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Das Fest des Ziegenbocks: Roman
 
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Das Fest des Ziegenbocks: Roman [Gebundene Ausgabe]

Mario Vargas Llosa , Elke Wehr
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Urania ein Mädchen war, da hieß Santo Domingo noch Ciudad Trujillo. Benannt war die dominikanische Hauptstadt nach Diktator Dr. Rafael Leónidas Trujillo y Molina, den man damals "der Wohltäter" nannte oder "Vater des neuen Vaterlands" oder einfach nur "der Ziegenbock". Seit seiner Ermordung 1961 sind viele Jahre vergangen, und Urania, inzwischen 49 Jahre alt, hat in New York eine erfolgreiche Karriere als Juristin gemacht. Und da nennt sie eigentlich kaum jemand mehr Urania.

Kurz vor der Ermordung des Ziegenbocks hatte die damals 14-jährige Heldin in Mario Vargas Llosas neuem Roman Das Fest des Ziegenbocks ihre Heimat verlassen. Nun ist sie zurückgekehrt, um ihren Vater Agustin Cabral, genannt "Cerebrito", zur Rede zu stellen. Immerhin war der unter Trujillo Minister und Senatspräsident, und fiel erst in den letzten Jahren des Regimes in Ungnade. Und dann sind da noch die anderen Opfer des zynischen Ziegenbocks, die plötzlich wieder eine Rolle spielen: darunter der ehemalige Leibwächter Amado García Guerero, der "der Leutnant" hieß und die große Liebe seines Lebens nicht heiraten durfte, weil sie die Schwester eines Oppositionellen war. Als makabren "Treuebeweis" musste er ihren Bruder erschießen -- und plante daraufhin Trujillos Ermordung mit.

An Hand verschiedener Schicksale entwirft Vargas Llosa das überzeugende Panorama einer Diktatur, die Namen ebenso erfand wie auslöschte und im Zeichen des Fortschritts gnadenlos über Leichen ging: "Große Übel verlangen große Lösungen", lautete dabei die perverse Parole. Eindringlich kombiniert der peruanische Autor die Biografien von Günstlingen und Revolutionären zu einer Anklage gegen ein unmenschliches Regime -- und gibt nebenbei den Opfern literarisch ihre Identität zurück. Das Fest des Ziegenbocks ist vielleicht Vargas Llosas politischstes Buch. Eines seiner besten ist es auf jeden Fall. --Thomas Köster

Neue Zürcher Zeitung

Der Herbst des Grossschriftstellers

Mario Vargas Llosas Roman «Das Fest des Ziegenbocks»

Darf man enttäuscht sein? Nein, nicht um des Teufels Advokat zu spielen – reizen zum Widerspruch doch nur schon die sich überbietenden Superlative, die Mario Vargas Llosas dominikanischem Diktatorenroman «Das Fest des Ziegenbocks» in den zahlreichen Besprechungen des spanischen Originals flächendeckend zuteil wurden (so auch in der NZZ vom 7. 9. 00). Bei vielen Stärken im Detail bleibt der Gesamteindruck, den der Text hinterlässt, diffus. Daran ändert auch der fulminante Showdown wenig, kommt hier doch eher die Wucht des Stoffes als die Kraft der Form zum Tragen. So scheint denn mit manchem Vorausrezensenten die Sehnsucht nach dem grossen lateinamerikanischen (Bestseller-)Roman durchgegangen zu sein, den man seit längerer Zeit erfolglos sucht – nachdem man in den siebziger und achtziger Jahren (als Frucht vorangegangener Ignoranz) bei García Márquez, Cortázar, Fuentes und auch bei Vargas Llosa gleich reihenweise Meisterwerke entdeckt hatte.

