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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Art Sam Spade, sozusagen...,
Rezension bezieht sich auf: Felidae: Roman (Taschenbuch)
Tiere als Krimi-Protagonisten? Katzen gar, die ja neuerdings allzu sehr mit dem Schmuse-Image beladen sind? Kann das gutgehen? Es kann. Aber nicht nur das -- es geht richtig gut; Akif Pirinccis Katzen-Krimi "Felidae" verbindet eine gut durchdachte Story mit individuell gezeichneten Charakterkatzen und lässt seinen feliden Ermittler Francis in bester Sam-Spade-Manier von seinen haarsträubenden Ermittlungen im neuen Revier berichten.Kaum nämlich ist Francis' "Dosenöffner" (so die liebenswürdige Bezeichnung für uns trottelige Zweibeiner) Gustav in ein neues Stadtviertel gezogen und beschert Francis damit ein neues Revier, stößt der bei einem ersten Kontrollgang über eine schlimm zugerichtete Katzenleiche, oder, wie Francis' neuer Freund Blaubart das ausdrückt, einen "kalten Sack". Blaubart ist ein verwegen aussehender, undurchsichtiger alter Kampfkater, im Vergleich zu dem "selbst Quasimodo realistische Chancen gehabt [hätte], in die Dressmanbranche einzusteigen". Mehr als einmal ist er zur Stelle, wenn Francis ihn am dringendsten braucht, und mehr als einmal hat Francis auch den Verdacht, dass Blaubart mehr weiß, als er ihm mitteilt. Sascha, so der Name des gemeuchelten Katers, ist nicht der einzige tote Artgenosse, auf den Francis in den nächsten Tagen stoßen wird. Diese Katzenmorde sind unheimlich -- und eigenartig. Kaum denkbar, dass da ein durchgedrehter Dosenöffner am Werk war... Bei seinen Ermittlungen stößt Francis auf allerhand Merkwürdiges. Da wäre zunächst die verfallene Villa, in die er und sein "Dosenöffner" Gustav gezogen sind und die ihm diffuse Ängste und bedrohliche Alpträume beschert... Sodann gibt es eine in diesem Viertel recht häufige eigenartige Katzenrasse, deren Vertreter Francis an altägyptische Wandmalerei erinnern. In natura allerdings hat er solche Artgenossen noch nie gesehen... Dann wären da noch eine blinde Katze, die nie das Haus ihres Besitzers verlässt und die sich vage an irgend etwas Schreckliches (aber was?) in ihrer frühesten Jugend erinnert; eine zur Massenhysterie neigende Katzensekte, die einen mysteriösen Claudandus anbetet; ein tatteriger alter Angorakater namens Jesaja, der wirre Prophezeiungen auf Lager hat; ein höchst cleverer Kater namens Pascal, der sich mit Francis anfreundet und ihn in seine Computerkenntnisse (!) einweiht... und noch einiges andere. Francis der Klugscheißer, wie ihn Blaubart bald nennt, will der Mordserie an seinen Artgenossen auf den Grund gehen, und bald findet er heraus, was die Opfer verbindet: Alle waren sie akut auf Freiersfüßen. Steckt also irgendein absurd-puristischer religiöser Fanatismus hinter dem Ganzen? Dass die Claudandus-Sekte, wenn sich ihre zahlreichen Miglieder in die entsprechende Massenhysterie gesteigert haben, zu allem fähig sind, hat er selber erlebt, als er ihnen mit knapper Not entkommen konnte. Aber andere Puzzleteile sprechen dafür, dass der Fall nicht so einfach ist, sondern dass dem Ganzen ein teuflischer Plan zugrunde liegt. Francis unternimmt gefährliche und pannende Ermittlungen, bis er den springenden Punkt erkennt: Allmachtsphantasien und eiskalter, systematischer Wahnsinn, dazu ein verblendetes Ideal einer "Herrenrasse"... Das klingt auf den ersten Blick etwas an den Haaren herbeigezogen, aber Pirincci entwickelt diesen Hardboiled-Krimi tatsächlich völlig logisch, und er verbindet die Handlungsstränge mit umfangreichem Fachwissen über Katzen (das Wichtigste kann man im Anhang des Buches nachlesen) -- und zwar ganz ohne erhobenen Zeigefinger oder spannungslähmende gelehrte Exkurse. Und mit Francis' großem Gegenspieler und dessen wahnsinnigen Allmachtsallüren parodiert Pirincci tatsächlich ein wenig Kommissar Bärlachs