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Festungskrieg im Hochgebirge: Der Kampf um die österreichischen und italienischen Hochgebirgsforts in Südtirol im 1. Weltkrieg
 
 
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Festungskrieg im Hochgebirge: Der Kampf um die österreichischen und italienischen Hochgebirgsforts in Südtirol im 1. Weltkrieg [Gebundene Ausgabe]

Rolf Hentzschel
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Festungskrieg im Hochgebirge: Der Kampf um die österreichischen und italienischen Hochgebirgsforts in Südtirol im 1. Weltkrieg + Die Front in Fels und Eis. Der Weltkrieg 1915 - 1918 im Hochgebirge + Auf alten Kriegspfaden durch die Dolomit: 30 spektakuläre Wanderungen auf historischen Wegen
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde innerhalb weniger Jahre an der damaligen Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien im Hochgebirge ein Festungsgürtel errichtet, der die Entwicklung späterer Linienbefestigungen in gesamt Europa beeinflusste. Viele von ihnen bieten auch heute noch einen unmittelbaren Eindruck der damaligen Kriegsgeschehnisse, aber auch abenteuerliche Fern- und Tiefblicke.

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37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Am 23. Mai 1915 brach das Königreich Italien den 33 Jahre zuvor geschlossenen "Dreibund", als es auf Seiten der "Entende" in den Ersten Weltkrieg eintrat. Als die Italiener am darauffolgenden Tag das Feuer eröffneten, war der einstige Verbündete Österreich-Ungarn jedoch gut gerüstet. Bereits im Januar 1908 hatte der Generalstabschef des österreichisch-ungarischen Heeres, Feldmarschall-Leutnant Conrad von Hötzendorf, ein Memorandum vorgelegt, in dem er die Verteidigungskraft Südtirols u.a. durch den Bau einer grenznahen Linienbefestigung propagierte. Seine Einschätzung, dass der südliche Nachbar infolge der Irredenta-Bewegung als unzuverlässiger Bündnispartner eingestuft werden musste, sollte hatte sich nunmehr bestätigt.....

Nirgends an der gesamten Hochgebirgsfront waren die Sperrbefestigungen so stark ausgebaut wie zwischen Folgaria und Lavarone. Zu Beginn des Waffenganges lagen sieben moderne österreichische vier italienischen Fortifikationen auf Kanonenschussweite gegenüber. Die anfängliche Dominanz italienischer Festungsgeschütze die, unterstützt durch schwere Belagerungsartillerie, sieben österreichische Festungen unter Beschuss nahmen, sollte jedoch nur wenige Wochen währen. Denn im Juni 1915 fügte die österreichische Belagerungsartillerie dem Fort Verena katastrophale Schäden zu und erzwang die Entwaffnung der meisten anderen italienischen Forts. Die Maioffensive 1916 führte zu einer Frontverschiebung zu Gunsten der Donaumonarchie, bei der die (infolge des einjährigen Beschusses) zum Teil zu Ruinen gewordenen Bergfestungen schließlich aus der Schusslinie kamen.

Bereits das Inhaltsverzeichnis, welches zugleich eine Gliederung in Unter- und Unterunterpunkte ist, bezeugt die übersichtliche Systematik mit der Rolf Hentzschel dem Thema gerecht wurde. Den Schwerpunkt des Buches hat der Autor auf die österreichischen Sperrwerke gelegt, denen er die ersten 21 Kapitel gewidmet hat. Der Leser erfährt hier nicht nur Einzelheiten über die Geschichte der Forts, wie Planung, Erprobung, Bauzeit und Baukosten, sondern auch über technische Ausrüstung, Bewaffnung und Beschussschäden. Daneben werden die leiden der Besatzungen, das Schicksal der Zivilbevölkerung und Kriegerfahrungen in einer Zusammenfassung und anhand der Fälle Giebermann und Nebesar dargelegt. Das 22. Kapitel befasst sich mit der Geschichte und Ausstattung der italienischen Forts Casa Ratti, Punta Corbin, Campolongo und Verena. Auch hier gibt es jeweils eine Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes und, wenn auch viel kürzer gefasst, eine Zusammenfassung der Kriegserfahrung und Hinweise auf die Forts nach dem Krieg. Das letzte, 23. Kapitel stellt die Geschütze der italienischen Belagerungsartillerie derjenigen der Doppelmonarchie (Mörser, Haubitzen, Küstenhaubitzen) gegenüber. Es werden Begriffe wie Kasematten- und Batterieblock erläutert. U. a. erfährt der Leser auch, warum die optische Zentral-Signalstation Monte Rust im Soldatenjargon als "Pissoir der Hochfläche" bezeichnet wurde (Seite 233) und die Heilige Barbara auch die "Schutzpatronin der Artillerie" ist (S. 277).

Das im Südtiroler Athesia Verlag erschienene Buch ist mit zahlreichen Landkarten, Tabellen und Synopsen ausgestattet. Die trotz Detailreichtum übersichtlichen Grafiken wurden vom Autor auf der Grundlage verschiedener historischer Quellen und eigenen Vermessungen (!) an den Festungsruinen gefertigt. Zum Teil wurde hierbei von der Graphik der Originaldokumente zugunsten einer einheitlichen Darstellung, die auch technischen Laien verständlich ist, abgewichen. Neben den zahlreichen Aufrissen, Querschnitten und Funktionszeichnungen sind es vor allem die historischen (schwarz-weiß) und die gegenwärtigen (farbigen) Fotos die beim Leser einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So erinnern die pilzförmigen Panzerkuppeln an die 300.000 - 700.000 Bunker, die während er "Hoxha-Ära" in ganz Albanien entstanden sind und dort noch heute die Umwelt verschandeln.

