Zugegeben, der gewählte Titel meiner Rezension klingt etwas hochgestochen. Aber da ist etwas dran. Egal, ob es jetzt "Die Kinder von Bullerbü", "Michel aus Lönneberga", "Madita" oder "Ferien auf der Kräheninsel/Ferien auf Saltkrokan" ist - die Astrid Lindgren Filme der 60er und 70er Jahre, gedreht nach den gleichnamigen Büchern der einmaligen Astrid Lindgren verfehlen früher wie heute ihre Wirkung auf Kinder (und Erwachsene) nicht. Sicher, die Handlungen dieser Kinderfilme spielen in einer heilen Welt, wie sie unsere Kinder kaum noch kennenlernen. Aber sollen wir ihnen diese andere Welt vorenthalten und ihnen nur lieblos abgedrehte Computeranimationen und eine Barbiewelt vorführen, die sie zu nervösen Zappelphilippen machen oder sogar schlecht schlafen lassen? Unsere Kinder wachsen ohnehin in einer Welt auf, in der Aufbruchstimmung herrscht aber offensichtlich niemand weiß, wohin es geht. Krieg, Katastrophen, Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung. Davon bekommen unsere Kinder ohnehin schon viel zu viel mit. Erzieherinnen in Kindertagesstätten, Lehrer und Psychologen können ein leidvolles Lied davon singen, was der heute übliche Fernsehkonsum von Vorschul- und Schulkindern für Auswirkungen auf ihr Verhalten und ihre Psyche hat.
Ganz anders bei Ferien auf der Kräheninsel/Ferien auf Saltkrokan und den anderen o.g. Filmen nach Astrid Lindgrens Büchern: Selbst zappelige oder unruhige Kinder schauen sich diese Filme nur zu gern an. Sehen sie doch eine Welt, in der sie auch gerne leben möchten. Es geht ruhig und beschaulich zu. Keine Hast, keine Morde, keine Micki-Maus Stimme, die die Kinder zu gern übernehmen. Das beruhigt ungemein. Die Kinder wirken nach so einem Film nicht aufgedreht und hektisch, nein, die Wirkung ähnelt eher wie die einer Beruhigungstablette. Dies meinte ich mit "therapeutischer Wirkung".
Um nun diese angenehme "Nebenwirkung" dieser Filme über einen möglichst langen Zeitraum auf die Kinder einwirken lassen zu können empfehle ich, den Kindern jeweils immer nur eine Episode der Reihe in einem Abstand von einer Woche zu zeigen. Dieser zeitliche Abstand wurde seinerzeit auch vom Fernsehen eingehalten, als diese Serie erstmals lief. So haben die Kinder und natürlich auch die Erwachsenen lange etwas von dieser Serie. Anderer Nebeneffekt: Die Vorfreude auf die nächste Folge.
Noch etwas zu dem "Verwirrspiel" Kräheninsel und Saltkrokan: Die erste Staffel dieser Kinderserie heißt "Ferien auf der Kräheninsel" und sollte von daher auch als erste angeschaut werden. Jede Episode ist zwar in sich abgeschlossen, jedoch ist die zweite "Saltkrokan"-Staffel später gedreht, was man auch daran erkennt, dass die Darsteller älter geworden sind. Die erste Staffel, also Ferien auf der Kräheninsel, besteht aus 13 Episoden, verteilt auf drei DVD's. Jede Episode hat eine Laufzeit von ca. 25 Minuten. Eine Sammebox gibt es derzeit nicht, man muss also drei einzelne DVD's erwerben.
Nun zur zweiten Staffel dieser Serie "Ferien auf Saltkrokan"; hier heißt es aufgepasst:
Diese zweite Staffel besteht aus vier Filmen in Spielfilmlänge (zwischen rund 90 und 95 Minuten). Dies sind im Einzelnen:
"Der verwunschene Prinz"
"Das Trollkind"
"Die Seeräuber"
"Glückliche Heimkehr"
Diese Episoden sind sowohl einzeln als auch in einer Sammelbox erhältlich. Wer ohnehin vorhat, alle Saltkrotan-Filme zu erwerben ist mit der Sammelbox besser beraten da unter dem Strich kostengünstiger. Was bei dieser Box scheinbar einige verwirrt: Es ist eine DVD mit dem Titel "Ferien auf Saltkrotan" dabei (91 Minuten). Bei diesem Film handelt es sich um einen Zusammenschnitt der der ersten Staffel (Ferien auf der Kräheninsel). Hier wurden ca. 6 1/2 Stunden Film auf 1 1/2 Stunden komprimiert und dabei ganze Episoden ausgelassen. Diese DVD sollte man getrost in der Box belassen und sich stattdessen die drei Kräheninsel-DVD's gönnen! Auch diesen Film gibt es als Einzelfilm, den ich aber aus vorgenanntem Grund nicht empfehlen kann.
Zur Wiedergabequalität der Filme: Die erste Staffel liegt nur im 4:3- Format vor. Bei einem Flachbildschirm hat man also links und rechts schwarze Streifen. Nun ja, das war damals nun mal das übliche Aufnahmeformat. Letztlich macht dies dem Filmgenuss aber keinen Abbruch. Mir ist dieses Wiedergabeformat lieber als wenn der Film auf das aktuelle 16:9 Format gebracht wird, wobei dann Teile des Bildes am oberen und unteren Rand verloren gehen. Ansonsten ist die Filmqualität ewas "grießelig". Nun gut, die Reihe ist rund 50 Jahre alt. Da kann man keine HD-Qualität erwarten. Die Saltkrotan-Filme hingegen liegen im 4:3 und im 16:9- Format vor. Die Bildqualität ist besser als die der ersten Staffel. Aber letztlich kommt es bei diesen Filmen gar nicht darauf an, dass man den kleinsten Pickel auf der Haut der Darsteller erkennt. Was zählt sind die Filme selbst. Und die sind auf jeden Fall eine Kaufempfehlung wert!