Antagonisten in Dürrenmatts Krimis. Kombiniert mit einem gelungen ins Deutsche übertragenen Raymond-Chandler-Stil verrät das, dass Pirincci nicht nur über Katzen Bescheid weiß, sondern sich auch in den verschiedenen klassischen Krimi-Disziplinen bestens auskennt. Mehr als das: Er kennt sich nicht nur aus im Genre, sondern er entwickelt aus diesen Vorgaben einen originellen eigenen Stil. Das eigentlich Reizvolle an diesem Krimi ist aber seine Sprache. Francis entpuppt sich als ein Sam Spade in Katzengestalt, und er ist fast so cool wie Humphrey Bogart persönlich. Wenn er also seine Geschichte erzählt, tut er das haargenau im besten Schwarze-Serie-Stil, pointiert und sarkastisch. Einen wortgewaltigen drastischen Vergleich lässt er sich ebensowenig entgehen wie eine rollige Katze. Wem beim Stichwort "Katze" als erstes ein "ach wie süüüüß" entfährt, dürfte von "Felidae" womöglich enttäuscht sein, vielleicht sogar entsetzt wegen der Grausamkeiten. Wer hingegen die Krimis von Raymond Chandler liebt oder alte Bogart-Krimis der "Schwarzen Serie", dem empfehle ich "Felidae" unbedingt -- sogar dann, wenn er Katzen hasst oder allein schon von dem Wort "Katze" allergische Asthmaanfälle bekommt... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannender und dunkler Katzenthriller,
Von
Rezension bezieht sich auf: Felidae: Roman (Taschenbuch)
Der Kater Francis zieht mit seinem Herrchen in ein Stadtviertel,in dem es vor Katzen nur so wimmelt. Gleich bei seinem ersten Erkundungsspaziergang stößte er auf einen ermordeten Artgenossen. Da Francis überaus neugierig und intelligent ist, macht er sich selbst zum Detektiv und versucht, den Fall zu lösen. Verdächtige gibt es genügend. Doch je tiefer er gräbt, auf desto mehr Mysterien stößt er, so spielen eine Sekte, eine blinde Edelkatze, ein paar Schlägertypen und ein Kater, der mit dem Computer umgehen kann, eine Rolle. Und da Francis ferner frech und schlagfertig ist, schafft er bald einige Feinde. Während er die Fäden zu entwirren versucht, findet er noch genügend Zeit, den Verlockungen einiger Katzendamen nachzugehen. Felidae ist weder eine Fabel noch eine Tiergeschichte, sondern ein schwarzer, blutiger Thriller aus der Sicht eines Katers, der sich wie Menschen mit seinen Artgenossen unterhalten kann und über die entsprechende Intelligenz verfügt. Authentisch wirkt der Roman dennoch, da der Autor versucht, das Verhalten von Katzen bzgl. Schlaf, Essen, Putzen und Sexualität so genau wie möglich wiederzugeben und dies in Form einiger Fußnoten mit entsprechenden wissenschaftlichen Abhandlungen ergänzt. Eine spannende, durchdachte und originelle Geschichte! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Art Sam Spade, sozusagen...,
Rezension bezieht sich auf: Felidae. Roman. (Broschiert)
Tiere als Krimi-Protagonisten? Katzen gar, die ja neuerdings allzu sehr mit dem Schmuse-Image beladen sind? Kann das gutgehen? Es kann. Aber nicht nur das -- es geht richtig gut; Akif Pirinccis Katzen-Krimi "Felidae" verbindet eine gut durchdachte Story mit individuell gezeichneten Charakterkatzen und lässt seinen feliden Ermittler Francis in bester Sam-Spade-Manier von seinen haarsträubenden Ermittlungen im neuen Revier berichten.Kaum nämlich ist Francis' "Dosenöffner" (so die liebenswürdige Bezeichnung für uns trottelige Zweibeiner) Gustav in ein neues Stadtviertel gezogen und beschert Francis damit ein neues Revier, stößt der bei einem ersten Kontrollgang über eine schlimm zugerichtete Katzenleiche, oder, wie Francis' neuer Freund Blaubart das ausdrückt, einen "kalten Sack". Blaubart ist ein verwegen aussehender, undurchsichtiger alter Kampfkater, im Vergleich zu dem "selbst Quasimodo realistische Chancen gehabt [hätte], in die Dressmanbranche einzusteigen". Mehr als einmal ist er zur Stelle, wenn Francis ihn am dringendsten braucht, und mehr als einmal hat Francis auch den Verdacht, dass