden; leider ist das Buch letztlich eine verpaßte Chance.
Zum Vergleich: Wer "Rote Azalee", eine ähnliche Geschichte einer jungen Chinesin, kennt und schätzt, dem wird "Feuerherz" als oberflächliche Darstellung zu wenig bieten.