Ich bin einer von denen, die nicht verstehen, warum "Smells like Teen Spirit" zum bekanntesten Rockvideo aller Zeiten wurde, warum Leute immer noch "World of Warcraft" kaufen, obwohl sie alle die negativen Aspekte kennen, oder warum so viel Wind um den Roman "Herr der Fliegen" geblasen wird. Das Buch hat meiner Meinung nach keine wirkliche mentale Ebene, die den Leser nach jedem Satz mitdenken lässt, ihn zum Mitfühlen oder Hassen bewegt, oder ihn eine Schlussfogerung bilden lässt, wo der Text nicht mehr weiter erzählt. Vielleicht ist es aber auch der einfache Schreibstil und die Übertragung des Konfliktes auf Kinder, womit ich mich nicht identifizieren kann.
"Das Feuer der Finsternis" beinhaltet genau das, was in "Herr der Fliegen" gefehlt hat, nämlich eine Erweiterung des Geschehens auf eine Ebene der Gedanken, die stets vom Autor auf eine scharfsinnige und intelligente Weise aufrechterhalten wird. Man könnte fast sagen, das Buch wurde auf diese eine Ebene reduziert, das Geschehen selbst wird zu einer Nebensache. Der Autor verbindet das Leben von drei Menschen, unterteilt sie in Gut und Böse, bildet eine Brücke zwischen den unterschiedlichsten Gestalten dieser Welt.
Zugegeben, das Buch ist nicht leicht zu lesen, was man von einem Literaturprofessor auch nicht zu erwarten ist. Jeder, der eine Abenteuergeschichte a`la "Herr der Fliegen" sucht, wird enttäuscht, jeder, der eine intelligente Erkenntnis mit mächtiger Wortgewandtheit sucht, wird sie in diesem Buch finden.