"Fesselndes Geheimnis" - dieser Name ist Programm - spielt im heutigen Belgien.
Wir lernen Christine Danzer, eine 24 jährige, attraktive Fremdsprachenkorrespondentin aus Deutschland kennen. Christine hat einen Privatdetektiv engagiert, der ihr helfen soll, ihren vor 21 Jahren verschollenen Vater ausfindig zu machen.
Die Ermittlungen führt die beiden nach Ostende in Belgien, zum exklusiven Privatclub "La Belle Folie" - frei übersetzt: Der schöne Wahnsinn. Bevor jedoch Mark - der Privatdetektiv - Christine mitteilen kann, daß er auf eine heiße Spur gestoßen ist, wird er vor ihren Augen erschossen! Noch im Sterben gibt er ihr einen Hinweis: "Geh nicht ...... Polizei ..... dein Vater war ..... La Belle Folie ....."
Bei ihrem Versuch näheres über den Club "La Belle Folie" zu erfahren, läuft ihr Vincent Delano, ihr anonymer Lustspender - den Christine genau an dem Strand von Bredene getroffen hat, an dem Mark erschossen wurde - über den Weg. Er überredet sie zu einem Aufnahmeritual, um sie zum vollwertigen Mitglied des Clubs zu machen.
Christine Danzer willigt ein und begibt sich in die Hände von Sinnlichkeit, Schmerz, Lust und Unterwerfung. Doch nichts ist so, wie es scheint. Kann sie dem undurchsichtigen Vincent vertrauen? Welche Rolle spielt Mara Noire, die dominante Besitzerin des Clubs? Wer hat Mark getötet? Warum ist Christines Vater verschwunden? Was hat es mit dem geheimnisvollen antiken Sexschmuck zu tun? Zu wem hält die Polizistin Claire? Und wie steht ihr Ex-Dom Felix zu alledem?
Antje Ippensen hat mit "Fesselndes Geheimnis" einen romantischen BDSM-Krimi kreiert. Als ich, als nicht der BDSM-Szene angehörige Leserin den erotischen Krimi las, ging es mir im ersten Moment wahrscheinlich so, wenn Marcel Reich-Ranicki einen Liebesroman lesen und rezensieren müßte: Was ist das! Spucke weg und sprachlos! Wildlederpeitschen, Kerzen, Kerzenwachs, Klammern, Riemen, Ketten, Schilfrohr, Flogger, Monstervibratoren, Spanken, Sub, Dom, Bondage, etc. pp. usw. So, jetzt kann man wieder durchatmen.
Nun stellen sich mir jedoch folgende Fragen: Ist es möglich eine Wertung über ein Buch abzugeben, das sich einer Spielart der Erotik hingibt, die mir persönlich verschlossen bleibt? Ist es möglich objektiv zu bleiben? Objektivität im Zusammenhang mit Rezensionen ist meiner Meinung nach fast so etwas wie ein Paradoxon, also ein Widerspruch in sich selbst. Für mich als nicht Insider also eine schwere Aufgabe. Um gerecht zu sein, möchte ich folgendes sagen: Für erotische BDSM-Liebhaber, ist dieser Krimi von Antje Ippensen ein absolutes Muß. Gekonnt baut die Autorin bei den Fragen Spannung auf, wo der Schlüssel zu allen Geheimnissen vergraben ist. Darum gebe ich - anstelle eines BDSM-Liebhabers (wobei ich vermute, daß in "Fesselndes Geheimnis" eher die "Biene-Maja-Version" von BDSM beschrieben wird) - 4 Punkte.