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Feldherren, Krieger und Strategen: Krieg in der Antike von Achill bis Attila [Gebundene Ausgabe]

Raimund Schulz
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Klappentext

Was waren das für Menschen, die sich jedes Jahr die Rüstung anlegten und dem Tod ins Auge sahen? Wie verliefen genau Schlachten in der Antike, und wie beeinflussten sie die große Politik? Der Autor revidiert uns vertraute Mythen: Nicht Sparta, sondern die Athener Demokratie war der aggressivste Staat der griechischen Welt. Marathon und Salamis waren keineswegs rauschende Siege, sondern glückliche Abwehrerfolge gegen einen nach wie vor überlegenen Gegner. Und Alexander gewann seine Schlachten nicht, weil er ein Genie war, sondern weil er die politischen Schwächen der Perser nutzte. Selbst das Christentum konnte sich am Ende der Antike der kriegerischen Realität nicht entziehen und erkannte im Sieg auf dem Schlachtfeld den Inbegriff des menschlichen Erfolgs auf Erden.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Raimund Schulz, geboren 1962 in Hildesheim, lehrt Alte Geschichte an der Universität Bielefeld. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Seefahrt, Krieg, Herrschaft und Völkerrecht in der Antike.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Einleitung Krieg war ein Fundamentalphänomen der Antike. Wenige liebten ihn, doch jeder akzeptierte ihn wie Stürme, Krankheiten und Missernten. Selbst den Christen war klar, dass er nicht aus der Welt zu verbannen war. Mochte es auch Zeiten geben, in denen man den Krieg weit entfernt wähnte, so begleitete er den Menschen doch täglich auf die eine oder andere Weise. Kein Marktplatz, der nicht von Statuen berühmter Feldherren gesäumt war, kein Tempel, den nicht Beutestücke und Rüstungen zierten, kein Mitbürger, der nicht über seine militärischen Heldentaten schwadronierte, auch kein Herrscher, der nicht seinen Untertanen versicherte, er verdanke seine Stellung der persönlichen Bewährung im Krieg. Dazu kamen die Vorträge der Geschichtsschreiber, die den Krieg als Geburtsstunde ihrer Zunft und als Kern der Geschichte, ja als das wichtigste Thema der Menschheit erachteten. Allgegenwärtig war der Krieg auch außerhalb der Städte. Jeder Bauer musste sein Land gegen Räuber und Überfälle verteidigen und als Krieger seiner Heimat wehrfähig sein, um zu überleben und anerkannt zu werden. Auch wenn die Menschen der Antike den Krieg sicherlich nicht als einen unveränderlichen Naturzustand ansahen – sie bewegten sich täglich in Räumen, die vom Krieg erfüllt und durch die Erinnerung an den Krieg oder die Erwartung eines Krieges gestaltet waren. Das Verhältnis zum Krieg ähnelte der ambivalenten Einschätzung der Seefahrt – beides Bereiche menschlichen Lebens, die mit den höchsten Risiken behaftet und nie vollständig zu kontrollieren waren. Jeder kannte die Gefahren und das Grauen des Krieges. Da er aber nicht aus der Welt zu schaffen war, machte man aus der Not eine Tugend und versprach allen, die ihm dienten, höchste Anerkennung und ewigen Ruhm. Und das mit gutem Grund: Jede Gemeinschaft musste wehrhaft sein, um zu überleben. Es gab einerseits keine Polizei und überregionalen Sicherheitssysteme, andererseits brachte der Krieg viele Menschen in Lohn und Brot. Spätestens seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. hielten nicht nur die Soldaten, sondern auch zahllose Techniker, Ingenieure, Versorgungshelfer und Trossknechte den Krieg in Gang. Nicht nur die Karthager, auch die Pharaonen führten ihre Feldzüge vorwiegend mit Söldnertruppen. Fast alle vorderasiatischen Reiche ergänzten ihre heimischen Verbände mit angeworbenen Berufskriegern. Heute gehört das Söldnerwesen zum exotischen Randphänomen westlicher Gesellschaften. In der Antike war es eine geachtete Profession, die ganze Landstriche ernährte und schnelle Aufstiegsmöglichkeiten versprach. Auch der wehrhafte Bürger war ein einigendes Element mit hoher Identi?kationskraft. Jede politische Ordnung der Antike – von der attischen Demokratie über die römische Republik bis zu den Imperien der hellenistischen Könige und der römischen Kaiser – lebte vom militärischen Erfolg und bezog ihre Lebensenergien aus Krieg und Eroberung. Der Krieg richtete innenpolitische Gegensätze auf ein gemeinsames Ziel aus und hielt das Zusammenspiel der politischen Institutionen in Gang. Da Krieg für das Selbstverständnis und den Bestand antiker Gemeinwesen so entscheidend war, wurde er auch zum Wegbereiter fundamentaler machtpolitischer und innenpolitischer Wandlungen. »Die Gegenwart des Krieges und die nachhaltige Wirkung bewa?neter Kon?ikte in der gesamten Geschichte der alten Welt sind unübersehbar.