«Das Fest des Ziegenbocks» fügt sich ein ins Genre des lateinamerikanischen Diktatorenromans. Sein Gegenstand ist die Ära des Léonidas Trujillo, der sich 1930 in einer usurpierten Wahl zum Alleinherrscher über die Dominikanische Republik erhob und über drei Dezennien hinweg ein diktatorisches Schreckensregime ausübte, bis er 1961 ermordet wurde. Als «Wohltäter» des Vaterlandes liess Trujillo unter der Sigle des Antikommunismus reihenweise politische Gegner umbringen, sackte für sich und die Seinen weite Teile der Landes ein und betrieb einen bizarren Personenkult – so wurde zum Beispiel die Hauptstadt St. Domingo in Ciudad Trujillo umbenannt. Seine Sexbesessenheit trug ihm die Bezeichnung «chivo» – «Ziegenbock» – ein. Gleichzeitig war es Trujillo, der die von 1916 bis 1924 von den USA besetzte Republik entschuldete und sie zu einem modernen Land machte.

Monster und Macht

Vargas Llosa hat betont, es sei ihm drauf angekommen, Trujillo weder als «Dämon» noch als «Abstraktion» erscheinen zu lassen, sondern als einen Menschen, «der sich über die Anhäufung von immer mehr Macht in eine Art Monster verwandelte». Entsprechend vielfältig wählt der Autor die Perspektiven: Trujillo privat – ein Ordnungsfanatiker und Genussmensch mit Minderwertigkeitskomplexen (bei der Morgentoilette schminkt er sich die negroide Schwärze aus dem Gesicht); ein alternder Macho, leidend an Inkontinenz und Impotenz, der seinen Traum von Männlichkeit an willigen jungen Frauen, aber auch an den Ehegattinnen der Getreuen auslebt. Trujillo beim Regieren – ein Autokrat und Manipulator, begabt mit Charme und Kälte, Instinkt und Intelligenz, Pragmatismus und Perfidie. Trujillo in der Volksmythologie – ein Mensch, der kaum schläft und nie schwitzt. Und in der Wahrnehmung seiner Feinde – ein Usurpator, der die Dominikaner mit Geld, Gunst und Gewalt ihrer Würde beraubt hat.

Gemessen am Charakterisierungsaufwand, der um sie betrieben wird, bleibt die Figur des Tyrannen dennoch eher flach. «Trujillo konnte bewirken, dass Wasser sich in Wein verwandelte und das Brot sich vermehrte, wenn es ihn in den Eiern juckte», heisst es an einer Stelle, die – darin symptomatisch für das Ganze – inhaltlich wie sprachlich erratisch bleibt. So hat sich Vargas Llosa nicht zu jener poetischen Verfremdung entschliessen können, die den Fall Trujillo erst zum Exempel machen würde. Während der aus auktorialer Perspektive formulierte innere Monolog dem Diktator nur scheinbar eine eigene Stimme verleiht, bringt ihn der durchgängige Realismus um jene Aura, von der doch ständig die Rede ist. So erscheint Trujillo eher als Biedermann denn als Bestie (oder gar als Teufel, wie es der Titel verkündet) und seine Welt mehr als Wille denn als Wahn – was auch anginge, wäre diese Banalität des Bösen tatsächlich gemeint. Stattdessen aber setzt Vargas Llosa mit hochexpliziten Folter- und Vergewaltigungsszenen derart auf Sensation, dass man ihm den Versuch einer ernsthaften Psychoanalyse der Macht schwerlich noch abnimmt.

Kompakter und gelungener nehmen sich die Figuren in Trujillos Umfeld aus, wie der Geheimdienstchef Johnny Abbes García, eine den Militärs verhasste «körperliche Null», der jedoch die Kunst des Verschwindenlassens unliebsamer Subjekte beherrscht wie keiner. Oder der «flüssige Verfassungsrechtler» Henry Chirinos, ein verhinderter Poet und Gewohnheitstrinker, der Trujillo eine Demokratie zum Eigennutz auf den Leib geschneidert hat. Sie alle überragt an Luzidität die Gestalt des Marionettenpräsidenten Balaguer, der im Machtvakuum nach Trujillos Ermordung aus seiner kultivierten Bedeutungslosigkeit erwacht und – nachdem der Trujillismus entgegen der Erwartung der Attentäter keineswegs «wie ein Kartenhaus» in sich zusammengefallen ist – einen Machiavellismus entwickelt, dem Höflinge des Regimes nicht gewachsen sind (geschweige denn Trujillos blutrünstige Söhne). Balaguer ist es denn auch, der die Dominikanische Republik mit einem riskanten Schlingerkurs «dialektischer» Vergangenheitsbewältigung vom Bann der Ära Trujillo sowie von der Ächtung durch die internationale Gemeinschaft zu befreien vermag.

