Die LD40 ist ein großartiges Produkt. Das Licht ist so extrem hell, dass man in der höchsten Stufe noch durch die Reflektion des Lichtes vor einem in der Wiese geblendet wird. Noch gut 200 Meter entfernt kann man deutlich einen Baum erleuchten. So muss sich Luke Skywalker gefühlt haben, als er zum ersten mal sein Lichtschwert gezogen hat.
Aber um diesen Eindruck etwas genauer und objektiver zu fassen, möchte ich es einer anderen Hi-Tec LED gegenüberstellen.
Da ich bisher zwei LED Zweibrüder P7 intensiv genutzt habe, möchte ich mich hier in erster Linie auf den Vergleich konzentrieren: (fast täglich 200min Radfahren morgens und abends im Dunkeln). Die P7 und die LD40 kosten ungefähr gleich viel, sind moderne LED Lampen und bedienen sich herkömmlicher Batterien (AA bzw. AAA). Daher ist dieser Vergleich auch legitim.
Regelung:
Im Gegensatz zur Zweibrüder, die keine Regelung besitzt, ist die Fenix hervorragend geregelt. Was bedeutet das in der Praxis? Bei Regelung hat die Lampe immer 100%, unabhängig vom Ladezustand der Batterien. Ohne Regelung ist die Spezifikation der Lichtentisität lediglich ein rein theoretischer Wert, der sich nur die ersten Minuten hält. Dann nähert sich die Lichtkurve sehr schnell wie ein Log-Funktion der Nulllinie, um auf diesem geringen Niveau stundenlang weiterzuglimmen. Die Fenix LD40 ist hervorragend geregelt, dh. 100%, konstant knapp über 3 Std. lang. Bevor die Lampe allerdings komplett ausgeht schaltet sie in einen Notmodus, der über einige Minuten zumindest noch ein geringes Licht erzeugt.
Batterien:
LD40: 4xAA / P7: 4xAAA. Der Unterschied ist immens. Eine AA hat mit ca. 2000mAh idR mehr als doppelt so viel Leistung vie eine AAA mit knapp 1.000mAh. Ok ich weiß, es gibt AA mit knapp 3000mAh und auch AAA mit über 1000mAh. Aber ich nehme mal meine Refernzklasse, die Sanyo Eneloop's und da trifft das so zu.
Lichtintensität:
Der extreme Unterschied in der Helligkeit ist aber nicht nur ein Ergebnis der zu Verfügung stehenden Energie und der LED, sondern auch der Regelungstechnik, bzw. dem Fehlen einer solchen.
LD40: 250 Lumen (echte) / P7: 200 Lumen, die aber aufgrund fehlender Regulierung ganz schnell auf ca. 100 Lumen zusammenschmelzen, bei permanenter Schwächung des Lichtes - siehe meine gesonderte Rezension hierzu. Neben der LD40 fällt es kaum auf, dass die P7 überhaupt zugeschaltet ist. Selbst 2 P7 kommen mit der LD40 nicht mit.
Brenndauer
Die beiden zuvor genannten Punkte sind die wichtigsten (Regelung, Batterie-Power). Nicht nur leuchtet die LD40 mehr als doppelt so hell (250lms), sie hält dieses auch konstant über 3 Std. Die LED Lenser schafft es ohne Regelung über 100lms zu halten für ca. 90 min.
Abmessung:
Da die LD40 die größeren Batterien nutzt, ist die Lampe auch größer. Der Umfang ist ungefähr vergleichbar, aber die LD ist mit knapp 20cm ca. 7cm länger als die LED Zweibrüder.
Wasserdichtigkeit:
Der Schiebemechanismus der P7 saugt Wasser regelrecht auf, und befördert dieses durch den Kapilareffekt direkt zur LED und Elektronik. Die Fenix ist hingegen IPX - 8. Dh. man kann die Lampe dauerhaft bis 2 Meter Wassertiefe mitnehem. Das bedeutet P7 nicht mal spritzwassergeschützt - Fenix ist fast eine Tauchlampe.
Beam / Throw Pattern:
Die P7 weist die Besonderheit der stufenlosen verstellbarkeit auf. Die LD40 ist hingegen fix. Man sollte jetzt meinen wenigsten in dieser Kategorie kann die P7 punkten. Weit gefehlt, das Beampattern der P7 ist sehr unregelmäßig mit Ringen und dunkelen Löchern. Das der LD ist in der Mitte sehr hell, dann kommt ein weiter Winkel. Die LD40 ist in der Mitte heller als der gebündelte Strahl der P7 und öffnet den Winkel weiter als die P7 in der weitesten Position. Das Beam-Pattern der LD40 ist absolut sauber und ausgeglichen, ohne Ringe oder scharze Löcher.
Verabeitung /Batteriefach.
