Nach dem offenen Ende von "Der Duft des Blutes" war ich total entzückt, als ich in meiner Buchhandlung die Fortsetzung von Ulrike Schweikert mit dem Titel "Feuer der Rache" entdeckte. Das Buch war dann auch gleich gekauft und nun muss ich einfach mal sagen: Wow! Die Geschichte ist wie sein Vorgänger spannend geschrieben und weiß, den Lesen für viele schöne Stunden zu unterhalten. Ich habe es wirklich sehr gern gelesen und war nach knapp einem Tag mit diesem Band durch. Und eigentlich würde ich gerne weiterlesen, wenn es denn weitergehen würde.
Meines Erachtens ist dieses Buch noch einmal einen ganzen Zacken besser als der erste Teil. Diese seitenlangen Stadtrundführer wurden auf ein Minimum zurückgeschraubt und auch so manche nervende Nebenfigur aus dem vorangegangenen Band ist glücklicherweise im Hintergrund geblieben. Stattdessen steht die Powerfrau Sabine Berner und ihr charmanter Verehrer, der Vampir Peter von Borgo, weit im Vordergrund. Ich habe es einfach geliebt, wenn die beiden zusammen waren. Ich habe mich wirklich gut amüsiert und an einigen Stellen hat es echt geknistert; dabei war jedoch insgesamt alles stimmig und ohne zu viel zu verraten, war der Schreibstil bzw. die Formulierung zu keinem Zeitpunkt platt. Es war jede Menge Raum für Fantasien und eigene Gedanken da. Manchmal hätte ich mir aber einfach noch mehr Szenen mit dem liebenswürdigen Vampir gewünscht.
Die Krimigeschichte war auch wieder sehr gut, zu mal es anfangs ja eigentlich zwei völlig verschiedene Fälle waren, mit der die kurz vor der Suspendierung stehende Kommissarin ihre private Ermittlungen verfolgt hat. Sowohl das verschwundene Mädchen wie auch die Ermordung der reichen Geschäftsleute aus der Hamburger Society waren alles andere als sofort durchschaubar. Es war auch mal was anderes, dass Sabine aufgrund ihrer Inaktivität im Dienst mehr auf sich gestellt war und ihr vornehmer Helfer dann so manches Mal zur Unterstützung herbeieilen musste. Zwar habe ich mich gewundert, dass sie bei all den Einbrüchen und anderen Nachforschungen nie erwischt wurde, aber das gehört halt bei dem Genre dazu, genau wie die Tatsache, dass Sabine eine Zeitlang als Taxifahrerin gearbeitet haben muss, denn wer bitte kennt scheinbar jede Hamburger Straße + Hausnummer aus dem Kopf?
Das Ende war wieder rundum gelungen und, wie leider zu erwarten, offen. Ich weiß ja nicht, ob man noch hoffen darf, aber mir persönlich schwirrt noch ein dritter Teil im Kopf herum, den es eines Tages vielleicht geben wird...? Hoffentlich hat Ulrike Schweikert mit dem Kapitel noch nicht abgeschlossen. Bis dahin kann man sich aber mit dem Buch und seinem Vorgänger sehr gut unterhalten. Für jeden, der Vampire mag, die in einer guten Krimigeschichte verpackt sind, der liest die Bücher mit Peter von Borgo. Fünf Sterne, ich liebe es, wirklich toll!