Obwohl sich Vargas Llosa nach Kräften um Individualisierung bemüht, bleibt die Gruppe der Verschwörer amorph. Mehr als den nackten Mord in jenem Augenblick, da sich Trujillo in sein Liebesnest chauffieren lässt, bringen sie nicht zustande. Nach wenigen Stunden liegt das Komplott offen zutage, und die tödliche Hetzjagd beginnt – um in den Verliesen des Regimes zu enden. Die umständliche Schürzung des Handlungsknotens, die epische Herleitung der Motive jedes Attentäters (in plakativen Dialogen und langfädigen Rückblenden beim angespannten [!] nächtlichen Warten auf Trujillos Chevrolet), findet ihre Kompensation in einem atemberaubenden Schlussteil, der durch die Spiegelung der Erlebnisperspektiven auch formal geglückt erscheint. Alle waren sie Trujillo in «hündischer Treue» ergeben, und alle drängt die Erniedrigung zum Verrat. José René Roman, der Chef der Streitkräfte, ist die abgründigste Figur dieses Komplexes. Ihn, dem beim Putsch die Schlüsselrolle zukommt, überfällt im entscheidenden Moment die Lähmung. Wie ein Aussenstehender erlebt er seine Unfähigkeit zu handeln – in genauer Kenntnis um den Preis dieses Versagens. Die Ruhe, die ihm zur Tat fehlt, überkommt ihn erst unter der Folter; was als Leben in Würde gedacht war, endet in einem würdigen Tod.

Vieles im Argen

Den Link zur Gegenwart stellt Vargas Llosa durch die Figur Uranias her, die nach Jahrzehnten einsamen Exils in den USA 1996 als erfolgreiche Geschäftsfrau nach St. Domingo zurückkehrt, um dort ihren Vater Agustín Cabral zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser war als Parteichef ein massgeblicher Exponent des Regimes, bevor ihn Trujillo aus einer Laune heraus fallenliess. Cabrals Verzweiflung geht so weit, dass er der Idee nicht widersteht, dem Diktator seine 14-jährige Tochter zuzuführen – wobei dieser «Liebesbeweis» für Urania zum Lebenstrauma und für Trujillo zum Desaster seiner Männlichkeit wird. Als Leitmotiv zieht sich Trujillos Wut über die «verfluchte Nacht mit dem kleinen spröden Mädchen», dessen Identität erst im letzten Kapitel gelüftet wird, durch das Buch – während der Leser den Wink mit dem Zaunpfahl freilich schon längst verstanden hat. Da der Vater durch einen Schlaganfall stumm und satisfaktionsunfähig geworden ist, gestaltet sich Uranias Abrechnung als Monolog mit einem Moribunden, doch vergibt der Autor diese reizvolle Konstellation durch Stoffhuberei, durch eine Degradierung Cabrals zur Marionette (ob er Urania überhaupt erkennt, bleibt offen, immerhin gibt er stets passende Signale von sich) und allem voran dadurch, dass er Uranias Hass die Sprache vorenthält. Was bleibt, sind Regieanweisungen: «Urania bricht in hysterisches Lachen aus. (. . .) Urania lacht so heftig, dass ihre Augen sich mit Tränen füllen . . .»

