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Fernsehen wider die Tabus: Sex, Gewalt, Zensur und die neuen US-Serien [Broschiert]

Ivo Ritzer
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Juli 2011
US-Fernsehserien erleben seit einigen Jahren eine Blütezeit. Werke wie "The Sopranos", "Desperate Housewives" oder "24" brauchen den Vergleich mit dem Kino nicht zu scheuen und sind vielen Filmen in Erzählkunst und Ästhetik, in Innovation und Experimentierfreude weit voraus. "True Blood" etwa vermengt unbekümmert ein Familiendrama mit Horrorelementen, "Dexter" macht einen Serienmörder zum Titelhelden, und die heute schon legendäre Serie "Sex and the City" zeigte das Beziehungs- und Sexleben großstädtischer Frauen mit gelassener Freizügigkeit.
Solchen und anderen Tabubrüchen widmet sich dieser Band. Welche formalen und inhaltlichen Grenzen überschreiten zeitgenössische US-Serien? In welchen institutionellen Kontexten stehen sie, und wie gehen Zensurbehörden mit ihnen um? Wie ist die Situation bei uns im Vergleich zu den USA? Und können Massenprodukte wie TV-Serien überhaupt subversiv sein?

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Fernsehen wider die Tabus: Sex, Gewalt, Zensur und die neuen US-Serien + Verdrahtet: THE WIRE und der Kampf um die Medien
Preis für beide: EUR 19,80

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Produktinformation

  • Broschiert: 136 Seiten
  • Verlag: Bertz + Fischer; Auflage: 1 (Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865057071
  • ISBN-13: 978-3865057075
  • Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 10,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 476.940 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Buch blickt hinter die Kulissen und legt offen, dass die Strategie gezielter Obszönität längst nicht mehr auf die Befreiung von gesellschaftlichen Konventionen zielt, nicht die unterstellte Größe archaischer Elementarkraft besitzt, sondern einen obszönen Marktmechanismus offen legt." (Deutschlandradio Kultur)

Über den Autor

Ivo Ritzer, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Filmwissenschaft/Mediendramaturgie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Außerdem publiziert er als freier Autor und Essayist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung sowie für die Magazine Splatting Image und Testcard. Als Chefredakteur ist er für die Kulturzeitschrift :Ikonen: verantwortlich. Zahlreiche Aufsätze zu Filmgeschichte und -ästhetik. Autor von "Walter Hill. Welt in Flammen".

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5 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ergeht sich leider in Allgemeinplätzen 13. Dezember 2011
"Fernsehen wider die Tabus" lässt sich in etwa so zusammenfassen, dass das vermeintlich Unanständige das US-Kabel(!)-Fernsehen von heute offen legt eher in dessen ökonomischen Zwängen, welchen es unterliegt, zu (suchen und zu) finden wäre. Die Masse giere nämlich nach Sex und Gewalt, also bekäme sie sie auch serviert. Alles so wie gehabt also - die bekannten "kulturkritischen" Stereotype aus Deutschland, wo sich die populäre Kultur bekanntlich in den 1930er Jahren etabliert hat und diese Ami-Geschichten dementsprechend immer noch als Fremdkörper betrachtet werden.
Dazu braucht das niemand lesen.
Würde ein englischsprachiges Feuilleton etwa nicht so in sozialen Abgrenzungen umgedreht werden, dass plötzlich die welche für das Fernsehen dort wären, darin schreiben würden, plötzlich gegen den Film (und alles andere?) aufzutreten imstande sein würden, und sich "Kulturkritik" gerade daran entzünden - dass eben diese Sprechenden vom (neuen guten) Fernsehen geblendet worden wären. Einem Fernsehen das heutzutage (eben nur angeblich) für Gebildetere vorhanden wäre.
Der "kritische" Impetus gegen Sex und Gewalt ist in deutschen Zeitungen ja nach wie vor vorhanden, das heißt noch immer ungebrochen: selbst eine verhältnismäßig so biedere Euro-Produktion wie "Borgia" war da bei Zeiten und Leibern ja schon zuviel - während melodramatisierende Degeto-Produktionen und Versionen weiterhin bereitwillig aufgenommen werden.

