Pressestimmen
In postfeministischen Zeiten
lx. Als umbrella term als Schirm- und Markenzeichen für die seit dreissig Jahren stattfindende Diskussion um geschlechtsspezifische Ansätze will die Wiener Philosophin Herta Nagl-Docekal das ehemalige Reizwort «feministische Philosophie» verstanden wissen. Die mittlerweile fast unüberschaubare Fülle von Publikationen, die vielen Kompendien, Bibliographien und Gesamtdarstellungen könnten es als naheliegend erscheinen lassen, das Vorhaben «feministische Philosophie» als etabliert zu betrachten. Dem aber ist nicht so. Zu den Gründen für die erstaunlich persistenten Vorbehalte zählt Herta Nagl-Docekal zum einen die virulente Verkürzung des Bedeutungsgehaltes des Wortes «Feminismus» auf rabiate Patriarchatskritik. Zum anderen aber lebten heute nicht zuletzt gerade viele jüngere Frauen mit dem Selbstverständnis, sich in einer postfeministischen Ära zu bewegen. Es gilt demnach zu klären und zu bilanzieren, welche Perspektiven eine feministische Philosophie in postfeministischen Zeiten bieten kann. Herta Nagl-Docekal macht das in ihrer eben jetzt erschienenen Zwischenbilanz auf umsichtige, ruhige und äusserst informierte Art. -- Neue Zürcher Zeitung