..., welches nur schwer aus der Hand zu legen ist, hat man erst einmal begonnen, darin zu lesen.
Einer meiner Mathematik-Professoren sagte einmal, er hätte besser Germanistik (v.A. Goethe) studieren sollen. Auch bei Chagraff liegt eine ähnliche Situation vor.
Ohne irgendwelche tieferen Kenntnisse über die Chemie gehabt zu haben sozusagen hineingerutscht in diesen Bereich, wohl auch, weil viele andere Studienfächer nach dem Ausschlussprinzip nicht in Frage kamen.
Was er dann jedoch geleistet hat zeigt das Potential eines Universalisten. Fragestellungen bis ins Detail zu verfolgen, ohne auf schnellen Ruhm zu achten, Interesse vorwiegend an der Sache orientiert, und nicht an Prestige etc., das findet man nur noch selten.
Wie meist, gepaart mit Kulturpessimismus.
Einem solchen Menschen wie Chagraff möchte ich nicht begegnen, angesichts der ethischen Integrität, welche dieser Mann hatte, da käme ich mir so klein und unbedeutend vor, so heuchlerisch in meiner Art, wie ich mich selber in diesem System eingerichtet habe, welches Chagraff entlarvend offenlegt.
Defragmentierung der Inhalte/Themen, mit welchen sich die Wissenschaftler heute beschäftigen führt zu spezalisiertem Nichtwissen.
Eine solche Situation, wie wir sie derzeit vielleicht in den Ernährungswissenschaften und in der Medizin haben:
Wo sind Leute vom Schlage etwa eines Bircher-Benner, oder Konrad Lorenz ?
Ein zutiefst anregendes Buch, welches insbesondere für Pessimisten geeignet erscheint, als detaillierte Bestätigung der derzeitigen Situation.