Zwei Alchemisten bieten Cromwell an, ihnen das Geheimnis des griechischen Feuers abzukaufen, einer schrecklichen, alles vernichtenden Waffe, deren Rezeptur seit Jahrhunderten als verschollen gilt. Cromwell zwingt einen unwilligen Matthew Shardlake, sich der Sache anzunehmen, und Shardlake gerät in einen Strudel an Verschwörungen, Verbrechen und Morden, der sich im Kampf um die Superwaffe entspinnt. Dabei stellt ihm Cromwell den zwielichtigen jungen Haudegen Jack Barak als Helfer zur Seite...
"Feuer der Vergeltung" hat mich von der ersten Seite an nicht mehr losgelassen. Was die Spannung entscheidend erhöht hat, war das hohe Tempo - Shardlake und Barak haben nur wenige Tage Zeit, um das Geheimnis des griechischen Feuers zu lösen. Mir hat ganz besonders gefallen, dass die Handlung auf London beschränkt ist, und der Autor schafft es, London in jeder Facette zum Leben zu erwecken - ich kann mich an keinen historischen Roman erinnern, der die Vergangenheit in all ihren Einzelheiten so sehr lebendig hat werden lassen! Und dieses vibrierende, schillernde London wird der dreidimensionale Hintergrund für Shardlake und Barak auf ihrer gefährlichen, mitreißenden Suche quer durch alle Schichten und Lokalitäten der Londoner Gesellschaft.
Shardlake ist ein einmaliger und hochkomplexer Charakter, ein genialer und wagemutiger Wurf für einen Protagonisten, der die geschichtlichen Vorgänge auch klug aus seiner eigenen Zeit und seinen eigenen Wertvorstellungen heraus zu reflektieren und kommentieren weiß. Mit Jack Barak hat er nun eine Figur an die Seite gestellt bekommen, die in seiner Cromwell-Treue und mit ihrer physischen Präsenz eine ganz eigene Dynamik ins Spiel bringt und sich trefflich immer wieder mit dem kopflastigen Shardlake reibt.
"Feuer der Vergeltung" ist Lesevergnügen pur und für mich der gelungenste Band aus der Shardlake-Reihe. Ein Must-Read! 6 Sterne.