Blaubart mehr weiß, als er ihm mitteilt. Sascha, so der Name des gemeuchelten Katers, ist nicht der einzige tote Artgenosse, auf den Francis in den nächsten Tagen stoßen wird. Diese Katzenmorde sind unheimlich -- und eigenartig. Kaum denkbar, dass da ein durchgedrehter Dosenöffner am Werk war... Bei seinen Ermittlungen stößt Francis auf allerhand Merkwürdiges. Da wäre zunächst die verfallene Villa, in die er und sein "Dosenöffner" Gustav gezogen sind und die ihm diffuse Ängste und bedrohliche Alpträume beschert... Sodann gibt es eine in diesem Viertel recht häufige eigenartige Katzenrasse, deren Vertreter Francis an altägyptische Wandmalerei erinnern. In natura allerdings hat er solche Artgenossen noch nie gesehen... Dann wären da noch eine blinde Katze, die nie das Haus ihres Besitzers verlässt und die sich vage an irgend etwas Schreckliches (aber was?) in ihrer frühesten Jugend erinnert; eine zur Massenhysterie neigende Katzensekte, die einen mysteriösen Claudandus anbetet; ein tatteriger alter Angorakater namens Jesaja, der wirre Prophezeiungen auf Lager hat; ein höchst cleverer Kater namens Pascal, der sich mit Francis anfreundet und ihn in seine Computerkenntnisse (!) einweiht... und noch einiges andere. Francis der Klugscheißer, wie ihn Blaubart bald nennt, will der Mordserie an seinen Artgenossen auf den Grund gehen, und bald findet er heraus, was die Opfer verbindet: Alle waren sie akut auf Freiersfüßen. Steckt also irgendein absurd-puristischer religiöser Fanatismus hinter dem Ganzen? Dass die Claudandus-Sekte, wenn sich ihre zahlreichen Miglieder in die entsprechende Massenhysterie gesteigert haben, zu allem fähig sind, hat er selber erlebt, als er ihnen mit knapper Not entkommen konnte. Aber andere Puzzleteile sprechen dafür, dass der Fall nicht so einfach ist, sondern dass dem Ganzen ein teuflischer Plan zugrunde liegt. Francis unternimmt gefährliche und pannende Ermittlungen, bis er den springenden Punkt erkennt: Allmachtsphantasien und eiskalter, systematischer Wahnsinn, dazu ein verblendetes Ideal einer "Herrenrasse"... Das klingt auf den ersten Blick etwas an den Haaren herbeigezogen, aber Pirincci entwickelt diesen Hardboiled-Krimi tatsächlich völlig logisch, und er verbindet die Handlungsstränge mit umfangreichem Fachwissen über Katzen (das Wichtigste kann man im Anhang des Buches nachlesen) -- und zwar ganz ohne erhobenen Zeigefinger oder spannungslähmende gelehrte Exkurse. Und mit Francis' großem Gegenspieler und dessen wahnsinnigen Allmachtsallüren parodiert Pirincci tatsächlich ein wenig Kommissar Bärlachs Antagonisten in Dürrenmatts Krimis. Kombiniert mit einem gelungen ins Deutsche übertragenen Raymond-Chandler-Stil verrät das, dass Pirincci nicht nur über Katzen Bescheid weiß, sondern sich auch in den verschiedenen klassischen Krimi-Disziplinen bestens auskennt. Mehr als das: Er kennt sich nicht nur aus im Genre, sondern er entwickelt aus diesen Vorgaben einen originellen eigenen Stil. Das eigentlich Reizvolle an diesem Krimi ist aber seine Sprache. Francis entpuppt sich als ein Sam Spade in Katzengestalt, und er ist fast so cool wie Humphrey Bogart persönlich. Wenn er also seine Geschichte erzählt, tut er das haargenau im besten Schwarze-Serie-Stil, pointiert und sarkastisch. Einen wortgewaltigen drastischen Vergleich lässt er sich ebensowenig entgehen wie eine rollige Katze. Wem beim Stichwort "Katze" als erstes ein "ach wie süüüüß" entfährt, dürfte von "Felidae" womöglich enttäuscht sein, vielleicht sogar entsetzt wegen der Grausamkeiten. Wer hingegen die Krimis von Raymond Chandler liebt oder alte Bogart-Krimis der "Schwarzen Serie", dem empfehle ich "Felidae" unbedingt -- sogar dann, wenn er Katzen hasst oder allein schon von dem Wort "Katze" allergische Asthmaanfälle bekommt... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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