So liegt denn hier vieles im Argen. Vargas Llosa, scheint es, hat sich durch die Attraktivität des Stoffes blenden lassen und vergessen, dass gerade die klaffendsten Abgründe des Menschlichen literarisch nach mehr verlangen als nach gehobener Routine. Die Erzähltechniken folgen keinem inneren Entwurf, sondern der Logik des Ad-hoc, der Spannungsaufbau läuft so schief wie die Ästhetik des Schreckens leer, und als Leser hat man ständig das Gefühl, etwas vorgekaut zu bekommen. Am erschreckendsten aber ist bei einem Schriftsteller, den manche für nobelpreiswürdig halten, die Sprachlosigkeit. Weder Trujillo noch Urania gewinnen hier ein Profil, und die Nachlässigkeit im Ganzen setzt sich fort in schludrigen Details wie: «Begann ihn [Trujillo] sein Gedächtnis genauso im Stich zu lassen wie sein Schliessmuskel? Scheisse. Die beiden Dinge, auf die er sich in seinem Leben am meisten hatte verlassen können, gerieten ihm jetzt (. . .) ausser Kontrolle.» Oder (Urania im Selbstgespräch): «Dann lässt du sie [die Männer] diese polare Kälte spüren, die du auszustrahlen weisst, wie der Skunk seinen Pestgestank, mit dem er die Feinde in die Flucht schlägt.» – Ein neuer «Herbst des Patriarchen» mag Mario Vargas Llosa vorgeschwebt haben, was er aber in Szene gesetzt hat, gleicht eher seinem eigenen Herbst als Grossschriftsteller.

Andreas Breitenstein

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Fest des Ziegenbocks
OT La fiesta del chivo OA 1999 DE 2001Form Roman Epoche Moderne
In seinem Roman Das Fest des Ziegenbocks zeichnet Mario Vargas Llosa ein erschreckendes, düsteres Porträt der Dominikanischen Republik während der über 30-jährigen blutigen Diktatur des Generals Rafael Leónidas Trujillo, der 1961 einem Attentat zum Opfer fiel. Im Mittelpunkt dieses Romans über Macht, Gewalt und Sexualität steht die reale Figur des Diktators, im Volksmund »Ziegenbock« genannt. Den peruanischen Autor interessiert insbesondere die Frage, weshalb das dominikanische Volk den Grausamkeiten und der Willkür des Trujillo-Regimes jahrzehntelang keinerlei Widerstand entgegensetzte.
Inhalt: Urania Cabral kehrt nach langen Jahren des Exils in ihre dominikanische Heimat zurück, um endlich Gewissheit über ihre Vergangenheit und die Rolle ihres Vaters, den sie in völliger Apathie vorfindet, während der Diktatur zu erlangen. Kurz vor dem Tod des Diktators hatte sie mit dem Wissen ihres eigenen Vaters ihre Jungfräulichkeit an den Despoten verloren und war in die USA geflohen.
In verschiedenen Rückblicken, die immer wieder um das entscheidende Jahr 1961 kreisen, präsentiert Vargas Llosa zahlreiche Details einer despotischen Herrschaft, welche die Volksmassen ausbeutete, Militär und Industrie beherrschte, Hunderte politischer Gegner verschwinden ließ und dem »Generalissimus«, wie Trujillo sich selbst nannte, das Recht zuerkannte, die Ehefrauen und Töchter seiner Würdenträger sexuell zu missbrauchen.
Dennoch, und diesen Widerspruch arbeitet der Autor in überzeugender Weise heraus, wurde Trujillo in seiner Heimat eher verehrt als gehasst und bekämpft. Das Fest des Ziegenbocks ist somit auch ein Roman über die Passivität eines Volks, in dem Feiglinge und korrupte Mitläufer den Ton angaben.
Gleichzeitig erzählt Vargas Llosa vom langen, zermürbenden Warten der sieben Attentäter, die 1961 dem mittlerwei-le 70-jährigen Diktator, erfüllt von persönlichen Rachegelüsten, nach dem Leben trachteten. Der Anschlag gelang und dennoch – so das ernüchternde Fazit – starb der »Trujillismo« nicht mit dem Diktator, sondern lebte in Gestalt seines Nachfolgers Balaguer noch viele Jahre fort.
Aufbau: In Das Fest des Ziegenbocks kombiniert Vargas Llosa in überzeugender Weise geschichtliche Daten und Persönlichkeiten einerseits und Fiktion andererseits. Auch Urania Cabral, anhand deren Schicksal die Gräuel einer ganzen Ära aufgedeckt werden, ist eine fiktive, wenn auch nach Worten des Autors »ungemein wahrscheinliche« Gestalt. Geschickt verbindet Vargas Llosa die Biografien der Günstlinge wie der Opfer des Diktators zu einer Anklage gegen ein unmenschliches Regime und bewegt sich hierbei abwechselnd in der Gegenwart der 1990er Jahre und der Vergangenheit.
Wirkung: Der kritische, realistische Diktatorenroman wurde auf der ganzen Welt als überzeugendes Lehrstück gegen den Missbrauch der Macht begeistert aufgenommen. Lediglich in der Dominikanischen Republik fühlte man sich angegriffen. Die Verärgerung ging sogar so weit, dass der peruanische Autor bei der Buchpräsentation in Santo Domingo Morddrohungen erhielt. Er selbst sagte einmal, der Roman spiele zwar in der Dominikanischen Republik und sei an die Gestalt von Leónidas Trujillo angelehnt, die »spirituelle Knechtschaft«, um die es ihm in erster Linie gegangen sei, existiere jedoch in jeder Diktatur der Welt. A. He.

