Das Buch ist in kleine Geschichten aufgeteilt, in denen Deutsche in Italien "anecken", dann wird aufgeklärt, was aus italienischer Sicht falsch lief und schließlich, was man besser machen kann, um nicht unangenehm aufzufallen. Es geht dabei nicht nur um den Eindruck in der Öffentlichkeit, sondern auch Bereiche wie Universität, Haushalt etc.
Die Geschichten sind leider erzählerisch nicht sonderlich gelungen und eher glossenhaft. Trotzdem sind die Kurzgeschichten eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, unterwegs oder zum Vorlesen.
Geheimtipps in Sachen "bella figura" wird man hier vergeblich suchen, vieles ist allgemein bekannt, einiges höchstens Italien-Anfängern neu. Manche Gebräuche und "Regeln" sind regional unterschiedlich und jeder Italienkenner könnte mehrere Ausnahmen und Abweichungen zu vielen Geschichten beisteuern. Ein Beispiel ist das traditionell spärliche italiensche Frühstück, doch im Zuge der Globalisierung ist es gerade bei jungen Familien durchaus "in", mit Obst, Müesli, Orangensaft etc. einen gemütlichen Start in den Tag zu machen, wenn die Zeit dafür da ist. Auch die beschriebene, relativ aufdringliche Flirt-Kultur ist lange nicht überall so ausgeprägt wie in Rom, wo die Geschichte spielt. Deshalb sollte jede/r Reisende besser vor Ort Augen, Ohren und Bewusstsein offen halten und sich auf sein Gespür verlassen, als sich an Pauschaltipps zu klammern.
Ein Pluspunkt verdienen aus meiner Sicht die Fußnoten zu weniger bekannten Randthemen, die Erwähnung finden. So kann ein Italien-Laie einen leichteren Zugang zum Buch finden, der Fortgeschrittene kann sie einfach überlesen. Die Themen sind obendrein gut zusammengefasst und teilweise informativer als die Geschichte selbst.
Fazit: Unterhaltsame Geschichten führen um die schlimmsten Fettnäpfchen herum und geben einen groben Einblick in Land und Leute.