« Bis heute begegnen jedoch deutschsprachige Althistoriker – im Gegensatz zu ihren Kollegen der Mediävistik und der Neueren Geschichte – dem Thema mit einer gewissen Distanz, vor allem was die realmilitärische Dimension des Krieges betrifft. Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat sich intensiv mit den kulturhistorischen Zusammenhängen, mit Erinnerungsformen, der künstlerischen Verarbeitung und den religiösen Grundlagen des Krieges beschäftigt; zahlreiche Spezialstudien erklären Waffen und Kriegshandwerk sowie den sozialen Hintergrund des Soldatenlebens. Einzelne militärische Großereignisse wie die Perserkriege, der Peloponnesische Krieg oder der Alexanderzug wurden monographisch behandelt. Bis heute fehlt jedoch eine integrierende, epochenübergreifende Verknüpfung von militärischer Pragmatik, also der Analyse der Schlachten, Kampftaktik und Waffentechnik, mit der innen- und außenpolitischen Makroentwicklung (obwohl es neben dem Klassiker von Hans Delbrück inzwischen einige wertvolle Vorarbeiten gibt). In Handbüchern oder Überblickswerken zur Antike wird man ausführlich über die politischen Rahmenbedingungen, Gründe und Folgen großer Kriege belehrt, aber für die militärischen Entscheidungen selbst genügen in der Regel wenige Angaben wie: »Dann siegte X bei Y über Z.« Kriege werden in der Regel nur so weit erfasst, wie sie für die Erzählstruktur politischer Entwicklungen erforderlich erscheinen. Überlegungen zu den Entstehungsgründen von Kriegen, ihrem Ausgang und den Folgen gibt es reichlich.Was dazwischen geschah, die konkrete militärische Auseinandersetzung, wird ausgespart oder isoliert behandelt. Eine solche Reduktion ist aber angesichts der Bedeutung militärischer Entscheidungen für die allgemeine politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung schwer zu rechtfertigen. Sie widerspricht vor allem den Interessen und der Wahrnehmung der antiken Zeitgenossen; für sie war das Verständnis von Geschichte ohne genaue Kenntnis des Verlaufs militärischer Konflikte undenkbar; immerhin handeln vier Fünftel des überlieferten Quellenmaterials vom Krieg. Was für moderne Überblickswerke gilt, trifft auch auf die wenigen Arbeiten zu, die sich einzelnen Kriegen oder dem Krieg in der Antike als epochenübergreifendes Phänomen widmen. Oft verhindern Umfangsbeschränkungen, vermeintliche Quellenprobleme oder die Sorge, gegen einen fachinternen comment zu verstoßen, die militärische Pragmatik in die Gesamtschau des Krieges mit einzubeziehen. So meint der an sich überaus kenntnisreiche Verfasser einer neueren Monographie über die Perserkriege, »der Verlauf der Kampfhandlungen (sei) heute ohne Faszination« und ohnehin nicht zu rekonstruieren. Der jüngste deutschsprachige Überblick zur Militärgeschichte der Antike bietet eine souveräne Darstellung militärischer Ereigniszusammenhänge in ihrem politischen Kontext, wesentliche Epochen wie die Punischen Kriege werden jedoch ausgespart oder wie die Spätantike nur »im Sinne eines Ausblicks knapp skizziert«. Groß ist offenbar die Sorge, den militärischen Ereignissen ein ungebührliches Eigengewicht einzuräumen. Deshalb versuchen neuere Publikationen zunächst den kulturellen (künstlerisch-literarischen) Konstruktionen und den Feindbildern einer Gesellschaft nachzuspüren und daraus die militärische Realgeschichte abzuleiten. So zeigt Thomas Ganschow eindrucksvoll, wie stark der Krieg Kunst, Literatur und Mentalitäten beein?usste. Diese Ausdrucksformen waren von Deutungsmustern geprägt, die politisch aufgeladen eine große Wirkung entfalten konnten. Nun war allerdings der Ausgang militärischer Kon?ikte viel zu ungewiss und von Zufällen abhängig, als dass man sich von literarischen Konstruktionen während des Kampfes leiten ließ. Das Gleiche gilt für religiöse Überzeugungen, Traditionen und Rituale, die bei der Vorbereitung und Legitimation des Krieges wichtig waren. Spätestens wenn die Soldaten in der Schlacht selbst ihr Leben im wahrsten Sinne des Wortes »aufs Spiel setzten« – so die amerikanischen Untersuchungen zum »face of battle« –, spielten diese Aspekte eine untergeordnete Rolle. Dann dominierten (wie in den meisten Armeen der Welt) pragmatische Erfahrungen, das Gefühl der Gruppensolidarität, die Führungsqualität des Feldherrn und der Offziere sowie Training und Belohnungsaussichten das reale Kriegerleben. Um die Erkenntnislücke zwischen pragmatischer Einstellung zum Kampf und ihrer literarisch-intellektuellen Verarbeitung (oder Konstruktion) zu schließen, suchen manche Autoren wieder stärker die sozialgeschichtliche Dimension des Krieges mit den anderen genannten Ebenen zu verknüpfen. Zwei gehaltvolle Sammelbände...
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