Kurzbeschreibung

Als Urania Cabral nach langen New Yorker Exiljahren nach Santo Domingo zurückkehrt, auf die Insel, die sie nie wieder betreten wollte, findet sie ihren Vater stumm und im Rollstuhl vor. Der einstige Senatspräsident und Günstling des Diktators blickt sie auf ihre schweren Vorwürfe nur starr an, und Urania bleibt allein mit ihren Erinnerungen an die Zeit der Willkür - und an ein ungeheuerliches Geschehen.
Mit ihr kehren wir zurück ins Jahr 1961, als die dominikanische Hauptstadt noch Ciudad Trujillo heißt. Dort herrscht ein Mann, der nie schwitzt, mit absoluter Macht über drei Millionen Untertanen, nackte Gewalt ausübend, wo sie ihm nutzt, Charme und intellektuelle Überlegenheit ausspielend, wo er die Gebildeten und die Oberschicht ins Kalkül zieht. Uranias Vater ist da nur eine Schachfigur im perfiden Spiel des Diktators.
Während der "Große Wohltäter", der fast das ganze Land in seinen persönlichen Besitz gebracht hat, Militär, Kirche, amerikanische Botschaft im Schach zu halten vermeint, sind seine Attentäter längst unterwegs - ohne ihrerseits zu ahnen, daß in ihrem Rücken ein machiavellistischer Machtwechsel im Gange ist.
Im eisigen Zentrum von Vargas Llosas Roman steht die nur allzu reale Gestalt des General Leónidas Trujillo, genannt "Der Ziegenbock". Doch der Blick des Schriftstellers dringt unter die historische Haut, macht uns zu Zeitgenossen, zu Mitwissern. Den Verschwörern mit ihrer brennenden Begierde, ihren Demütiger zu beseitigen, den intelligenten Politschranzen und den Opfern gibt der Erzähler seine eindringliche Stimme. Und er schürzt den dramatischen Knoten so gekonnt, daß diese Psychographie der Macht und ihrer Verheerungen wie ein Thriller zu lesen ist.

Über den Autor

Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, studierte Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Bereits während seines Studiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen, ehe 1963 sein erster Roman Die Stadt und die Hunde erschien. Der peruanische Romanautor und Essayist ist stets als politischer Autor aufgetreten und ist damit auch weit über die Grenzen Perus hinaus sehr erfolgreich. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Das grüne Haus, Das Fest des Ziegenbocks, Tante Julia und der Kunstschreiber und Das böse Mädchen.
Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard, Princeton und Oxford. 1990 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático (FREDEMO) bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag in der Stichwahl. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück.
Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur. Heute lebt Mario Vargas Llosa in Madrid und Lima.

 

 

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