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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Rauh und glatt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fesseln der Macht (DVD)
Irgendwann in den 40er Jahren in Los Angeles.Robert de Niro und Robert Duvall spielen zwei irischstämmige amerikanische Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Desmond (de Niro) Monsignore und rechte Hand seines Kardinals ist, arbeitet Thomas als Sergeant bei der Polizei. Als auf einem verwahrlosten Grundstück die Leiche einer Prostituierten gefunden wird, weisen die Spuren in Kirchenkreise und stellen beide Brüder vor existentielle Entscheidungen. Sie verkehren in zwei völlig verschiedenen Welten: Desmond als katholischer Priester und zuständig für die Finanzen des Bistums, jongliert mit Millionen. Er spielt Golf mit den Reichen und Einflussreichen, speist in noblen Restaurants, tritt vornehm auf; Diplomatie und die Vermeidung von öffentlichen Konflikten ist ihm zur zweiten Natur geworden. Thomas erlebt sich eher als Gescheiterten, seine Ehe ist zerbrochen, Tag für Tag schlägt er sich in lärmenden Büros und auf der Straße mit Gesindel herum und hat seine Wut oft nicht unter Kontrolle. Er kennt Bordellbesitzer, Gauner und Ganoven und hat sich auch schon für Gefälligkeiten bezahlen lassen. Wenn man genauer hinsieht, verbirgt sich hinter Thomas' ungehobeltem Auftreten und Desmonds gewandter Eloquenz viel Gleiches: Beide kennen sich aus mit Intrige und Täuschung, beide sind bis zu einem gewissen Grad käuflich, beide dienen einem übergeordneten System, Staat, bzw. Kirche, in dem Korruption grassiert, beide haben darin ihre einstigen Ideale aus dem Augen verloren. Thomas' Wut, Ausdruck seines Ringens um Gerechtigkeit, stößt gegen die Macht einflussreicher Männer; Desmonds Glaube an Gott und seine Verantwortlichkeit für die Menschen sind verschüttet unter der Macht der Kirche, auch wenn er deren williger Diener ist. Erwartet man aufgrund der Inhaltsangabe, einen Krimi zu sehen, könnte man enttäuscht werden. Der Fall der Prostituierten ist einfach aufgebaut, eingleisig ohne Verwicklungen, und die Person des Mörders steht in keiner Passage im Vordergund. Von spannenden und actionreichen Szenen ist man weit entfernt, im Gegenteil, viele Szenen sind breit angelegt, ruhig und verhalten gefilmt. Aufschlussreich ist für einen Interessierten der Blick hinter die Mauern eines Kardinalspalastes der vorkonziliaren Zeit in der Hoffnung, dass die dargestellten Machenschaften der Historie angehören - ob man es glaubt, steht auf einem andern Blatt. Über die schauspielerischen Fähigkeiten der beiden Hauptdarsteller braucht man nicht viele Worte zu machen, nicht umsonst gehören sie zur ersten Garde. Erstaunlich ist höchstens die kühle Distanziertheit, die de Niro der Figur des Desmond gibt und wie er den Überdruss an kirchlichem Klüngel als Müdigkeit darstellt. Eine Bemerkung am Rande: Etwas befremdlich wirkt der auf das Alter von 60-65 zurechtgeschminkte de Niro in den Anfangs- und Schluss-Sequenzen. Als der Film gedreht wurde, war er 38 Jahre alt, und heute weiß man, wie er mit 60 / 65 tatsächlich aussieht. Vor einigen Jahren lief der Film unter dem unpassenden Titel "Gefährliche Beichte" durch die dritten Programme. Dass er jetzt unter "Fesseln der Macht" gezeigt und angeboten wird, entspricht seinem Inhalt wesentlich besser. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
In der Ruhe liegt die Kraft,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fesseln der Macht (DVD)
Dieser Film lässt den Zuschauer mitfühlen...oder schläfert ihn ein!So sicher bin ich mir auch nicht zu welcher Kategorie ich mich zähle, denn als ich diesen Film das erste Mal gesehen habe, bin ich eingeschlafen. Dies geschah jedoch recht früh. Nach einiger Zeit setzte ich mich noch einmal mit diesem Film auseinander, denn ich war mir sicher, dass ich schon in den ersten Filmminuten tolle schauspielerische Leistungen von sowohl Duvall, als auch De Niro beobachten konnte. Diese Beobachtung bestätigte sich. De Niro zeigt erneut, dass er nicht nur einen Mafiosi oder Drogendealer spielen kann. Hier gibt er sich nicht proletenhaft, verrückt oder grausam, sondern zeichnet das Bild eines ruhigen Charakters. Langsam, wirklich langsam erfährt der Zuschauer nicht nur mehr über die eigentlich Handlung, sondern auch über die Beziehung in der die beiden Brüder zueinander stehen. Beide haben völlig unterschiedlich Wege eingeschlagen, der eine ist ein raubeiniger Ermittler (Duvall), der andere, ein in finanzielle Machenschaften der katholischen Kirche verwickelter Priester. Sicherlich ist auch die eigentliche Handlung von Bedeutung, allerdings wirken die Ermittlungen sehr schleppend. Zu einem Ergebnis kommt es dann sehr plötzlich. Deshalb vertrete ich die Meinung, dass die Beziehung der Brüder den Kern des Filmes bildet. Besonders die ruhige Art in der "Fesseln der Macht" dem Zuschauer präsentiert wird, zeichnet selbigen aus. entweder lässt sich der Zuschauer darauf ein, auf die ruhige Handlung, die sanften Schnitte und die langen Dialoge...oder er schaltet bereits nach fünf Minuten ab. Sich selbst oder den Film. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Macht macht, was sie will.,
Rezension bezieht sich auf: Fesseln der Macht (DVD)
"Fesseln der Macht" wirkt wie die filmische Version eines Edward-Hopper-Gemäldes, sehr stimmungsvoll. So scheint z.B. der Detektiv Tom Spellacy (gewohnt kantig: Robert Duvall) geradewegs Hoppers wohl berühmtestem Bild, "Nighthawks", entsprungen zu sein. Die exzellente darstellerische Leistung Duvalls und de Niros in diesem sehr ruhig erzählten Film entschädigt den an schnelle Schnitte gewöhnten Zuschauer für dezente dramaturgische Längen. Auch ist die Thematik unverändert aktuell. Ein atmosphärisch dichter Film, dessen solide Spannung mehr von den inneren Konflikten der beiden Hauptfiguren und deren verzweifeltem Ringen um die eigene Glaubwürdigkeit innerhalb undurchsichtiger Machtstrukturen lebt als von der eigentlichen Kriminalhandlung.
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