Piper hat sich auf ein anspruchsvolles Unterfangen eingelassen: Ein Jugendbuch schreiben, daß gleichzeitig eine Einführung in die Wirtschaft und ein Krimi ist. Erzählt wird die Geschichte von Felix und seinen Freunden Peter und Gianna, die beschließen, reich zu werden. Die Gründe für dieses Vorhaben sind durchaus unterschiedlich: Bei Felix ist das Streiten seiner Eltern über das nie reichende Geld der Anlaß, bei Peter der Glaube, daß Mädchen reiche Jungs bevorzugen, und bei Gianna die Feststellung ihrer Großmutter, daß eine Frau eigenes Geld brauche, um von Männern unabhängig zu sein. Vor diesem Hintergrund versuchen die drei durch Sparen, Arbeiten und Spekulieren ihr Ziel zu erreichen. Ein Warentermingeschäft ist dann auch der Ausgangspunkt für die Krimihandlung, als die drei einem betrügerischen Anlagevermittler aufsitzen. In den verschiedenen Kapiteln lernen die Helden in ihrem Bemühen um Reichtum unterschiedliche Teile des Wirtschaftslebens kennen, teils durch eigene Erfahrung, teils durch die Erzählungen eines väterlichen Freundes namens Adam Schmitz. Der Eindruck, den das Buch hinterläßt, ist ähnlich zwiespältig wie das Konzept. Dies resultiert aus dem Umstand, daß Piper verschiedene Ziele verfolgt hat, die durchaus widersprüchlich sind. Erstens wollte er jungen Lesern Grundkenntnisse aus Betriebs- und Volkswirtschaftslehre vermitteln, wodurch der Haupterzählstrang zustande kommt und was zu dem im Anhang befindlichen kleinen Wirtschaftslexikon führte. Zweitens wollte er eine spannende Geschichte schreiben, die auch gelesen wird, was sich in der Krimihandlung niederschlägt. Zudem wollte er drittens noch erzieherisch wirken, weshalb er einen weiteren Erzählstrang mit historisch-politischen Elementen (Judenverfolgung und Drittes Reich) eingeflochten hat. In der Konsequenz standen sich die drei Ziele jedoch gegenseitig im Wege, so daß ein Buch voller Kompromisse entstanden ist, daß daraufhin zwar nicht der große Wurf, aber dennoch eine spannende und informative Lektüre geworden ist.