konnte ich diesem Buch nur sehr, sehr wenig abgewinnen. Es hat mich nicht nur gelangweilt, sondern ich habe mich zwischendurch
auch geärgert.
Die Story nur ganz kurz:
Die Antiquitätenhändlerin Gabriele Doberstein hat sich auf die Beschaffung wertvoller Gemälde spezialisiert- und um daran zu gelangen, ist ihr fast jedes Mittel recht.
Und Sina, die Freundin, muß ihr dabei helfen. Eines Tages stößt das Frauenduo auf vielversprechende Unterlagen. Die Spur führt auf die Ostseeinsel Usedom, wo sich in einem Nazi-Bunker bei Peenemünde eine Schatzkammer verbergen soll. Kunstwerke gibt es zwar keine, aber die beiden Frauen beobachten Unbekannte, die sich an denn scheinbar verrotteten Schalt- und Steueranlagen der verborgenen Festung zu schaffen machen - und diese Fremden nehmen Kontakt zu einer Rakete in der Erdumlaufbahn auf ... zu einer Rakete, die in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs von Peenemünde aus gestartet sein muß. Eine Katastrophe bahnt sich an...
Diese ganzen Hintergründe zu Peenemünde, der Rakete damals und all dem, was damit zusammenhängt - sicher hat der Autor gut recherchiert, das will ich ihm nicht absprechen und das wird hier in diesem Buch sehr, sehr detailliert dargestellt- für meinen Geschmack allerdings viel zu ausführlich. Wer an dieser Zeit und diesem Thema Interesse hat, wäre mit meinem Sachbuch ohnehin besser bedient.
Viel wichtiger hätte ich es gefunden, wenigstens einen Hauch Ahnung von "den Bösen" zu bekommen, die da im Bunker hantieren (wer, warum und vor allem, mit welchem Ziel...) - aber so?
Das Ganze ist nun zwar als Trilogie angelegt und der Autor verspricht auch, daß im letzten Band alles aufgeklärt wird, vor allem die Hintergründe - nur, was nützt das schon, wenn schon der erste Band überhaupt nicht zum Weiterlesen reizt? Bisher konnte ich auf jeden Fall nichts von einer politischen Verschwörung (der Autor auf seiner Homepage zu dieser Trilogie) feststellen.
Massiv gestört hat mich auch die Art und Weise, wie diese zwei "dynamischen" Frauen bzw. ihre Freundschaft dargestellt werden. Die eine konservativ, kompetent, aufbrausend, egoistisch, mit Hang zum Autoritären - die andere fröhlich, ungezwungen, etwas unselbstständig, praktisch veranlagt. Ein Altersunterschied von ca. zehn Jahren und eine Freundschaft, die in meinen Augen keine ist, so wie der Autor das angelegt hat. Welche Frau würde sich mitten in der Nacht zwei-dreimal von ihrer Freundin anrufen lassen (keine Notlage...), die dann nur den Hörer aufknallt und die Freundin auf den nächsten Tag vertröstet "morgen früh erfährst Du warum ich mich so verhalte"....
Und dieser "Trend" des gegenseitigen Beleidigens, Besser-Wissens, Schluckens und dann "zurückhauens" auf andere Art zieht sich leider durch das ganze Buch - was daran "beste Freundschaft" sein soll, konnte und kann ich beim besten Willen nicht erkennen.
Ich werde also den nächsten Band dazu sicher nicht lesen. Auch das jeweils minimal angerissene Privatleben der beiden Heldinnen reizt mich in keinster Weise dazu .
"Feuerfrauen" erschien übrigens als erstes Buch des Autors bereits 1997 unter dem Titel "Zwei Frauen gegen die Zeit" beim Reclam Verlag.