In seinem Nachwort stellt der promovierte, im Referat 10815 des Rheinland Pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz beschäftige, Autor fest, das der am 10. September 1919 im Schloss von Saint-Germain-en-Laye unterschriebene Friedensvertrag, sämtliche Mühen der Erbauer und die Leiden der Besatzungen sinnlos machte. Südtirol wurde Italien zugeschlagen. Obwohl die zu Beginn des Krieges noch unangreifbaren Beherrscher des Kampffeldes ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen konnten, zogen spätere Festungsbauer keinesfalls den Schluss, dass permanente Befestigungsanlagen das Wettrennen mit der Angriffsartillerie stets verlieren müssten. Den im Europa der 1930er und 1940er Jahre in einem Bauboom entstandenen Festungsanlagen und Sperrgürtel (z. B. "Maginot-Linie", "West- und Atlantikwall" und "Tschechoslowakischer Wall") sollte es jedoch nicht gelingen den Ansturm der Gegner standzuhalten. Die albanischen 1-3 Mannbunker wurden gar nicht benötigt. In der heutigen Zeit spielen beständige Befestigungen keine Rolle mehr....

.....der militärhistorisch Interessierte kann noch heute auf engstem Raum die hart umkämpften Festungen auf über 2000 m hohen Berggipfeln oder am Abgrund von 1000 m tiefen Schluchten besichtigen. Hilfreich sind hier die im Abschnitt 20.1 aufgeführten "Touristischen Hinweise" und die darauffolgenden in denen die Abschnitte in denen die Geschichte und der heutige Zustand des Posten Vezzena, der Panzerwerke Verle, Lusern, Gschwent, Sebastiana, Serrada, sowie des Zwischenwerks Sommo genauer beschrieben werden. Jedem militärischen Objekt ist eine Übersicht mit Informationen zu Parkplatz, Weg, Entfernung und Höhenunterschied vorangestellt. Diverse Anhänge, wie ein Glossar, ein Abkürzungenverzeichnis, ein Literaturverzeichnis (gedruckte Literatur, Archivalien & Bildnachweise) und 65 Endnoten.

5 Amazonsterne!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer kennt heute noch die ehemaligen österreichischen und italienischen Festungswerke auf den Hochebenen von Lavarone, Folgaria und den Sieben Gemeinden? Dieses Buch schließt eine echte geschichtliche und geographische Lücke, berichtet über die Entstehung, die Ereignisse im Krieg und dient gleichzeitig als ausführlicher Reiseführer zum Besuch der Festungsüberreste, die zudem in einer überaus reizvollen Landschaft abseits der großen Touristenströme liegen.

Bis heute wird der Gebirgskrieg in den Alpen sowohl auf österreichischer als auch italienischer Seite großenteils verklärt. Hentzschel (ein Deutscher!) schafft es, die Geschichte fundiert und erfreulich unpatriotisch wieder lebendig werden zu lassen. Zahlreiche Fotos, Zeichnungen und Planskizzen machen die damaligen Hightech-Konstruktionen der elf(!) Festungsbauten anschaulich und nachvollziehbar. Auch ein ausführliches Glossar fehlt nicht.

Für mich absolut unverständlich: warum wird z. B. in den Umschlaginnenseiten der Platz nicht für instruktive Kartenskizzen genutzt? Im Buch wird mit Ortsbegriffen nur so um sich geworfen und nicht jeder ist mit dieser Gegend der Alpen auf Anhieb vertraut - 1 Stern Abzug! Ich empfehle deshalb für Ausflüge vor Ort die (nicht ganz fehlerfreien) Kompass-Karten Nr. 78 und 101.

Wer die heute noch deutlich sichtbaren und zum Teil restaurierten Überreste vor Ort finden und wirklich verstehen will, kommt um dieses Buch nicht herum. Absolutes Muss ist übrigens auch ein Besuch im wieder hergerichteten Werk Gschwent (Belvedere), das unter anderem durch gelungene Licht- und Klanginstallationen die damaligen Verhältnisse in den Festungen überaus anschaulich lebendig werden lässt. Leider sind gerade hier im Buch auf S. 190/191 von 43 Raumbeschreibungen des Lageplans 33(!) falsch, so dass die Orientierung vor Ort unnötig erschwert wird - ärgerlich.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ortigara
Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschichte dieser wunderschönen Gegend hat mich seit 30 Jahren fasziniert, daher habe ich die Schlachtfelder der Hochflächen zu Fuß, mit dem Mountainbike oder mit der Enduro sehr häufig besucht. Das Buch war dennoch eine Bereicherung für mich. Der systematische Aufbau der Materie, der Detailreichtum, kombiniert mit der Historie der einzelnen Forts, auch auf italienischer Seite, haben mich wieder fasziniert. Der Autor hat eine kühle Distanz zu der Einrichtung und Nützlichkeit der Sperriegel auf beiden Seiten, die recht wohltuend ist. Das wird natürlich durch die zeitliche Distanz zu den damaligen Geschehnissen und den Erfahrungen vieler dazwischenligender Kriege erklärt.

Ich habe das Buch auf meinen Wanderungen dabei und kann es uneingeschränkt empfehlen.
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