Obwohl ich inhaltlich weitgehend zustimme, dahingehend, dass zumindest Kontroversen wie um Miike's "Imprint" - wie immer beim Thema "Zensur" - ein eigenes System weiterhin veranschaulichen, so kann ich dieses unumwundene Misstrauen welches einem Massenpublikum da entgegen gebracht wird doch keinesfalls teilen. Weder das, noch diese Denkweise immer nachvollziehen. Darüber hinaus ist Kabelfernsehen schon länger präsent als es der Band eindringlich veranschaulicht. Lange vor den "Sopranos" gab es die "Larry Sanders Show", entsprechendes Network-Television und ebenso syndizierte Shows haben eigentlich immer Mittel und Wege gefunden Grenzen zu umgehen, wenn sie sie schon nicht überschreiten durften. Auch in den letzten Jahren: das "frak" aus "Battlestar Galactica" wurde ebenso zu einem geflügelten Wort wie die thematischen Sprachspiele in "Buffy" oder "Firefly" durch Regeln nicht verhindert. Wobei populäre Kultur immer Grenzen überschreitet, aber darum soll es hier - so meine Überzeugung - auch weniger gehen, als vielmehr darum lieber bürgerliche Sehgewohnheiten wie sie im deutschen Fernsehen praktisch ausschließlich anzutreffen sind, zu verteidigen. Das Stereotyp vom Ami-Fernsehen, das von Sitcoms mit Lachschleifen oder (auch) Krimis, kann nämlich wahrlich kaum mehr aufrecht erhalten werden, auch wenn ich zustimmend glaube, dass zwischen "Six Feet Under" und "Dallas", "Sex And The City" und "Melrose Place" die Unterschiede so groß nicht sind - bei Letzerem sogar personell nicht vorhanden - so sind im deutschen Fernsehen MörderInnen wie "Dexter" als HeldInnen doch weiterhin (auch) nicht möglich. Nicht einmal unbedingt Krebskranke, schon gar nicht wenn sie aus Familienalltagen kriminell ausbrechen. Das würde die KJM (und das KFN) schon zu verhindern wissen. Dafür werden immer und immer wieder die Bösen einer vermeintlichen Gerechtigkeit zugeführt, ob in privaten Autobahn-Märchen oder an öffentlich-rechtlichen Tatorten.

Der Band drückt in erster Linie wohl eines aus: die Erfahrung oder besser den Kulturschock, dass das US-Fernsehen umso vieles vermeintlich besser macht, oder kulturell zumindest etablierter geworden ist. Und das, der Ton, diese Musik, möchte sich halt unterschwellig verboten werden.
Nicht nur die A-List-Actors und Actresses von früher spielen heute begeistert in Fernsehproduktionen mit: Fernsehen ist was Großes geworden, in (US-)Fernsehen ist, ja, viel Geld drin, Fernsehen wird aber auch weniger zeitraubend gemacht. (US-)Fernsehen ist heute vielfältiger als früher.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beste Analyse über HBO und Co seit langem! 3. Januar 2012
Dieses Büchlein beantwortet Fragen nach dem Warum der neuen US-Fernsehserien: Warum kannn sich gerade in den USA ein Fernsehen etablieren, das reihenweise mit Tabus bricht (Gewalt, Sex, explicit language)? Warum sind diese Fernsehserien (Mad Men, Sopranos, Weeds etc.) oft sehr viel besser, als sogar das New Yorker Arthouse-Kino (Antwort: Die schiere Länge einer Season läßt viel mehr Spielraum)? Und wie ist das kulturpolitisch zu bewerten, dass es Sender wie HBO (Deadwood, The Wire), Starz (Spartacus Blood and Sand) oder AMC (Breaking Bad) gibt? Sind diese Sender Phänomene einer Subkultur, sind sie gar subversiv in ihrer schleichenden Gewöhnung der Zuschauer an immer exzessivere Darstellungsformen? Und schließlich: Was bedeutet es, dass es in einer durch FSK-Beschränkungen, Jugendschutzgesetze und öffentlich-rechtliche Auflagen organisierten Medienwelt eine offenbar große Nachfrage nach jeglicher Art von Perversion und Tabubruch im Rahmen einer künstlerisch wertvollen Filmhandlung gibt?

Ivo Ritzer beantwortet all diese Fragen auf den Punkt: Mit einem großen Fundus an Wissen über die großen Vordenker von Tabu und Tabubruch (Freud, Bataille, Jung) betreibt er Aufklärung im besten Sinne. Wer glaubt, als Konsument der neuen Serien einen elitären Geschmack zu haben, der ihn erhebt über die Konsumenten einfacherer Formate wie Ally McBeal oder Desperate Housewives, ist schon auf eine Marketingabsicht der Spartensender hineingefallen, die im übrigen alle Großkonzernen gehören. HBO etwa ist der mittlerweile profitabelste Zweig von Time Warner. Die vermeintliche Subversion nährt also erst den Kapitalismus, den sie scheinbar austrickst durch ihre Verweigerung des Mainstream. Macht nix: Am Ende bleibt das Wissen: Serienjunkies gucken das beste Fernsehen der Welt!Breaking Bad - Die komplette erste Season [3 DVDs]Spartacus : Blood And Sand : Complete Series 1 (Blu-ray)
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