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In Felicia - Mein Engel, Egoyans Adaption des niederschmetternden Romans von William Trevor, wagt man es kaum, sich vorzustellen, was die TV-Köchin und Mutter (Arsinée Khanjian) ihrem pummeligen Sohn Hilditch angetan haben muss, dass dieser noch als Erwachsener (Bob Hoskins) seine Mahlzeiten völlig synchron zu uralten Aufzeichnungen der Show seiner Mutter zubereitet. Häufig plagen ihn düstere Erinnerungen. Entfernt verwandt mit Anthony Perkins aus Psycho, ist Hoskins Figur so obsessiv, so traumatisiert, dass jede einzelne seiner kurzarmigen und fetthändigen Gesten und Singsang-Stammeleien präzise kalkuliert ist, damit die Realität sicher begraben bleibt.
Egoyans Filme scheinen häufig unter Wasser zu spielen, in einer surrealen Traumlandschaft, in der der Atem gelegentlich aussetzt, während der Horror langsam unter die Haut kriecht. Hilflos, wie festgenagelt, beobachtet man die Charaktere, wie sie unaufhaltsam auf verminte Kreuzungen zusteuern, an denen Leben und Seelen verloren gehen oder erlöst werden. Als sich Hilditchs Wege mit denen der jungen schwangeren Felicia (Elaine Cassidy) kreuzen -- einer unschuldigen Irin auf der Suche nach ihrem untreuen Freund -- nimmt die Begegnung einen fürchterlichen Verlauf. Das Problem ist, dass der verschrobene Hilditch und die viel zu naive Felicia in Sachen psychologischer Komplexität ein wenig zu kurz gekommen sind, so dass am Ende des Films aufschlussreiche Pointen weitgehend ausbleiben.
Felicia bewegt sich hauptsächlich auf bekanntem Egoyan-Terrain -- industrielle Einöden voller hungriger Herzen --, doch Egoyans neuestes Märchen (man stelle sich eine pervertierte Variation von "Hänsel und Gretel" vor) spielt leider nicht ganz in der selben Liga wie die Familienidyll-Meisterwerke Exotica und Das süße Jenseits. --Kathleen Murphy
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf den Spuren von Alfred Hitchcock,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Felicia, mein Engel (DVD)
Wer dachte,dass der gute, alte Thriller ausgestorben ist, der irrt sich gewaltig. Mit "Felicia, mein Engel" gelang Atom Egoyan ein Meisterwerk aus einem Mix aus Wahnsinn und Banalität. Die Geschichte, die von einer jungen, schwangeren Frau erzählt, die ihre verflossenen Liebe sucht und ein älteren Herren, der immer noch an der schweren Erziehung der strengen Mutter leidet verliert sich in der Tatsache, dass Wahnsinn und Normalität dicht beieinander liegen. Dies liegt vorallem an den grandiosen Darstellern, der Newcomerin Elaine Cassidy, die sich hier prächtig präsentiert und den großartigen Bob Hoskins, der noch nie so beängstigent rüber kam. Ein Film, der einen klar macht, dass auch Psychopathen eine Seele haben und manchmal auch zu bemitleiden sind. Super Regie, tolle Story und prima Darstellern.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein subtiler aber intensiver Thriller,
Rezension bezieht sich auf: Felicia, mein Engel (DVD)
Felicia, wohnhaft in einem irländischen Dorf, möchte zu ihrem Freund reisen, welcher sich nach England abgesetzt hat. Diese Reise wird für sie zu einem albtraumhaften Abenteuer. Auf ihrem Weg trifft sie in England den Küchenchef Hilditch, der zuerst freundlich, nett und hilfsbereit scheint. Er gibt vor Felicia bei ihrer Suche zur Seite zu stehen. Allmählich im Verlauf des Films enthüllt sich aber sein düsteres Geheimnis: Felicia ist nicht das erste Mädchen, dem von Hilditch geholfen wird. Hilditch hat zu Hause eine umfangreiche Sammlung von Kassetten, auf denen er heimlich die Gespräche zwischen ihm und den anderen Bekanntschaften in seinem Auto aufgezeichnet hat, die sorgfältig nach Namen sortiert sind. Das letzte was auf jeder Kassette zu sehen ist ist ein plötzlicher Streit, ein verwackeltes, undeutliches Bild und manchmal sogar ein hörbarer Schrei. In Rückblenden wird die Vergangenheit von Hilditch und Felicia aufgedeckt und man erfährt weshalb sie an dem Punkt angekommen sind an dem sie sich gerade befinden. Atom Egoyans Thriller ist leise-subtil in Szene gesetzt und doch atmosphärisch dicht und spannend - Ein kleines Meisterwerk.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Vom Feinsten,
Rezension bezieht sich auf: Felicia, mein Engel [VHS] (Videokassette)
Eingefleischte Egoyan-Fans werden auch diesen Film nicht versäumen wollen: Düster zeichnet der Regisseur hier das Ambiente in welches Felicia auf der Suche nach ihrer großen Liebe, von der sich nicht zuletzt auch ein Kind erwartet, gerät. Gut jedoch die Aussichten in die Fänge eines Bob Hoskins als rettenden Engel zu geraten, der hier erst wirklich sein schauspielerisches Talent zeigen kann und einem durch seinen alleinigen Anblick kalte Schauer über den Rücken jagt. Gandiose Umsetzung und meisterhafte Aufbereitung des Themas: Gefallener Engel wird Opfer seiner eigenen Naivität und setzt sein Vertrauen in einen älteren Herren, der scheinbar letzter Rettungsanker vor dem Fall zu sein verspricht - über das Ende darf der Zuseher gespannt sein. Es darf nur soviel verraten werden: Thrillerfans oder fördernde Mitglieder der Hollywood'schen Trashindustrie werden nicht auf ihre Kosten kommen, denn Egyan verspricht nur Qualität vom Feinsten!
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