Gebraucht kaufen
Gebraucht - Gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 2,99

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Feuer: Roman
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Feuer: Roman [Gebundene Ausgabe]

Wolfgang Hohlbein
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (46 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Nach einer sehr alten Legende barst in grauer Vorzeit die kalte, unbelebte Erde in einer gewaltigen Explosion und stieß machtvoll den Mond von sich ab. Seit dieser Zeit sprießt Leben bei uns, und die Erde blüht und gedeiht. Seit dieser Zeit aber kreist auch der Mond in seiner Bahn, noch immer kalt und leer...Jahrmillionen sind vergangen, niemand kennt mehr die Legende - bis auf eine gefährliche Sekte, die sich das Wissen um die unheilvolle Macht des Mondes zunutze machen will. Wenn Mondgestein auf die Erde gebracht wird, könnte die Erde sich erneut zu wehren beginnen und sich gefährlichster Mittel bedienen: Vulkankrater sind mitten unter uns, deren Feuer fälschlicherweise als erloschen gilt ... Zwei Kinder sind in den Bann der Mondsekte geraten, Opfer und Täter zugleich. Wird es gelingen, sie rechtzeitig zu befreien, damit die Erde mitsamt den Menschen überlebt?

Über den Autor

Wolfgang Hohlbein, geb. 1953 in Weimar geboren, ist der meistgelesene und erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor. Seine Bücher decken die ganze Palette der Unterhaltungsliteratur ab von Kinder- und Jugendbüchern über Romane und Drehbücher zu Filmen, von Fantasy über Sciencefiction bis hin zum Horror. Der Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Jugendbuch 'Märchenmond', für das er mit dem Fantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet wurde. 1993 schaffte er mit seinem phantastischen Thriller 'Das Druidentor' im Hardcover für Erwachsene den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. Die Auflagen seiner Bücher gehen in die Millionen und immer noch wird seine Fangemeinde Tag für Tag größer. Der passionierte Motorradfahrer und Zinnfigurensammler lebt zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Heike, seinen Kindern und zahlreichen Hunden und Katzen am Niederrhein.

Auszug aus Feuer von Wolfgang Hohlbein. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war fast eine Woche her, seit die Flammen erloschen waren, aber über dem Grundstück hing immer noch ein schwerer Brandgeruch, und obwohl sich das Feuer auf das Haupthaus und die angrenzende Doppelgarage beschränkt hatte, war die vorherrschende Farbe in dem parkähnlichen Garten Schwarz. Das vordere Drittel des ehemals so sorgsam manikürten englischen Rasens hatte sich in eine schwarz-braune Kraterlandschaft verwandelt, in der Pfützen aus ölig schimmerndem Löschwasser wie Scherben eines in tausend Stücke zerbrochenen Spiegels schimmerten, und auf den liebevoll gestutzten Rhododendron- und Azaleensträuchern glänzte ein schmieriger Film, der je nach Sonneneinstrahlung manchmal in allen Regenbogenfarben aufleuchtete, manchmal das Licht einfach zu verschlucken schien. Der lang gestreckte Anbau war trotz des leicht entzündlichen Reetdaches vom Feuer verschont geblieben, aber sämtliche Scheiben waren unter der Hitze geborsten, und die ehemals weiße Fassade hatte sich in ein Muster aus allen erdenklichen Grau- und Schwarzschattierungen verwandelt, vor dem sich das Skelett eines verkohlten Baumes wie eine moderne Drahtskulptur erhob. Mehr als drei Dutzend Feuerwehrleute mit der entsprechenden Anzahl von Schläuchen, Feuerlöschern und anderem Löschgerät hatten ein Übergreifen der Flammen auf die angrenzenden Gebäude verhindert, und angesichts dessen, was hätte passieren können, hielt sich der Schaden sogar noch in Grenzen; aber von der einstmals prachtvollen Jugendstilvilla mit der verspielten Fassade, dem sechseckigen Türmchen und den bunten Tiffany-Fenstern war dennoch nicht viel mehr geblieben als ein verkohlter Trümmerhaufen, aus dem nur noch der – durch eine bizarre Laune des Zufalls – nahezu unversehrt gebliebene Kamin herausragte. Obwohl durch und durch ländlich, erinnerte der Anblick Will intensiv an Ground Zero, den er vor zwei Jahren besucht hatte, wenige Monate nach dem Attentat.

Will duckte sich unter dem verkohlten Rest eines heruntergebrochenen Dachbalkens hindurch, beugte die Schultern, um sich durch die schmale Lücke zwischen der Wand und der zweiten Hälfte desselben Balkens hindurchzuquetschen, der schräg dagegen gestürzt war, und verzog das Gesicht, als er das typische Geräusch zerreißenden Stoffs hörte. Den brennenden Schmerz, der an seiner Hüfte entlangfuhr und sich fast bis zu den Nieren hinaufzog, nahm er kaum noch zur Kenntnis. Gut, der Anzug war ruiniert, aber so, wie die Dinge standen, spielte das wahrscheinlich keine Rolle mehr. Wenn er innerhalb der nächsten Minuten nicht eine ganze Jahresration an Glück hatte, dann waren seine Kleiderfür die nächsten zwei Jahre oder so seine geringste Sorge.

Behutsam richtete er sich auf, sah sich mit klopfendem Herzen im schwächer werdenden Licht des Abends dort um, wo noch vor einer Woche ein kostbar eingerichtetes Kaminzimmer gewesen war, und schloss für einen Moment die Augen, um zu lauschen. Alles, was er hörte, war das Rauschen seines eigenen Blutes in den Ohren; und ein ununterbrochenes Knacken und Knirschen, das aus keiner bestimmten Richtung kam und ganz dazu angetan war, seine Angst noch zu schüren. Das Feuer war noch lange nicht tot. Löschwasser und Chemie hatten es geschlagen, aber nicht wirklich besiegt. Es wütete nicht mehr mit seiner ganzen, verheerenden Kraft, aber es war nicht erloschen, sondern allenfalls zurückgedrängt. Aber auch das war im Moment nicht sein Problem. Vielleicht wäre es überhaupt die einfachste Lösung, wenn einer von diesen verdammten Dachbalken nachgab und ihm auf den Kopf fiel oder er von einer Mauer zerquetscht wurde, die das Feuer gerade weit genug geschwächt hatte, um sie unter der leisen Erschütterung durch seine Schritte zusammenbrechen zu lassen. Wo war dieser verdammte Junge?

Die Stille, die über dem Trümmergrundstück lag, war keine wirkliche Stille, sondern schien mit jedem Herzschlag lauter zu werden. Wo war dieser Junge? Wo war dieser verdammte Junge?

‹  Zurück zur Artikelübersicht