Ich bin Physikstudent im 8ten Semester und stehe kurz vor meiner Diplomprüfung in Experimentalphysik.
Mein Erstprüfer ist Festkörperphysiker und legte mir nahe mich mit diesem Buch vorzubereiten.
Nachdem ich mich mit dem Haken-Wolf auf Atomphysik vorbereitet habe widmete ich mich nun dem Ibach-Lüth. Wieso auch nicht, bis jetzt ging es alles gut beim Lernen und ich lag im Zeitplan den ich mir für meine nächste große Prüfung aufgestellt hatte.
Nun dieses Spektakel... Ich hab in meinem Studentenleben schon eine ganze Reihe Lehrbücher und Vorlesungsskripte durchgearbeitet aber bis jetzt habe ich noch kein Buch als solch Zeitverschwendung empfunden wie dieses.
Festkörperphysik im Rahmen der Experimentalphysik und besonders ein Buch das einen Untertitel "Eine Einführung in die Grundlagen" trägt sollte verständlich sein.
Es sollte Dinge so Darstellen das man den Zusammenhang Intuitiv versteht. Der rote Faden eines Buches sollte steht's zu erkennen sein, also was wissen wir, was wollen wir damit nun anfangen, wie geht's von hier aus weiter und warum.
All dies hat dieses Buch NICHT.
Mathematische Gleichungen als Untermauerung oder als Denkanstöße sind herzlich willkommen nur sollte man dies auch so darstellen.
Kapitel werden mit Informationen vollgestopft ohne das diese auch nur annähernd als solche erkannt werden können. Gleichungen werden hingeschmissen ohne alle Variablen vernünftig zu deklarieren und ich musste eigentlich durchgehend andere Lehrbücher und Texte aus dem Internet zur Hand nehmen um den roten Faden des Lehrbuchs wiederzufinden und Abschnitte zu verstehen.
Das Buch bedient sich weniger Graphen und verwendet diese auch in einer so fantastischen Art und Weise das man selbst mit dem Text das ein oder andere mal nicht auf Anhieb versteht was einem dieser Graph überhaupt sagen soll.
Mein Fazit ist, dass ich fast 2 Wochen meiner Lernzeit an dieses sch*** Buch verschwendet habe in denen ich mich mit einem anderen Buch wohl besser geschlagen hätte.
Ich bin ganz klar verärgert über den Tipp meines Professors und nach der Prüfung werde ich ihn bitten keinem weiteren Studenten dieses Buch nahe zu legen.
Wer das Thema Festkörperphysik mit seinen Facetten bereits kennt, weiß welche Annahmen in welcher Reihenfolge zum Ziel führen und auch aus Formeln bereits alle Informationen herauslesen kann ohne, dass man das ein oder andere Wort über diese verlieren müsste für den ist dieses Buch sicherlich das Richtige. Ein gescheites Vorwissen in Statistischer Physik und theoretischer Thermodynamik ist vorrausgesetzt, da im Ibach, Lüth keine Einführungen vorgenommen werden.
Andererseits, wer das alles bereits weiß ist auch ohne dieses Buch bereits so schlau als wenn sie/er es gelesen hätte.
Zusammenfassung:
- Ein Buch ohne roten Faden.
- Eine Struktur von der man erst etwas merkt nachdem man das Buch komplett verstanden hat.
- Das Buch versucht den historischen Gang durch die Festkörperphysik in den einzelnen Kapitteln nach zu gehen was allerdings die Ditaktik vollkommen auf der
Strecke lässt.
- Schlechte Nutzung von Grafiken und Tabellen.