Die P7 ist aus komplett aus Metal. Obwohl sie mir schon mehrmals, auch im brennenden Zustand runtergefallen ist, hat sie bisher noch keinen Schaden davongetragen. Die LD40 ist aus einem Spezialplastik, das in der Spezifikation einen Fall aus 1,5Meter problemlos überstehen soll, wie auch die gesamte Technik im Inneren diese Spezifikation erfüllen soll. Den Test führe ich aber nicht vorsätzlich durch.
Das rückwärtige, separate Batteriefach der P7 gefällt mir allerdings besser, als die öffnung des Kopfes bei der LD40. Auch muss ich sagen, dass mir das Batteriemagazin der LED Lenser besser gefallen hat, als das der LD40. Weil es mir robuster erscheint ist und goldene Kontakte aufweist.
Aber beiden ist gleich, dass sie handwerklich sehr solide verarbeitet sind. Das Batteriemagazin klappert auch bei heftigsten Erschütterungen, wie bspw. Radfahren, bei keiner von beiden.
Erhitzung:
LEDs haben Probleme mit Erhitzung. Da sie extreme Leistung erbringen, erzeugen sie auch eine Menge Wärme. Das führt zu einer deutlichen Reduzierung der Lichtleistung. Insbesondere solch Hochleistungs-LEDs wie die LD40 müssen hier reagieren. Und das tut die LD40 auch. Entgegen zum Plastikkörper, der im übrigen auch Gewicht spart, ist der Kopf aus Metal. Dieser Erwärmt sich auch deutlich selbst bei Auußentemperaturen um den Gefrierpunkt. Das ist aber ein gutes Zeichen, läßt es doch erkennen, dass die Wärmeableitung funktioniert und die Leistung nicht maßgeblich beeinträchtig wird.
Handhabung / Modi:
Die LD40 liegt, wie die P7 gut in der Hand. Allerdings hat die ovale Form der LD40 den Vorteil, dass sie nicht rollt.
Während die P7 lediglich 3 Modi aufweist, die teilweise auch nur überaus umständlich zu bedienen sind (Boost bspw. muss konstant gedrückt gehalten werden), so weist die LD40 4 Lichtintensitäten auf sowie 3 weitere Spezialmodi ( SOS, taktisches Irritations-Blenden, konstantes Blinken). Die Lampe ist elektronisch gesteuert und behält den letzten Modi in Erinnerung. Die LD40 hat 2 Bedienknöpfe. Die Bedienung erfolgt intuitiv und kann ohne Gebrauchsanweisung nach wenigen Minuten erlernt werden.
Lichttemperatur:
Ein sehr wesentlicher Punkt. Die meisten LEDs haben eine Temperatur von ca. 9000° Kelvin. Licht dieser Farbtemperatur ist kalt, verfälscht Farben bis zur Unkenntlichkeit und reflektiert Wasser und Nebel extrem - so auch die P7. Die Fenix hingegen benutzt ein sog. "neutral Light". Da sich das Licht der Temperatur von normalen Sonnenlicht von ca. 5000° Kelvin annähert, erscheinen die Farben eben "natürlich". Das menschliche Auge erkennt Kontraste nicht nur über Licht, sondern auch über Farbe. Ich kann diesen Punkt nicht deutlich genug Unterstreichen, die Unterschiede sind frappierend.
Zubehör:
LD40 hat noch ein Holster, ein Lanyard sowie einen Ersatz O-Ring.
Fazit:
Die LD40 ist ein modernes Hi-Tech Produkt, das ohne Spezialbatterien auskommt, eine unglaubliches Nutzungsspektrum aufweist, absolut wasserdicht ist und das Wichtigste - extrem hell ist. Dieser reinrassige Chinese ist so gut, dass er einem Angst macht.
____________________________________
Kleiner Nachschlag:
Nutze die Lampe in erster Linie zum Radfahren. Da ich Morgens und Abends fahre, sind die Lichtverhältnisse nicht immer optimal. Teilweise ist es aber immer noch hell genug, so dass man das Licht eigentlich nicht bräuchte. Dann betreibe ich es im Blinking-Modus. Ein kostantes Dauerblinken auf höchster Stufe. Das hat den Vorteil, dass es noch mehr auffällt als ein konstantes Licht und man nicht übersehen wird. Aber auch die Brenndauer ist phenomenal. Die liegt irgendwo um die 8 Std.
Nicht so das "Taktische Blendlicht". Dieses erzeugt die höchste Leistung, welche nochmal gut 10% über der höchsten Leistung im Konstanten Leuchtmodus liegt. Die hohe Leuchtfrequenz beim taktischen Blenden trägt dann wohl auch noch zusätzlich zu dem hohen Verbrauch bei. Die Lampe leuchten dann knapp 2Std. Das ist kürzer als im konstanten Modus bei höchster Leuchtkraft. Ist dann aber so hell, dass man selbst bei hellem Sonnenschein noch einen heftigen Blendeffekt erzielt - taktisches Einsatzprofil eben und nicht für den Hausgebrauch gedacht.