In "Felicitas, Herr Riese und das Vaterunser" möchte Erwin Grosche an Hand von Erlebnissen und Geschichten von Fee und Herrn Riese Kindern das berühmte Gebet des Christentums nahe bringen. Überrascht war ich von der Dicke des Buches, es umfasst knapp 150 Seiten - also "mal eben schnell eine Geschichte zum Vaterunser vorlesen" (z.B. in Schule oder Kindergruppen) ist hier nicht, höchstens zu einzelnen Bitten.
Das Buch ist nach den Bitten des Vaterunsers gegliedert und in jedem Kapitel finden sich zwei bis drei Untergeschichten aus dem Alltag der Hauptpersonen Fee, ihrer Oma Turnschuh und deren Vater, Herrn Riese und dem scheinbar perfekten Gregor Knall.
Mich hat das Buch ein wenig enttäuscht. Illustrationen und Aufmachung sind toll, aber die Charaktere (Oma Turnschuh mal ausgeschlossen, von der ich mir gut vorstellen kann, dass sie Kinder begeistert) blieben für mich farblos und vermochten mich nicht in ihren Bann zu ziehen. Dubios blieb für mich die Figur von Herrn Riese, der "vor einem Jahr in das Nachbarhaus von Fee gezogen" war. Was soll er darstellen? Kind, Erwachsener oder Kind gebliebener Erwachsener? Ein Erwachsener, der einen großen Teil seiner Zeit mir einem jungen Mädchen verbringt? Dieser ominöse "Herr Riese" ließ mich doch etwas zweifelnd zurück. Aber auch die Geschichten im Buch kommen arg konstruiert , manchmal etwas gezwungen und oft wenig überraschend daher.
Vielleicht ist das aus Kinder-Sicht alles sehr viel unproblematischer und Kinder möger gerade das, aus meiner Sicht muss ich jedoch sagen, dass ich nicht übermäßig begeistert bin. Wer es hier etwas "natürlicher" mag, dem empfehle ich das Buch
Tim entdeckt das Vaterunser. Kinder lernen das Gebet der Gebete kennen..