Férfiakt ist ein Drama, ein Drama ohne Ende. Alle Protagonisten leiden. Mich hat dieser Film völlig aufgewühlt. Tibor ist ein 50 Jahre alter Schriftsteller, der beim Abendessen erfährt, dass seine Frau einen Tag später nach Hause kommt. Tibor begibt sich in eine Buchhandlung, wo er vom 19 jährigen Adonis Szolt angerempelt wird. Dieser klaut eine CD für Tibor und passt ihm ab. Tibor nimmt Szolt zu sich nach Hause und so beginnt die Tragödie, (erst) am Morgen kommt es auch zu Sex.
Für sensible Menschen ist Férfiakt ein harter Brocken. Warum? Es gibt keine Antworten bezüglich Beziehungen. Tibor lernt man als offenen, ehemüden Mann kennen, der die Beziehung zu Szolt nicht sucht, sich aber trotzdem in ihn verliebt. Aber wer ist Szolt? Er lügt, stiehlt, hintergeht und hat eine Freundin. Ist er bloss ein mieser Stricher oder hat er auch ein Herz? Ist er bisexuell? Es gibt im Film durchaus herzliche Szenen, aber auch solche, wo man sich fragt, wieso macht Tibor dies alles mit. Die zweitletzte Szene zeigt, wie Szolt seine Freundin schläft, Tibor schaut ihnen dabei zu. Die letzte Szene lässt alles offen... Der Zuschauer wird in der Luft hängen gelassen.
Férfiakt ist optisch sehr schön gedreht und alle Schauspieler überzeugen! Vier Sterne, weil es mir nicht gelungen ist, Szolt zu erfassen.