denn sie scheint von einem fremden Planeten nach Kanada gebeamt worden zu sein und weiß sich nicht zu benehmen. So drängelt sie sich an Bushaltestellen rigoros unter Zuhilfenahme ihrer Ellenbogen als erste in den Bus, so schlängelt sie sich im Restaurant an Wartenden vorbei an den Tisch, ohne auf den Kellner zu warten. So wundert sie sich, dass man in Quebec (!) zweisprachig ist... So erscheint sie in einem grellen Sommerkleid mit Tulpenmotiv zum Bewerbungsgespräch - und ihre Erwiderung auf die rein retorische Frage "how are you" ist eine Beschwerde über die klimatisierten Räume....
Selbst in Deutschland, in dem der Umgangston leider sehr oft nicht sehr rücksichtsvoll ist, würde Mareike auffallen.
Alleine deswegen nervt das Buch und ich legte es mehrmals auf die Seite. Natürlich weiß ich, dass Mareike ein Kunstprodukt ist um Land und Leute zu erklären, aber bitte doch nicht soooo dick auftragen!
Außerdem ist die Autorin schon sehr wohlwollend und manchmal auf beiden Augen blind. So z.B., was das Essen angeht - so wird mit keinem Wort erwähnt, wie künstlich mancher Käse und manche Wurst und auch Brotsorten schmecken, wie unnatürlich und zudem auch gentechnisch verändert viele Lebensmittel sind, für europäische Gaumen oft ungenießbar. Und auch, wie sich das ganze Volk nur von Fastfood zu ernähren scheint - die Fastfoodlokale sind voll, da es "Combis" für z.B. 1,99 Dollar gibt (1 Softgetränk, Pommes und ein Hamburger) - da ist natürlich Selberkochen um einiges teurer.
Grundsätzlich gilt natürlich, dass Kanada ein wunderschönes Land ist, die Bewohner äußerst nett und hilfsbereit und wirklich jederzeit eine Reise Wert ist.
Und natürlich gilt auch hier wie bei jeder Reise, dass man sich aufs Urlaubs (oder auch Auswanderungsland) vorbereiten sollte und mithilfe von Reiseführern Fettnäpfchen zu vermeiden versuchen sollte.
Fazit: Lesenswert, wenn auch mit Abstrichen aufgrund "Fettnäpchen-Mareike".