wenn das wem nix sagt: das arditti quartett kann lebendig und sehr differenziert vor allem kompositionen aus dem vorigen jahrhundert und aus der gegenwart interpretieren. seit der gründung 1974 durch den geiger irvine arditti sind ihm mehrere hundert Streichquartette gewidmet worden, und so bildete sich das ensemble mit der zeit zu einem festen bestandteil der jüngeren musikgeschichte heran.
wolfgang rihm wurde 1952 in karlsruhe geboren und begann im alter von 11 jahren zu komponieren, eines seiner vorbilder war stockhausen.
so schrieb rihm hier ein aufregend modernes stück, dessen teile "fetzen" genannt werden und ausser dem arditti quartett traue ich bestenfalls noch dem kronos quartett zu, das ding hier so zu spielen, dass man sich über die art der interpretation keine gedanken macht.
mit der beschreibung tu ich mir schwer, es klingt no-na nach streichquartett ist aber sehr anders als zb schubert, beethoven oder berg.
vor allem der part für die erste geige ist besonders komplex und schwierig gestaltet wohingegen die anderen eher hingebungsvoll begleiten.
die kompositionen sind kunstvoll verfrickelt und vertrackt aber gar nicht mühsam anzuhören. man muss sich halt drauf einlassen und alle erinnerungen an andere streichwürste ausblenden, dann kann man das auch als was homogenes, neues annehmen - so ähnlich ist es ja auch bei zb werner pirchner's kompositionen.
klanglich und von der plastizität der abbildung her ist das zudem eine traumhaft audiophile aufnahme, vielleicht die beste, die dem edel-label winter & winter bisher geglückt ist.
wer also fehlende neue strömungen in der klassischen musik beklagt höre auf zu raunzen und stattdessen hier hinein!