Ich wollte meine Seele nicht mit diesem Schund beschmutzen. Auch weigere ich mich, die vermeintliche Autorin finanziell zu unterstützen. Deshalb hatte ich das Buch bis zum heutigen Tag nicht in den Händen. Eine Möglichkeit bot sich mir über den Inhalt von Feuchtgebiete" zu erfahren, als ich auf der bekanntesten Video-Upload-Plattform auf das, von Charlotte Roche laienhaft vorgelesene Hörbuch stieß.
Ich bin weder konservativ eingestellt, noch bin ich leicht zu schocken. Die Autorin konnte mich mit ihrem peinlichen Werk nur soweit berühren, dass ich mich fremdschämte. Der Text ist von Beginn an unlogisch und so niveauvoll geschrieben wie der Aufsatz eines durchschnittlichen Siebtklässlers. Die Hauptprotagonistin hat zudem überhaupt keinen erkennbaren Charakterzug! Kein einziges signifikantes Merkmal besitzt sie, dass dem Leser als Wiedererkennungsmerkmal dienen könnte. Dass sie sich von ihren Sexpartner gerne die Nase zwischen die Hämorrhoiden schieben lässt und ähnliche Beschreibungen reichen da nicht aus, auch wenn Charlotte glaubt, dem wäre so.
Unüberschaubar viele Rezensionen wurden bereits auf Amazon veröffentlicht. Leider fand ich keine Rezension, die auf die absolut unlogischen Ereignisse eingeht. Ich trage einige zusammen:
1. Helen traut ist es wichtig, ihren Sexpartnern bereits bei den ersten Treffen zu sagen, dass sie möchte, dass sie ihre Vagina lecken und dabei mit ihrer Nase ihre Rosette stimulieren sollen. Aber Helen traut sich nicht, ihrer Freundin Corinna zu sagen, das sie Smegma im Höschen hätte, weil diese behauptet, nur Männer hätten Smegma. (Zitat: Und was habe ich dann immer zwischen meinen Lippen und in meiner Unterhose, habe ich gedacht, nicht gesagt - traue ich mich nicht.)
2. Helen regt sich über folgenden, im Lexikon nachgelesenen Satz auf (Zitat): "Mit bloßem Auge sichtbare Ansammlung von Smegma können sich nur bei mangelnder Intimhygiene bilden."
Daraufhin führt Helen dem Leser aus, dass das unlogisch sei (Zitat): "Wie bitte? Das ist doch eine riesen Unverschämtheit! Am Ende jeden Tages, kann ich Ansammlungen von Smegma erkennen. Egal wie gründlich ich mir morgens die Muschifalten mit Seifenwasser ausgespült habe."
Einige Seiten vorher aber führt Helen ausführlich aus, wie sie das mit ihrer Intimhygiene so hält (Zitat): "Mir macht es riesen Spaß, mich nicht nur immer und überall bräsig voll auf die dreckige Klobrille zu setzen, ich wische sie auch vor dem Hinsetzen mit meiner Muschi in einer kunstvoll geschwungenen Hüftbewegung, einmal komplett im Kreis sauber. (...) und alle fremden Schamhaare, Tropfen, Flecken und Pfützen jeder Farbe und Konsistenz werden von meiner Muschi aufgesogen. Das mache ich jetzt schon seit vier Jahren, auf jeder Toilette, am liebsten auf Raststätten, wo es für Männer und Frauen nur eine Toilette gibt."
3. Nach der OP findet sich Helen im Flügelhemd wider. Zitat: "Warum gibt's dieses Kleidungsstück überhaupt? Ja, gut, wenn man liegt, können die einem das anziehn, ohne einen anheben zu müssen. Aber ich lag während der Operation doch eher auf dem Bauch, damit die besser an den Arsch kommen. Heißt das, ich war die ganze Zeit nackt?"
Ich wage es mal zu sagen, dass man als Autor für ein Buch wie Feuchtgebiete" nicht viel recherchieren muss. Dort werden keine soziokulturellen Hintergründe erläutert, keine wissenschaftlichen Erkenntnisse (Zumindest tat es Charlotte nicht), keine geschichtlichen Aspekte, keine physikalischen Gesetze, überhaupt gar nichts. Doch Charlotte scheint auch kaum Allgemeinwissen zu besitzen und ist wohl auch nicht zu logischen Schlussfolgerungen fähig. Als Patient zieht man im Krankenhaus für gewöhnlich selbst das Flügelhemd vor der OP an. Gegebenenfalls bekommt man ein dünnes "Netzhöschen", das zum Sichtschutz dient und dem Patienten etwas von der Scham nehmen soll. (Nach der Narkose entfernt eine Pflegekraft das Höschen im OP-Raum.) Dann hilft die Pflegekraft dem Patient in die Thrombosestrümpfe. Wenn der Patient sicher im Bett liegt, wird die Prämedikation verabreicht.
Also worüber wundert sich Helen? In welcher Kleidung wurde Helen vom netten Pfleger "Robin" denn in den OP gefahren? Alltagskleidung? Und dann wurde sie mühsam unter Narkose von Pflegern entkleidet, obwohl sie eine gesunde 18jährige ist?
Den Rest spare ich mir. Fast jede Seite strotzt vor Logikfehlern und sie alle hier anzugeben, würde bedeuten, das komplette Buch abzutippen und zu kommentieren. Feuchtgebiete" ist ein Sammelsurium an hanebüchenem Irrsinn, einer untalentierten Frau, die gerne eine ernstzunehmende Autorin wäre. Charlotte ist, so wie ihre ehemaligen Kollegen von Viva, am besten bei einem Musiksender untergebracht. Dort kann sie mit ihrer Talentlosigkeit vielleicht noch ein paar pubertierende Jugendliche, die in einer Sinnkrise stecken beeindrucken.
Besonders bemitleidenswert ist auch Ullstein, der Verlag von Feuchtgebiete". So viele Autoren, die etwas zu sagen haben und ihr Handwerk beherrschen, bekommen nie eine Chance zu publizieren. Doch je dämlicher ein Werk ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Bestseller wird. (Und dafür mussten auch noch Bäume sterben.)
"Lieber Gott, den es nicht gibt"(Zitat), hoffentlich ereilt Charlotte die Erkenntnis, dass sie mit so viel Schwachsinn, ihre eigene Erbärmlichkeit preisgegeben hat.
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