In Zukunft werde ich beruflich öfter auf die Insel reisen, deshalb bekam ich vor ein paar Tagen diesen Fettnäpfchenführer geschenkt. Nach anfänglicher Skepsis habe ich ihn dann aber sehr flott verschlungen. Der Autor beschreibt hier die schlimmsten "faux pas's" in GB - verpackt in amüsante und kurzweilige Geschichten.
Das Einstiegskapitel im Flughafenexpress ist noch etwas holperig, aber spätestens wenn der Hauptdarsteller sein Hotelzimmer bezieht wird es äusserst unterhaltsam und man leidet mit dem armen Peter. Auch ich erinnerte mich an den ersten Aufenthalt in London. Damals stiegen wir in einem "studentenbudgetfreundlichen" Hotel ab und machten die selben Erfahrungen in unserem Minizimmer.
Mein erster Pub-Besuch brachte ebenso ein Aha-Erlebnis. Auch ich war es gewohnt, am Tisch meine Bestellung bei der Bedienung zu platzieren und musste recht lange warten bis man mich über den ausschließlichen Getränkeverkauf am Tresen aufklärte. Ebenso war ich danach verunsichert und wollte dies mit einem Trinkgeld für den Barkeeper wieder gut machen. Ich werde nie vergessen, wie der mich angeguckt hat, weil es ja in GB absolut unüblich ist, am Tresen Trinkgeld zu geben. Auf diese Eigenheiten hätte ich mich prima einstellen können, wenn ich vorher dieses Buch gelesen hätte.
Die Rahmenhandlung des Reisenden Peter bietet aber gleichzeitig einen Streifzug über die britische Insel und eröffnet einem so gleich noch lohnende Reiseziele. Sehr nett beschreibt Michael Pohl hier einige lokale Besonderheiten in den drei Ländern. Das pulsierende London ebenso wie die schottischen Highlands.
Insgesamt ein sehr unterhaltsames und gelungenes Werk für alle GB-interessierten. Aber auch Leuten, die noch nicht zu dieser Gruppe gehören sei dieses Buch empfohlen, denn danach werden sie sich sicher für unsere europäischen Inselnachbarn interessieren. Ich jedenfalls kann sowohl Buch als auch Reiseziel nur empfehlen. Allein das beobachten einiger Unterschiede in unseren Kulturen bringt einem ein gutes Stück Lebenserfahrung und erweitert den Blickwinkel. Ja und ein gemütlicher Abend in einem traditionellen Pub ist sowieso die beste Urlaubsentspannung. Das ganze am besten mit etwas kurzweiliger Literatur.