Ich bin keine Theologin, sondern eine als Christin erzogene Frau, vor Jahren aus der Kirche ausgetreten und dennoch unruhig und suchend mit diesen meinen Wurzeln. Wie kann es Geschichten wie Lots Weib und die Verführung der Töchter geben, wie kann es eine christliche Kultur geben, wie kann ich mit dem Christentum ins Reine kommen oder auf einen guten Weg? Dieser Titel hat mich sehr beeindruckt: Von Frauen zusammengetragen, differenziert, ausführlich und - bei aller Breite und Kritikfähigkeit - sehr solidarisch. Da ich selbst wissenschaftliches Arbeiten gewöhnt bin, fiel mir der Zugang leicht. Im Gegenteil: Die Vielfalt der Quellen, die Konkretheit der Verweise hat mich inspiriert und zum Weiterlesen gebracht.
Es war nicht mein erstes Buch zum feministischen Blick auf theologische Themen. Aber es hat mir den Blick geöffnet und geweitet. Dabei ist es sowohl der Wissenschaft als auch dem Erfahrungswissen verpflichtet, so dass ich meine Wirklichkeit als Frau in dieser Gesellschaft ausgezeichnet widergegeben fand.
Ausgesprochen hilfreich: Kurze, klare Kapitel, sehr systematisch aufgebaut, exzellente Literaturverweise und -hinweise. Die Verwendung von Fachbegriffen ist für Nicht-TheologInnen gerade so eben noch verträglich - der Text ist verstehbar, einsichtig und nicht banal.
Ich habe diesen Titel mit Freude gelesen und mich davon erfolgreich weiterleiten lassen. Danke!